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Flash Anthologie – 75 Jahre Abenteuer im Zeitraffer
Comics, Superhelden (allgemein) 11.03.17

Flash – der schnellste Mensch der Welt – stand als Superheld hierzulande immer ein wenig im Schatten seiner noch berühmteren Kollegen, etwa Superman, Batman oder Spiderman. Dabei hat auch der rote Blitz eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich, die bis in die 1940er Jahre, ins Golden Age der Comics zurückreicht. In den letzten Jahren hat Flash auch in Deutschland an Popularität gewonnen, vor allem Dank der erfolgreichen TV-Serie um Barry Allen, den vielleicht Berühmtesten unter den Trägern des roten Kostüms. Zum 75. Geburtstag hat Panini Comics der Legende nun eine seiner seitenstarken Anthologien geschenkt.

von  Kurt Wagner

Es ist ein edler schwarz glänzender Hardcoverband, der auf der Vorderseite Flash in dynamischen Pose zeigt und auf der Rückseite die Cover und Titel der einzelnen, in der Anthologie enthaltenen Geschichten auflistet. Daneben stehen auch gleich die Entstehungsjahre, sodass man direkt sieht, dass hier ein schöner Querschnitt durch die Jahrzehnte geboten wird – vielleicht ein wenig gegenwartslastig mit immerhin sieben Geschichten ab 2000 und fünf Storys aus den 1990ern. Schön dabei ist auch zu sehen (wenngleich hier nur in Briefmarkengröße), wie sich die Optik der „Flash“-Comics im Laufe der Jahre verändert hat.

Insgesamt sind es 20 Geschichten und gut 400 Seiten, in beziehungsweise auf denen Flash gehuldigt wird. Das klingt erstmal viel, ist aber natürlich angesichts einer 75-jährigen Comic-Geschichte sehr wenig. Dass man dennoch einen guten Überblick der Welt des roten Blitzes erhält, liegt unter anderem an der guten Auswahl der Comics. So wird natürlich der erste „Flash“-Comic überhaupt aus dem Jahr 1940 präsentiert. Wir lernen in der Abschlussausgabe der ersten Reihe zehn Jahre später die Urversion vom Reverse-Flash kennen, einen der bedeutendsten Gegenspieler von Flash. Der Comic aus dem Jahr 1956, von dem es heißt, dass er offiziell das Silver Age der Comics eingeläutet habe, ist ebenso enthalten, wie das Debüt von Wally West alias Kid Flash, der später von Barry Allen den Titel Flash übernehmen sollte. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Doch es bleibt nicht nur bei den Bildergeschichten. Ihre besondere Stärke entwickelt die Anthologie durch die Begleittexte, die die jeweiligen Comics einleiten und zeitlich einordnen. Etwas längere Texte markieren wichtige Meilensteine in der Entwicklung der Comic-Figur. Natürlich handelt es sich hier nicht um erschöpfende kulturwissenschaftliche Analysen, aber als fundierte Einführung in diese Nische des DC-Universums, die die Werdens- und Wirkungsgeschichte der Figur Flash nachzeichnet, funktioniert das Ganze großartig. Gerade für Laien der Materie, die, zum Beispiel durch die TV-Serie angeregt, ein Interesse an Flash und seiner Welt verspüren, ist das unglaublich interessant. Einzig die kleinen Infokästen über die Autoren und Zeichner der einzelnen Geschichten werden irgendwann etwas eintönig, weil sie nur noch jeweils eine Handvoll Werke auflisten, an denen die Personen neben „Flash“ beteiligt waren. (Aber gut, nicht jeder Autor und Zeichner kann eine Legende sein, zu der es viel zu sagen gibt.)

Ein kleines Manko findet sich leider ganz am Schluss. Denn die erste Ausgabe der die TV-Serie begleitenden Comic-Reihe „The Flash: Season Zero“ endet völlig irritierend in einem Cliffhanger, der den Anschein macht, als würden am Ende der Anthologie Seiten fehlen. Dem ist nicht so. Der springende Tiger soll wirklich das letzte Panel sein. Diese Wahl ist nicht ganz so gut gelungen, denn man fühlt sich ein wenig an Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“ erinnert, ein Film, der auch einfach abbricht und einen irgendwie unbefriedigt zurücklässt. Ein rundes Ende wäre in dem Zusammenhang für die Anthologie schöner gewesen. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau, denn es betrifft wirklich nur die letzte Geschichte.

Fazit: Von 1940 bis 2014, von „Flash Comics 1“ bis „The Flash: Season Zero 1“, von Jay Garrick, über Barry Allen, bis Wally West (und zurück zu Allen) – die „Flash Anthologie“ versammelt auf gut 400 Seiten praktisch alles, was man als Laie wissen muss, um sich in diesem Bereich des DC-Superhelden-Universums zumindest grob auszukennen. Für alle, die zum Beispiel nach dem Genuss der aktuellen TV-Serie neugierig geworden sind, ist diese Anthologie eine absolute Schatztruhe voller erhellender Details rund um den schnellsten Menschen der Welt, und auch Comic-Liebhaber dürften an diesem kompakten, historischen Überblick ihre Freude haben.


Flash Anthologie – 75 Jahre Abenteuer im Zeitraffer
Comic
Gardner Fox, Carmine Infantino, John Broome, Grant Morrison u.a.
Panini Comics 2016
ISBN: 978-3-95798-996-3
404 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 34,99

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