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„Ein Krieg kann durch einen einzelnen Mann entschieden werden.“ So steht es schmissig als Slogan über einem atmosphärisch aufgeladenen Bildmotiv auf der ersten Seite des Romans „Schachmatt“ aus der Reihe „Tom Clancy’s Splinter Cell“. Zumindest für entsprechend geartete Computerspiele mag der etwas pathetisch geratene Satz zutreffen – sowie für auf diesen basierenden Buchveröffentlichungen.
von Simon Ofenloch

Sam Fisher ist ein Phantom, eine Person, die gar nicht existiert – jedenfalls wäre dies die offizielle Erklärung seiner Auftraggeber. Inoffiziell ist der Amerikaner Sam Fisher der Mann für die Aufträge, die selbst für das FBI und die CIA zu heikel sind. Er ist Sonderagent der regierungsnahen Geheimorganisation Third Echelon, die auf eigenes Risiko für den Schutz der nationalen Sicherheit kämpft.
Als ein Frachter mit hochgefährlicher radioaktiver Ladung auf die US-amerikanische Küste zusteuert, bildet dies den Auftakt für eine ganze Reihe von Ereignissen, die letztlich eine weltweite Krisenstimmung heraufbeschwören. Es ist an Sam Fisher, als Ein-Mann-Armee, als „Splinter Cell“, herauszufinden, wer bei dem teuflischen Puppenspiel die Fäden zieht. Die Suche nach Hinweisen wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, als immer dramatischere Katastrophen unglückliche politische Entscheidungen befördern, die einen verhängnisvollen Krieg mit dem Iran unausweichlich werden lassen. Bei seiner Jagd quer über den Globus entdeckt Sam Fisher Hinweise auf einen Verantwortlichen, der aus sehr persönlichen und durchaus wirtschaftlichen Gründen danach trachtet, die Welt in Brand zu setzen.
„Schachmatt“ ist ein Roman zum erfolgreichen Ein-Personen-Strategie- und Ego-Shooter-Game „Splinter Cell“ der Entwicklerfirma Ubisoft. Mehrere Missionen musste Sam Fisher bereits auf dem Computerbildschirm bestehen. Nun darf er auch noch zwischen Buchdeckeln die Menschheit vor finsteren Bösewichten retten. Das Repertoire der ursprünglichen Cyberversion wird dabei natürlich gewahrt, die Kombination aus Spannung und Action zu übertragen versucht. Dies gelingt in „Schachmatt“ tatsächlich nicht schlecht, Spannung und Action gibt es zu Genüge.
Was fehlt ist der wünschenswerte Mehrwert, tiefer gehende Charakterisierungen, sorgfältig und vor allem plausibel ausgearbeitete Handlungsentwicklungen, weniger Schwarz-Weiß-Zeichnung. Der Roman bleibt seinen Wurzeln zu sehr verhaftet, insbesondere in der Struktur. Ganz wie im in diverse Level mit mehr oder weniger anspruchsvollen Einsätzen an unterschiedlichen Schauplätzen aufgegliederten Computerspiel springt die Handlung von einer Einzelmission zur nächsten. Dabei erhält Sam Fisher wie im Game über sein tragbares Computersystem OPSAT Hilfestellung und Einsatzanweisungen.
Was dem Computerspiel zumindest grafisch gelingt, wird im Roman in keinster Weise eingelöst. Sam Fisher bleibt eindimensional. Doch vielleicht ist der Wunsch nach Tiefe und schriftstellerischer Wortkunst in diesem Fall auch zu viel verlangt. Vielleicht sollte man von einem Roman, der unter einem Sammelpseudonym verfasst wurde, auch nicht mehr erwarten als einigermaßen saubere handwerkliche Arbeit und kurzweilige Unterhaltung.
Fazit: Ein passables Buch zum Computerspiel. Nicht weniger – aber auch nicht mehr. Hätte Tom Clancy als Autor hierbei selbst seine Finger im Spiel gehabt, wäre die Handlung sicherlich interessanter und nuancierter ausgefallen.
Tom Clancy’s Splinter Cell: Schachmatt
Science-Fiction-Roman
David Michaels
Panini Books 2009
ISBN: 978-3-8332-1874-3
416 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 9,95
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