Pegasus Spiele OnlinePegasus Spiele ShopPegasus PressPegasus Spiele GmbHRingbote - das Online MagazinPegasus MediaPegasus Spiele SupportteamPegasus Spiele Kontakt
  
 

 
  
  
  







 

Cthuloide Welten #14 (II)
Rollenspiele, Call of Cthulhu / CoC, RPG-Magazine 19.10.08

Bei dem Magazin „Cthuloide Welten“ handelt es sich um das offizielle deutsche „Cthulhu“-Magazin aus dem Hause Pegasus. Die Ausgaben erscheinen halbjährlich und decken hauptsächlich die Interessensgebiete für „Cthulhu“-Rollenspieler ab. Aber auch weiterführende Artikel zum Cthulhu-Mythos, allgemeiner Horrorliteratur oder historischen „okkulten“ Begebenheiten und Einzelbiographien lassen sich in den Ausgaben finden.

von  Dominik Cenia

Die mir vorliegende 14. Ausgabe ist im April 2008 erschienen und kam damals zum ersten Mal mit einem Umfang von 144 Seiten daher. Seit Ausgabe 1 hat die Seitenzahl ständig zugenommen, ein Trend, der nur noch einmal den Erfolg des Magazins bescheinigen dürfte.

Doch was bieten die „Cthuloiden Welten“? Eine berechtigte Frage, denn durch das Internet mit seinen zahlreichen Phantastik-Foren, Blogs, Fazines und Fanseiten sollte man doch eigentlich auf die Schnelle mehr als genug neues Material rund um den Cthulhu-Mythos für die eigene Runde zur Hand haben. Wer braucht noch ein gedrucktes Magazin, wenn er sich dank „Google-Bildersuche“ schnell ein paar alte Fotos beschaffen oder per „Wikipedia“ schnell mal ein paar Fakten über die zwanziger Jahre nachlesen kann?

Genau mit dieser Fragestellung scheint sich auch die Redaktion der „Cthuloiden Welten“ beschäftigt zu haben. Und somit findet man in dem Magazin vor allem solche speziellen Themen, über die man bei einer „üblichen“ Internet-Recherche gar nicht erst gestolpert wäre – ganz einfach, weil sie einem gar nicht erst in den Sinn gekommen wären. Darüber hinaus genießen die „Cthuloiden Welten“ natürlich auch die exklusive Nähe zur deutschen „Cthulhu“-Redaktion von Pegasus Spiele. Und trotz der nur halbjährlichen Erscheinungsweise merkt man dem Magazin eine gewisse „Bevorzugug“ gegenüber den im Internet so üblichen „News-Quellen“ an. Hier plaudern die Redakteure in Interviews auch gerne mal aus dem Nähkästchen, oder es werden längst vergessene Schätze aus dem Hause „Chaosium“ im neuen Glanz aufpoliert und wiederbelebt. Das Magazin „Cthuloide Welten“ ist damit sowohl Quellen- und Abenteuerband sowie „offizielles Fanzine“ in einem.

Ausgabe 14. ist in der Hinsicht auch lesenswert, da sie eine überaus stichhaltige und interessante Kurzbiographie über H. P. Lovecraft selbst enthält. Ausgeschmückt mit ein paar, für mich völlig neuen Fotos aus Lovecrafts Kindheit, Jugend und Leben, bietet der Artikel einen gelungenen und schnellen Einblick in Lovecrafts Leben und Schaffen. Eine weitere entsprechende Kurzbiographie lässt sich noch zu Albert Einstein finden. Die Idee, dass dieses Genie auch mal in einer „Cthulhu“-Kampagne auftauchen könnte, ist mir bisher nie in den Sinn gekommen. Auf der anderen Seite liegt es aber durchaus nahe, dass ausgerechnet dieser Physiker in den Zeiten „wiederkehrender Sternengötter“ durchaus nützliches Wissen parrat haben könnte. Wer sich als Spielleiter also die Zeit nimmt, derartige „historische“ Begegnungen in seine Runde mit einzubauen, wird seine Spieler bestimmt auf das ein oder andere Mal überraschen können.

In vier weiteren Artikeln „Starry Wisdom“, „Der Orden der Illuminaten“, „Das Handwerkszeug des Okkultisten“ und „Spuk im Gemäuer“ werden diverse, für „Cthulhu“ übliche Themen, Begebenheiten, Schauplätze oder Geheimkulte aufgegriffen und weiter erläutert. Die zum größten Teil historisch orientierten Artikel erweckten bei mir ein wenig den Eindruck, dass ich hier auch eine Ausgabe der „P. M.“ vor mir liegen haben könnte. Alle Artikel werden jedoch durch einige spielrelevante Informationen ergänzt, sodass sich für das Rollenspiel schon so einiges an Nutzen aus den Artikeln ziehen lässt.

