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Wunderland
Brettspiele, Familienspiele (allgemein) 30.04.13

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. In „Wunderland“ gilt es, verschiedene Orte der Karte zu bereisen und dadurch Missionen zu erfüllen. Ein überraschend kurzweiliges Vergnügen.

von  Lars Jeske

Das leichte Strategiespiel „Wunderland“ wurde von Dirk Hillebrecht erdacht. Für die 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren geht es darum, die auf der Karte befindlichen Orte zu bereisen. Siegpunkte gibt es dabei für das Erfüllen von Missionen oder das Sammeln von Ansichtskarten. Auch wenn einem das Cover nicht gefällt beziehungsweise die Kurzbeschreibung auf der Rückseite einen nicht übermäßig anspricht, dann sollte man einen zweiten Blick auf dieses Kleinod werfen.

Für den Titel stand die größte Modelleisenbahn der Welt Pate, das Miniatur-Wunderland in Hamburgs Speicherstadt. Demzufolge sind auch alle Graphiken von dort entnommen und das Spiel per se ist quasi „nur“ eine schöne Crosspromotion (nicht ganz zufällig liegt dem Spiel auch ein Flyer für das Miniatur-Wunderland bei). In diesem Sinne ist es sehr gut, dass die Spielkomponenten sprachneutral gestaltet sind und die Spielregeln sogar in 7 Sprachen vorliegen. Ein weiterer Pluspunkt ist der Umfang der Regeln. Nicht einmal 7 Seiten inklusive Beispielen und Bildern überfordern keinen, und man kann innerhalb von 10 Minuten aufbauen, Spielregeln lesen und sofort losspielen. (Ohne an dieser Stelle in etwas abgewandelter Form die Rede eines bayrischen Exministerpräsidenten zu bemühen.)

Jeder Spieler beginnt mit seinen 8 Spielsteinen (seinen Wunderländern) im fiktiven Knuffingen. Dorthin kehren diese nach ihrer Auftragserfüllung auch wieder zurück. Auf dem Spielbrett sind mit Bildern (und zur besseren Orientierung auch durchnummeriert) Orte dargestellt, welche miteinander verbunden sind. Wer an der Reihe ist, muss beliebig viele seiner Spielsteine von einem Ort zu einem anderen bewegen, der 1 bis 2 Schritte entfernt ist. So verteilen sich die Wunderländer über die Karte. Dieses Verteilen ist nötig, um die Missionen zu erfüllen, bei welchen man je nach Wertigkeit an 2 bis 4 Orten gleichzeitig vertreten sein muss. Wer eine seiner beiden Startmissionen erfüllt hat, legt diese offen, setzt seine entsprechenden Wunderländer wieder zurück nach Hause, bekommt Siegpunkte und zieht anschließend eine neue Mission. Das Spiel endet, wenn ein Spieler seine 5 Missionen erfüllt hat.

Nebenbei ist das Spielbrett auch in 8 Regionen aufgeteilt. In jeder der 7 um das Startgebiet herum gibt es ein Feld, auf welchem man sich Ansichtskarten holen kann. Diese bringen am Spielende Extrapunkte und sind oft das Zünglein an der Waage.

So weit, so gut. Was das Spiel jedoch abwechslungsreich macht, sind zum einen die Unvorhersagbarkeit der nächsten Mission und zum anderen die Option der gerade nicht aktiven Spieler, den aktiven mit einer beliebigen Anzahl an eigenen Spielfiguren bei dessen Bewegung zu begleiten. Hierbei spart man nämlich selber einen wertvollen Zug und ist in der Lage, die eigenen Missionen schneller zu erfüllen.

Dieses Mitreisen ist es, welches den Spielspaß ausmacht, und somit entfaltet sich die Idee des Spieles umso besser, je mehr Spieler daran teilnehmen. Dann wird es nämlich wirklich interaktiv und alle spielen fast schon gleichzeitig, ohne lange darauf warten zu müssen, wieder erneut am Zug zu sein. Dadurch ist die angegebene Spielzeit wirklich eine Obergrenze, 3 oder 4 Spieler sind nach spätestens 30 bis 40 Minuten mit einer Runde fertig, und oft will mehr als einer eine Revanche. Einmal davon gefangengenommen, ist der Wiederspielreiz enorm. Da man nicht großartig eine ideale Strategie entwickeln kann, mit der man jede Partie gewinnt, ist auch eine entsprechende Langzeitmotivation vorhanden. Denn das Spiel soll Spaß machen und tut es.

Der Inhalt des Spiels ist für die Packungsgröße sehr übersichtlich, geht aber in Ordnung, da es die  Standardschachtel für Spiele ist. Material und Optik sind annehmbar und vor allem zweckdienlich. Zum einen als Werbung für das Wunderland, zum anderen sind die Missionskarten intelligent gestaltet, sodass man schnell die zu erreichenden Orte findet. Ein rundum gelungenes Spiel, welches durch das Aufgreifen des Themas Zug oder Reise den unweigerlichen Vergleich mit „Zug um Zug“ oder „Thurn & Taxis“ nicht scheuen muss. Allerdings ist „Wunderland“ nicht so strategielastig und somit einfacher.

Wie immer steht und fällt das Glück bei derartigen Missionsspielen mit der Reihenfolge, in der man diese zieht. Im Gegensatz zu „Zug um Zug“ sind die Punkte pro Missionsart hier klar definiert (15, 20 oder 25 Punkte), je nachdem ob man 2, 3 oder sogar 4 Orte bereisen muss. Allerdings kann man Pech haben und bei den 5 Missionen nur kleine ziehen (und mehr als 5 Missionen darf man nicht). Dann muss man seine Strategie anpassen, was besondere Würze ins Spiel bringt. Wer hier gut bluffen kann – oder besser noch die Züge seiner Mitspieler richtig vorausahnt – ist klar im Vorteil.

Fazit: „Wunderland“ ist wieder einmal eines der Spiele bei denen man sich fragt, wieso man nicht selber darauf gekommen ist. Einfach, aber auch einfach gut. Selbst wenn einem das Thema Miniatur-Wunderland oder Eisenbahn nicht groß interessiert, kommt man hieran nicht vorbei. „Wunderland“ hat eine ansprechende Ausstattung, ist schnell zu erklären und zu erlernen. Des Weiteren ist es kurzweilig, hat kaum Downtime und einen sehr hohen Wiederspielreiz. Zusätzlich ist es Spielzeit überaus moderat und durch den ausgeglichenen Anteil von Glück und Strategie sehr familientauglich, ohne einen allzu großen Frustlevel und auch für Gelegenheitsspieler interessant. Für Vielspieler ist es ein lockeres Spiel zur Entspannung zwischendurch, was ihnen aber auch richtig Spaß bringen kann. Kurzum: Alles richtig gemacht. Für mich ist „Wunderland“ eine durchweg positive Überraschung des noch jungen Spielejahrgangs 2013.


Wunderland
Brettspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahren
Dirk Hillebrecht
Pegasus Spiele 2013
EAN: 4250231703928
Sprache: deutsch
Preis: EUR 29,95

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