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DSA: Sternenleere
Romane, Bücher zu RPGs, Fantasy, Rollenspiele, Das Schwarze Auge (DSA) 5 05.09.16

Als im Jahr 1038 nach Bosparans Fall aventurienweit und darüber hinaus der Himmel glüht, Sternschnuppen in großer Menge zu sehen sind und Feuer vom Himmel fällt, ist es der Beginn einer neuen Heldenzeit. Ob Menschen, Elfen oder Orks, im hohen und kalten Norden, im schwülen Süden, auf den Gipfeln der höchsten Berge oder gar im Limbus, überall ist das Phänomen zu sehen und sind die Auswirkungen zu spüren.

von  Ansgar Imme

Mit dem Start der 5. Edition des bekanntesten deutschen Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ wurde auch ein Kurzgeschichtenband zum großen Ereignis Sternenfall als spielerische Einläutung der neuen Edition veröffentlicht. Der Sternenfall soll so vermutlich einige der Änderungen des Rollenspielsystems erklären und lässt annehmen, dass auch ein neuer beziehungsweise alter Gegenspieler langfristig wieder stärker in den Fokus der Spieler tritt.

Als Herausgeberin des Bandes funktioniert die „DSA“-Redakteurin Eevie Demirtel, die selbst durch die zwei „Khunchom“-Bände bekannt geworden ist. Als Autoren haben nicht nur bekannte „DSA“-Rollenspiel-Autoren wie Daniel Heßler, Michael Masberg oder Daniel Simon Richter Geschichten beigesteuert, sondern mit Marco Findeisen, Mike Krzywik-Groß, Stefan Schweikert oder Judith+Christian Vogt auch einige der Romanautoren von „DSA“.

Ein wirklich kurzer Überblick über die Geschichten

Insgesamt sind 24 Kurzgeschichten aus der Welt des „Schwarzen Auges“ in der Anthologie enthalten, die sowohl weit vor der heutigen Zeit als auch viele Jahre danach und in ganz Aventurien, im Güldenland oder sogar im Limbus zur Zeit des Sternenfalls spielen oder die Folgen dessen aufzeigen. Dabei finden sich auch Geschichten, die aus mehreren Teilen bestehen und innerhalb der Anthologie fortgesetzt werden. Auch die Seitenzahlen bewegen sich von wenigen Seiten mit einem kurzen Kniff bis zu recht ausführlichen Kurzgeschichten.

Es finden sich Geschichten zur Entscheidung der Menschen zwischen den Kriegsgöttern Shinxir und Rondra, eine Pratchett-ähnliche Erzählung um einen seltsamen Hexenzirkel, ein erneuter Besuch beim Rechtswahrer Geronius Bosko von der Garether Kriminal-Kammer (bekannt aus mehreren Erzählungen/Romanen von Stefan Schweikert), die Schilderung der Vernichtung des Charypteroth-Splitters durch den Horaskaiser Khadan-Horas persönlich, der Freiheitsdrang zweier Oger gegen ihre Ork-Schamanen oder die Versuchung eines jungen Mädchens, welches einmal die Zibilja bei ihrer Norbarden-Sippe werden soll.

Man liest vom al’anfanischen Botschafter in Gareth und dem Aufeinandertreffen mit einem unerwarteten Familienmitglied, von einem düsteren Ritual in der myranischen Metropole Dorinthapolis, dem Gespräch zwischen einem Schüler und Meister der Al’Gebra und Sternenbeobachtung in einer Nacht im südlichen Horasreich, dem Tag eines jungen Praiosgeweihten und seiner Erleuchtung beim Sternensturz, maraskanischen Umtrieben in Sinoda, dem Aufeinandertreffen eines Nivesen mit einer Dunkelelfin im ewigen Eis, den Qualen des vermutlich reichstes Mannes Aventuriens in der größten Stadt des Kontinents oder sogar dem Zwiegespräch zweier mächtigen Entitäten irgendwo im Limbus.

Der Leser erfährt schließlich weiter von der Zusammenarbeit einer Hexe und eines Druiden gegen einen Magier, den Folgen einer Belauschung des Heptarchen und Mechanis in Yol-Ghurmak, den Nachforschungen eines alten Obersts des Widderordens und seiner Reise durch das Bornland, den Gedanken der Borbarad-Prophetin Azaril Scharlachkraut, dem Kampf einer Gladiatorin in der Arena von Al’Anfa sowie die Geschichte eines Phex-Geweihten 70 Jahre nach dem Sternenfall, als er über das Belauschen zweier Götter berichtet.

Von Sternenleere und Inhaltsfülle

Mit der Anpassung des Layouts der 5. Edition ist man bei Ulisses auch bei den Romanen dazu übergegangen, das Layout und die Gestaltung des Covers anzupassen. Das soll alles etwas moderner wirken und sich von der bisherigen Edition abheben, wirkt aber durch die Gestaltung und Stil auch weniger wie „Das Schwarze Auge“, wie man es von bisherigen Editionen kannte und mehr schon wie eine amerikanisches Veröffentlichung. Für Neulinge in der Welt des „Schwarzen Auges“ oder seltene Leser ist ein kleiner Anhang beigefügt, der neben dem Glossar mit möglichen unbekannten Begriffen auch Maße, Gewichte, Währungen und Götterkurzbeschreibungen enthält. Noch besser wäre eine kleine, kurze Beschreibung der Welt oder gar eine Karte mit den Handlungsorten zur Übersicht gewesen.

Die einzelnen Beiträge reichen qualitativ – wie meist bei solchen Anthologien üblich – von sehr seichten und langweiligen bis zu wenigen ausgeklügelten und sehr spannenden Erzählungen. Positiv ist sicherlich die Auswahl und Streuung der Handlungsorte über ganz Aventurien und sogar darüber hinaus zu sehen, da somit deutlich wird, dass der Sternenregen die ganze Welt betrifft und Folgen für alle Kulturen sowie für mächtige wie einfache Leute hat.

Dazu zeigen die Geschichten auf, dass der Sternenfall anscheinend irgendwie mit dem Namenlosen Gott zu tun hat. Dieses wird mal mehr und mal weniger deutlich, wobei Neueinsteiger in der Welt des „Schwarzen Auges“ diese Hinweise vermutlich oft nicht erkennen werden. Ebenso geht es ihnen mit einzelnen Anspielungen oder Fortentwicklungen von Personen, die schon aus früheren Romanen und Abenteuern bekannt sind. Man benötigt dies nicht zum Verständnis der Geschichten, aber Leser mit diesem Hintergrundwissen werden hier ein stärkeres Leseerlebnis und mehr Spaß haben, wenn sie sehen, die Personen sich weiterentwickeln oder Neues erleben.

Fazit: Der Gesamteindruck fällt zwiespältig aus. Als Begleitband zum neuen Regelwerk funktioniert die Anthologie nur bedingt, da Neuspieler viele Hintergründe nicht verstehen werden. Auch langjährige Spieler des „Schwarzen Auges“ können mit manchen Geschichten sicherlich nur wenig anfangen. Viele Auflösungen funktionieren nur teilweise und lassen einen weniger überrascht als irritiert zurück. Andererseits scheinen spätere Änderungen in der Spielwelt hierdurch eingeleitet zu werden, und ein paar wenige richtig tolle Erzählungen sind auch dabei. Insgesamt sicherlich kein Muss, aber auch kein kompletter Fehlkauf.


Sternenleere (Das Schwarze Auge)
Rollenspiel-Roman
Eevie Demirtel (Hrsg.)
Ulisses 2015
ISBN: 3957521173
340 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 14,95

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