Es folgt das Abenteuer „World Jump Day“ für „Cthulhu Now“, wobei es sich eher um eine lose Abenteueridee mit ein paar Vorschlägen und Anregungen handelt. Um hier etwas Spielbares rauszuziehen, ist noch eines an Eigenarbeit durch den Spielleiter gefragt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das Konzept gut aufgehen könnte (mehr möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten).

Das nachfolgende Interview mit „Cthulhu“-Autor Peer Kröger ist informativ und umfassend. Hier gibt es nichts zu bemängeln oder hervorzuheben. Ich lese gerne solche Artikel über die „Hintermänner des deutschen Cthulhus“, da sie einem einfach auch mal die Gelegenheit bieten, ein wenig in den „Redaktionsalltag“ reinzuschnuppern.

Im offiziellen „Cthulhu“-Forum von Pegasus Spiele mittlerweile heiß diskutiert ist der Artikel von Thomas Michalski. Hier greift der Autor gezielt die „Grundfesten“ des „Basic Role-Playing“ (BRP) von Chaosium an und stellt gewisse Grundmechanismen in Frage (in diesem Fall die Attribute). Meiner Ansicht nach nicht immer ganz objektiv, bewertet der Autor die einzelnen Attribute sowie deren abgeleitete Attribute. Mag der Autor auch recht haben, dass im Prinzip nicht alle Attribute im „Cthulhu“-Rollenspiel die gleiche Wichtigkeit haben, so sollte er auch nicht vergessen, dass das BRP eigentlich ein universelles Regelsystem ist. Je nach Setting bleibt da wohl immer der ein oder andere Wert auf der Strecke oder die einzelnen Gewichtungen verlagern sich ein wenig. Entsprechend der Argumente des Autors könnte ich auf Anhieb einige Gegenbeispiele bringen, warum das Attribut „Größe“ zum Beispiel gerade nicht eines der unwichtigsten ist. Wer „Elric“ oder „Stormbringer“, aber auch „RuneQuest“, gespielt hat, weiß, dass in diesen Settings das besagte Attribut häufig eine größere Rolle spielt („Glück“ und „Idee“ aber dafür zum Beispiel weniger wichtig sind). Was bleibt, ist also wohl der Versuch, aus dem Regelsystem für sein eigenes Setting das Beste herauszuziehen und Schwerpunkte zu setzen. Ganze Prinzipien dabei jedoch umzuschreiben, halte ich für übertrieben. Allerdings zählt als oberste Regel natürlich immer: Die Regeln sind nicht das Wichtigste! Jeder kann in seiner Runde machen, was er will! :-)

Der letzte Artikel des Magazinteils (denn gut die Hälfte des Heftes wird von dem Abenteuer „Das verlorene Bataillon“ eingenommen) trägt den Titel „Es müssen nicht immer Kämpfe sein“. Mir ist nicht so ganz klar, was der Autor mir mit seinem Artikel sagen will. Marcus Johanus schreibt viel über die „Natur eines Konfliktes“, über die Arten, wie sie entstehen oder dargestellt werden können. Wieder mal wird eine Lanze gebrochen, dass Kämpfe und physische Konfliktsituationen in „Cthulhu“ „eher selten vorkommen“ sollten. Oder dass es bei „Cthulhu“ „in der Regel auch gar nicht erwünscht“ ist, Konflikte mit Kämpfen auszutragen. Gerade dieser (und beispielsweise bei den „Blutschwertern“ heftig diskutierten) in meinen Augen „typisch deutschen Cthulhu-Rollenspieler Haltung“ kann ich mich nicht anschließen. Aber ähnlich wie beim „Pulp“, handelt es sich dabei wohl einfach um eine der klassischen Strömungen, wie „Cthulhu“ eben (vor allem hier in Deutschland) gerne gespielt wird. Meine Welt ist das nicht so ganz, aber natürlich hat auch dieser Weg so seine Berechtigung.

