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ARTIKEL: Systemvorstellung – I am Zombie
Rollenspiele, I am Zombie, Artikel/Interview 26.07.15

Schon vor seinem eigentlichen Erscheinen hat das Rollenspiel „I am Zombie“, die neuste Schöpfung des „Vampire: Die Maskerade“-Erfinders Mark Rein*Hagen eine lange Geschichte hinter sich. Nun ist es endlich als digitale Version veröffentlicht. Doch was erwartet die Spieler in aller Welt?

von  André Frenzer

Bereits im Sommer 2013 startete Rein*Hagen via Kickstarter die Finanzierung für sein neuestes Rollenspiel. Nachdem sich ein solches Urgestein der moderneren Rollenspielbewegung – sozusagen der Schöpfer des Storytelling – mit einem neuen Werk am Markt versuchte, war die Erwartungshaltung, aber auch die Vorfreude entsprechend groß. Nachdem der Kickstarter – wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten – erwartungsgemäß erfolgreich war, begann allerdings eine Geduldsprobe für die Fans und Finanzierer. So dauerte es immerhin zwei Jahre, in denen die Regeln nicht nur auf Herz und Nieren geprüft, sondern auch stark verändert wurden, bis nun endlich das fertige Produkt vorliegt.

Erscheinungsbild

„I am Zombie“ besteht eigentlich aus zwei Teilen – dem sogenannten „Axiom“-Regelwerk, das auf wenigen Seiten ein abstraktes Regelkonstrukt vorstellt, sowie dem „Toxic Field Manual“, einer Art Settingband. Beiden Bänden ist dabei das gewollt unruhige Layout gemeinsam: Große Überschriften und Zwischenüberschriften in unterschiedlichen Schriftarten prägen das Bild ebenso, wie großformatige Grafiken und wechselnde Hintergrundbebilderung. Die verwendeten Grafiken sind dabei wohl am ehesten schonungslos zu nennen, zeigen sie doch recht unverblümt das, was man aus diversen Zombie-Thrillern der vergangenen Jahre bereits kennt und erwartet. Der gesamte Stil wirkt dabei sehr homogen, bleibt aber natürlich auch Geschmackssache.

Setting

Das „Toxic Field Manual“ stellt recht ausführlich die Welt von „I am Zombie“ vor. Wie der Titel des Spiels bereits erahnen lässt, übernimmt man die Rolle eines Zombies, hier aber zumeist „Toxic“ genannt. Die Toxic sind intelligente Zombies, die unerkannt von der Öffentlichkeit leben. Ihre Gesellschaft ist bereits Jahrtausende alt und aufgeteilt in verschiedene Clans, die allesamt unterschiedliche Ziele verfolgen. Toxic kann prinzipiell jeder werden – entweder durch eine Infektion, wie einen Biss, oder aber auch bereits durch die Beschäftigung mit den Toxic.

Toxic kämpfen gegen einen inneren Fluch an, der sie – wenn sie ihm erliegen – in einen sogenannten „Skag“ verwandeln kann. Skags entsprechen dabei am ehesten den Zombies, wie man sie aus den alten Zombiefilmen kennt. Das „Toxic Field Manual“ beschreibt sie in etwa „als so intelligent wie eine Eidechse. Sie denken nicht wie wir und fressen alles, was sich bewegt.“ Damit ist auch wohl das Wichtigste gesagt.

Zu guter Letzt gibt es mit „Bleach“ auch noch eine Organisation, die von den Regierungen der Welt ins Leben gerufen wurde und deren Ziel es ist, den Toxic den Garaus zu machen. Denn der sogenannte „Final Outbreak“, die virulente Infektion der gesamten Menschheit, steht kurz bevor. „Bleach“ ist dabei effizient und tödlich – und verwendet diese schicken, schwarzen Hubschrauber, die jeder Verschwörungstheoretiker kennt.

Wer sich bei all diesen Beschreibungen an die „World of Darkness“ erinnert fühlt, in der ebenfalls verschiedene – sonst eher als Antagonisten bekannte – Wesen der Nacht wie Vampire, Werwölfe oder Geister unerkannt lebten und intrigierten, der liegt dabei wohl nicht völlig falsch. „I am Zombie“ wirkt aber – nicht zuletzt wegen des Layouts – dreckiger und brutaler.

Die Regeln

Das „Axiom“-Regelwerk besteht aus insgesamt 27 Gesetzen, die das Spiel regeln sollen und wird auf gerade einmal 32 Seiten präsentiert. Die Charaktererschaffung lässt sich mit dem einfachen Satz „Just pick 5 Cards“ – also „Wähle fünf Karten“ zusammenfassen. Auf diesen Karten sind Archetypen abgebildet, die die Hintergrundgeschichte und die Charaktereigenschaften des jeweiligen Charakters abbilden. Über ein einfaches System, das regelt, welche Karten gerade verwendet werden können und welche nicht, hat jeder Charakter so regelmäßig Zugriff auf seine erlernten Fähigkeiten. Ansonsten setzt sich ein Charakter aus fünf Attributen – wie Mentale Stärke oder Soziales – und jeweils zugehörigen Fertigkeiten zusammen.

Das Würfelsystem ist ein einfaches Poolsystem. Je nach Fähigkeiten dürfen drei oder mehr sechsseitige Würfel geworfen werden, die gemeinsam einen vom Spielleiter definierten Schwierigkeitsgrad erreichen müssen. Fünfen oder Sechsen repräsentieren jedoch Vor- und Nachteile, sodass der Spieler bei diesen Ergebnissen zusätzliche Chips erhält, die er einsetzen kann – oder die eben gegen ihn eingesetzt werden können.

Sowohl die Charaktererschaffung als auch das Regelsystem mit seinen Bonus-Chips erinnert dabei in weiten Teilen an „FATE“ und seine Ableger. Allerdings ist das Thema „Zombie“ natürlich auch hier sehr präsent und die gewählten Fähigkeiten, Hintergrundbausteine und Fertigkeiten sind aufeinander abgestimmt.

Weiteres

Im Grundregelwerk sind bereits weiterführende Systeme angekündigt, die die mit „I am Zombie“ eingeführte Welt weiter erforschbar machen sollen. So ist zum Beispiel mit „Bleach“ auch ein System angekündigt, das die Gegenseite der Toxik spielbar machen wird. Weiterführende Informationen zum Spiel finden sich auf der Homepage von Make-Believe Games.

Das „Axiom“-Regelwerk kann man sich übrigens kostenlos als PDF auf DriveThruRPG oder bei Make-Believe Games herunterladen.


Links:

Offizielle Website

Download des Grundregelwerks


Artikel zum Weiterlesen

Turbo-Fate - 02.06.15
The World of Darkness - 03.01.05


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