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Star Wars: Die Waffe eines Jedi
Romane, Bücher zu Filmen / Serien, Science-Fiction 23.01.16

Wie lebt es sich, wenn man eben noch ein Farmerjunge war und jetzt auf einmal ein Rebellionsheld ist, der mit mehr Glück als Verstand – beziehungsweise mit Hilfe der Macht – die Superwaffe des Imperiums vernichtet hat? Luke Skywalker jedenfalls ist voller Zweifel. Vor allem diese Sache mit der Macht bereitet ihm Kopfschmerzen. Er trägt zwar die Waffe seines Vaters, die Waffe eines Jedi, aber damit anfangen kann er eigentlich nichts. Und wie soll sich das ändern ohne einen Meister?

von  Frank Stein

„Ein Luke-Skywalker-Abenteuer“ ist der kleine Jugendroman untertitelt, der im letzten November als Teil der Media-Offensive „Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht“ auf den Markt kam. Die Bücher, die allesamt zum aktuellen Disney-Kanon zählen, sollten, so wurde behauptet, auf den kommenden Kinofilm vorbereiten. Ganz stimmt das nicht. Ja, wer „Das Erwachen der Macht“ gesehen hat, findet ein paar winzige Hinweise in Richtung Filmhandlung, vor allem in Form von Cameos. So wird im vorliegenden Roman beispielsweise eine Rahmenhandlung konstruiert, während der eine Pilotin des Widerstands, die im Kinofilm kurz durchs Bild huscht, einer Erzählung von C-3PO lauscht, der einen „Schwank“ aus der Frühzeit des berühmten Luke Skywalker zum Besten gibt. (Dass Luke zu dem Zeitpunkt verschollen ist, wird indes geschickt verschwiegen.) Ansonsten hat der Schurke Sarco Plank eine etwas fragwürdige Nebenrolle in der Geschichte. Im Kinofilm wird er 30 Jahre später auf Jakku als Waffenhändler leben. Das war's im Wesentlichen mit der erwachenden Macht.

Die Geschichte ist absichtlich klein gehalten und widmet sich der Frage, wie Luke zwischen „Episode IV: Eine neue Hoffnung“ und „Episode V: Das Imperium schlägt zurück“ zu den Jedi-Kräften kommen konnte, die er im letzteren Film beherrscht, obwohl er offensichtlich keinen Lehrmeister hatte. Vor allem der Kampf mit dem Lichtschwert wird thematisiert. Um diesen zu erlernen, folgt Luke zunächst einem ominösen Ruf der Macht zum Planeten Devaron. Dort erfährt er von alten Tempelruinen, in denen einst „Zauberer“ gelebt haben. Das Imperium hat die Anlage abgesperrt. Selbstredend wird sie dadurch für Luke, der nach jedweden Spuren des geheimnisvollen Jedi-Ordens sucht, ausgesprochen interessant. Mit dem Schurken Sarco Plank als Führer und begleitet von C-3PO und R2-D2 wagt Luke sich in den Urwald, wo er tatsächlich den Tempel findet. In dessen Innerem erwartet ihn eine vergessene Oase der Macht.

Jason Fry schreibt schon seit Jahren für „Star Wars“ Jugendromane. Entsprechend routiniert vermag er die Charaktere auch hier in Szene zu setzen. Luke und C-3PO wirken authentisch, die Imperialen treten angemessen fies auf. Ein geschilderter Raumkampf wird etwas simpel gehalten, dafür ist die Beschreibung des verfallenen Tempels sehr schön gelungen. Man sieht die verblichene Schönheit und die andächtige Stille des Orts geradezu vor Augen. Leicht unglaubwürdig wirkt widerum die Schnelligkeit, mit der sich Luke vom blutigen Lichtschwertanfänger zum fähigen Kämpfer entwickelt. Ähnlich wie Rey im Kinofilm fällt ihm die Nutzung der Macht erstaunlich leicht, sodass man sich unwillkürlich fragt, wozu Padawane früher achtzehn Jahre lang im Tempel üben mussten, wenn man es doch auch binnen weniger Tage und im Do-It-Yourself-Verfahren zu einem ganz passablen Machtnutzer schaffen kann.

Der Roman ist mit knapp 200 Seiten in handlicher Länge gehalten. Sehr hübsch sind die Handvoll doppelseitigen Illustrationen, die den Text zwischendurch auflockern. Etwas „billig“ wirkt dagegen das Graustufen-Cover, das nur durch rote Akzente Farbe erhält. Im Vergleich zu den üppigen Vollfarbcovern früherer Bücher sieht das eher rudimentär aus – auch wenn Phil Noto, der hier für die Bebilderung verantwortlich zeichnet, definitiv sein Handwerk beherrscht.

Fazit: Von dem Label „Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht“ sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Querverbindungen zum Film sind minimal – mehr als ein wenig Hintergrundwissen zu absoluten Nebenfiguren wird nicht geboten. Dennoch liest sich das kleine Abenteuer des jungen Luke Skywalker gut, die Atmosphäre stimmt. Sieht man über den etwas gehetzten Part der Lichtschwertselbstausbildung hinweg, findet man auf diesen Seiten ein stimmungsvolles kleines „Star Wars“-Abenteuer. Zu viel Relevanz für den Kanon darf man aber nicht erwarten.


Star Wars – Die Waffe eines Jedi
Film/Serien-Roman
Jason Fry
Panini Books 2015
ISBN: 978-3-8332-3196-4
204 S., broschiert, deutsch
Preis: EUR 9,99

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