Insgesamt redet Marcus Johanus viel um den heißen Brei herum, gibt ein paar Tipps und Andeutungen wie „gute“ Konflikte (wohlgemerkt „nicht-physische“) auszusehen haben, oder wirft die Fragen nach verschiedenen „Konfliktebenen“ auf (Innerer/äußerer Konflikt, Charakter/Spieler Konflikt usw.). Das wirkt leider alles ziemlich geschwollen und enthält bei genauerer Betrachtung auch nichts, was nicht schon im „Spielleiter-Handbuch“ eingangs zur Genüge behandelt wurde. Von daher erteile ich zumindest diesem Artikel eine klare Absage von meiner Seite aus.

Bei dem abschließenden Abenteuer „Das verlorene Bataillon“ (immerhin von Seite 91 bis 144) handelt es sich um eine Übersetzung und Neuaufbereitung des Abenteuers „No Man’s Land“ von Chaosium aus dem Jahr 1998. Die Spieler schlüpfen in die Rolle einer Gruppe amerikanischer Frontsoldaten im großen Krieg (I. Weltkrieg). Das Abenteuer stellt eine passende Ergänzung zu dem Quellenbuch „Niemandsland – Grabenkrieg & Heimatfront“ von Pegasus Spiele dar. Da die Handlung 1918 spielt, werden wohl die meisten Charaktere zeitlich nicht mehr in das Abenteuer passen. Es empfiehlt sich von daher, eine komplett neue Truppe junger Soldaten zu erschaffen, oder auf die vorgefertigten und gut ausgearbeiteten Charaktere im Anhang des Abenteuers zurückzugreifen.

Das Abenteuer ist toll bebildert und macht vom Lesen her einen guten und spannenden Eindruck. Manche Ideen im Vorfeld sind vielleicht etwas überzogen. Zitat: „Wenn nur irgendwie machbar, sollte dieses Szenario an einem eher kalten Ort gespielt werden. […] und wenn man fühlbare Kälte in die Spielumgebung einbringt, kommt das Rollenspiel gleich viel flotter (Anm. d. Redaktion: Achja…???) in Fluss.“ Nun – das glaube ich eher weniger. :-)

Fazit: Das Magazin „Cthuloide Welten“ gefällt mir. Es schafft einen guten Mittelweg zwischen rollenspielrelevanten Informationen, interessanten geschichtlichen Artikeln und Themen, die zur Kontroverse einladen. Und dass man für den Preis von gerademal 8,95 Euro auch noch gleich ein komplettes Abenteuer dazubekommt, macht die Anschaffung mehr als lohnenswert. Für „Nichtrollenspieler“ vielleicht nicht durchgehend interessant, aber auf der anderen Seite auch eine gute Möglichkeit, mal ins „Cthulhu-Rollenspiel“ reinzuschnuppern.


Cthuloide Welten #14
Offizielles Magazin für H. P. Lovecrafts Cthulhu
Frank Heller (Hrsg.)
Pegasus Spiele 2008
ISSN: 1610-5362
150 S., Softcover, A4, deutsch
Preis: EUR 8,95

bei pegasus.de bestellen

Artikel zum Weiterlesen

Cthuloide Welten #14 - 16.06.08
Niemandsland: Grabenkrieg & Heimatfront - 14.01.08


< zurück zu Ringbote Artikel


 
 





28.03.17
Star Wars: Destiny
Kartenspiele
28.03.17
Trigan 05: Eroberungspläne
Trigan
27.03.17
Das Schwarze Auge Regelwerk: 5. Edition
Das Schwarze Auge (DSA) 5
25.03.17
Star Trek Prometheus 3: Ins Herz des Chaos
Bücher zu Filmen / Serien, Science-Fiction
25.03.17
Winterwelt 02: Die Gestrandeten
Winterwelt
24.03.17
Winter der Toten: Die lange Nacht
Horror (allgemein)
23.03.17
Star Trek Prometheus 2: Der Ursprung allen Zorns
Bücher zu Filmen / Serien, Science-Fiction
19.03.17
Schwarzer Kreuzzug: Die Chronik des Blutes
Warhammer 40.000
18.03.17
Gruselkabinett 112: Der Ebenholzrahmen
Hörspiele
12.03.17
Dungeon Roll – Zurück in den Dungeon
Kartenspiele
11.03.17
Flash Anthologie – 75 Jahre Abenteuer im Zeitraffer
Superhelden (allgemein)
09.03.17
Spass Wars 2
Star Wars
09.03.17
Blutige Geschäfte
Shadowrun 5
08.03.17
Gruselkabinett 95: Die Falle
Hörspiele
03.03.17
First Class – Unterwegs im Orient Express
Familienspiele (allgemein)