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Das Cape 1969
Comics, Superhelden (allgemein) 03.05.14

Im Comic „Das Cape“ schildern Autor Jason Ciaramella und Zeichner Zach Howard nach einer Vorlage von Schriftsteller Joe Hill die Geschichte des im Leben gescheiterten Eric, der durch einen Umhang Superkräfte erlangt. „Das Cape 1969“ erzählt nun die Vorgeschichte zu diesem Comic.

von  Bastian Ludwig

Inhalt

Im Jahr 1969 wird der US-Militärarzt Captain Gordon Chase im Vietnamkrieg über feindlichem Gebiet abgeschossen. In den Händen des Kommandanten einer Vietcong-Zelle scheint ihm der Tod gewiss, als der Zauber eines seltsamen Schamanen dem Arzt eine übernatürliche Fähigkeit verleiht, mit der er der Gefangenschaft leicht entkommen könnte. Doch Chase nutzt seine neu gewonnene Superkraft nicht, um zu fliehen.

Besprechung

„Das Cape 1969“ ist ein Prequel zum Comic „Das Cape“, wiederum geschrieben von Autor Jason Ciaramella. War „Das Cape“ noch eine Adaption von Joe Hills Kurzgeschichte „The Cape“ aus dem Jahr 2005, gibt es dieses Mal keine direkte literarische Vorlage, stattdessen spinnt Ciaramella die Geschichte unter der künstlerischen Beratung Hills weiter. Hauptfigur ist dabei Captain Gordon Chase, Soldat im Vietnamkrieg des Jahres 1969 und der Vater des „Das Cape“-Protagonisten Eric.

Wie der Erstling ist „Das Cape 1969“ eine Mischung aus Superwesen-Originstory und Horrorgeschichte, die den Leser in ihrer ersten Hälfte in die Finsternis des Vietnamkrieges wirft. Zusammen mit Captain Chase durchqueren wir Feindesland, in dem hinter jeder Wegbiegung ein Vietcong-Trupp, hinter jedem Baum ein Scharfschütze lauern könnte. Eine beklemmende Atmosphäre, die Ciaramella da mit seinem Zeichner Nelson Daniel erschafft, der das Ganze in angemessene, wenn auch nicht überragende Bilder packt. Eine Atmosphäre, die noch dichter wird, wenn Chase in Gefangenschaft gerät und zum Überleben Dinge tun muss, die eigentlich gar nicht zu dem gutmütigen Arzt passen, der auch im Krieg lieber Menschen heilen möchte, als sie zu töten. Mit nur wenigen Seiten haben es die Macher bis zu dieser Stelle geschafft, diese Figur, die sich nichts anderes wünscht, als sicher nach Hause und in den Schoß der Familie zurückzukehren, plausibel und in ihrer Ambivalenz interessant zu gestalten.

Das ändert sich aber, als Chase einem seltsamen Schamanen begegnet und von diesem eine mächtige Superkraft erhält. Ich versuche jetzt bewusst, vage zu bleiben, um denjenigen, die „Das Cape“ oder „Das Cape 1969“ noch nicht gelesen haben, nicht zu viel zu spoilern. Soviel sei allerdings gesagt: Mit dem Erhalt der Superkraft geht auch ein massiver Charakterwandel von Captain Chase einher. Diese neue Version von Chase bestimmt die zweite Hälfte des Comics. Und hier beginnt mein Problem mit der Geschichte, das ich so ähnlich auch schon beim Vorgänger hatte, das hier aber noch viel ausgeprägter daherkommt.

Chases Charakterwandel vollzieht sich vollkommen fremdgesteuert, er ist dermaßen abrupt und vorher in der Figur nicht angelehnt, dass man ihn nur als Nebenwirkung der Superkraft verstehen kann. Die Geschichte befasst sich nun aber nicht etwa damit, dass Chase versucht, sich von dieser Fremdbestimmung zu lösen, einen inneren wie äußeren Kampf mit ihr auszutragen oder Ähnliches, sondern es wird schlicht geschildert, wie sich Chase unter dem Einfluss der Superkraft verhält. Dadurch verlieren wir aber völlig den Bezug zu der Figur, die nun kein Charakter mehr, sondern nur noch eine Marionette ist. Chase ist für seine Taten nicht mehr verantwortlich, für deren Konsequenzen ebenso wenig. Dadurch werden sie willkürlich, die Geschichte verliert ihr kausales Handlungsgerüst und verkommt so zu einer reinen Beschreibung von Ereignissen. Uns Lesern kann Chase dadurch vollkommen egal sein, denn wir können ihn nicht verurteilen für das, was er tut, wir können ihn dabei nicht anfeuern, wir können aber auch nicht darum bangen, dass er wieder zu sich selbst findet. Bestenfalls können wir ihn bemitleiden, aber das allein reicht nicht aus, um 40 Comicseiten zu tragen.

Da „Das Cape 1969“ ganz auf die Psyche seiner Hauptfigur hin konzipiert ist, bleibt dann auch nicht mehr viel Drumherum, das den Comic retten könnte, vor allem für diejenigen, die „Das Cape“ schon kennen, denn das Prequel erzählt – sieht man mal von der Herkunft der Superkraft ab – nichts, was der Vorgänger nicht auch schon erzählt hätte und zeigt auch keine Szenen, die man in dieser oder sogar noch interessanterer, weil kompromissloserer Form nicht schon dort gesehen hätte.

Fazit: „Das Cape 1969“ ist ein solide gezeichneter und in der ersten Hälfte gut erzählter Comic, der ab der Mitte seinen Hauptcharakter aufgibt und dadurch banal wird. Wer „Das Cape“ mochte, kann sich das Prequel angucken, muss aber darauf gefasst sein, dass es nicht an den Erstling herankommt, dessen Probleme teilt, sie aber noch weniger umschiffen kann und dabei kaum etwas Neues bietet. Wer schon „Das Cape“ schwach fand, kann „Das Cape 1969“ getrost links liegen lassen.


Das Cape 1969
Comic
Jason Ciaramella und Nelson Daniel, nach einer Kurzgeschichte von Joe Hill
Panini 2014
ISBN: 978-3-86201-799-7
104 S., Softcover, deutsch
Preis EUR 14,99

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