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VORSTELLUNG: Deutsche Lovecraft Gesellschaft e. V.
Artikel/Interview 20.12.16

Howard Philipps Lovecraft ist aus der modernen Populärkultur kaum wegzudenken. Der 1937 verstorbene Schriftsteller gilt als einer der weltweit einflussreichsten Autoren im Bereich der phantastischen und anspruchsvollen Horrorliteratur. Sein Werk umfasst einige längere Erzählungen aber auch zahlreiche Kurzgeschichten, die von seinem Freund und Nachlassverwalter August Derleth geordnet, katalogisiert und mit dem heute sehr bekannten „Cthulhu-Mythos“ betitelt wurden. Nicht nur zahllose Autoren eiferten seitdem dem Mann aus Providence nach – auch in vielen Filmen, Bildern oder Musikstücken ist der Einfluss Lovecrafts spürbar.

von  André Frenzer

Im Jahr 2014 nun haben sich in Deutschland Fans des Werkes Lovecrafts zusammengetan und einen Verein gegründet, dessen erklärtes Ziel es ist, Lovecrafts Werk zu verbreiten und zu unterstützen. So beschreibt sich die „Deutsche Lovecraft Gesellschaft“ auf ihrer Homepage als „die kulturelle Gemeinschaft aller Personen, die sich, in welcher Form auch immer, für das Werk des Autors H.P. Lovecraft interessieren. Hierbei geht es um seine Geschichten und deren Figuren einerseits und um deren kulturelle Nutzung in Rollenspielen, Filmen, Brettspielen usw. andererseits.“

Die „Deutsche Lovecraft Gesellschaft“ unterstützt dabei als gemeinnütziger Verein die verschiedensten Projekte: so wurde zum Beispiel die für das Rollenspiel „Cthulhu“ erschienene Fanzeitschrift „Cthulhus Ruf“ zwischenzeitlich als Vereinsmagazin von der dLG vertrieben. Aber auch das ambitionierte Filmprojekt „Die Traumlande“ des Regisseurs Huan Vu oder die moderne Bilderadaption zu „The Colour out of Space“ von Andreas Hartung durften sich bereits über die Unterstützung des Vereins freuen.

Der Ringbote konnte Volker Rattel, den ersten Vorsitzenden der dLG, für ein Interview gewinnen.

Ringbote: Volker, meinen herzlichsten Dank, dass Du Dir Zeit für dieses Interview nimmst. Erzähl uns vielleicht zunächst ein wenig von Dir. Wie bist Du zum Thema „Lovecraft gekommen“?

Volker Rattel: Ich bin durch das „Cthulhu“-Rollenspiel in den 1990ern zu Lovecraft gekommen, wenngleich damals weniger die Literatur im Vordergrund stand, sondern vielmehr das eigentliche Rollenspiel(system) mit dem Mythos und den sich daraus ergebenden spannenden Abenteuern. Das war so ganz anders, als bei „D&D“, „MERS“ und „Midgard“ und hat mich nicht mehr losgelassen. Auch das zu dieser Zeit erhältliche Computerspiel „Alone in the Dark“ war ja sehr vom Mythos inspiriert, und ich erinnere mich noch an die toll aufgemachte Zeitung, die als Handout dem Spiel beilag.

Etwas später habe ich dann natürlich auch die Geschichten hinter dem Mythos gelesen und entdecke immer noch nach all den Jahren neue und spannende Elemente. So haben mich insbesondere die Traumlande (Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath) vor einigen Jahren wieder so richtig gefesselt. Aber auch über Lovecraft hinaus gibt es viel zu ergründen, wie beispielsweise Clark Ashton Smith und seine Hyperborea-Geschichten mit dem Magier Eibon eindrucksvoll zeigen.

Ringbote: An welchen cthuloiden Projekten hast Du bislang mitgewirkt?

VR: Hinsichtlich cthuloider Projekte habe das Glück, in einer langjährigen Rollenspielgruppe zu spielleiten und aus diesem Umstand heraus, sowie den zahlreichen gespielten Abenteuern und Systemen, sind einige Spielhilfen und Materialien entstanden, die ich einfach mal zu solchen Projekten zählen würde. Egal ob nun „Cthulhu“, „Realms of Cthulhu“, „GURPS Horror“ oder seit Neuestem „Delta Green“, zu vielen der meist englischen Systeme sind Schnellstartregeln entstanden oder andere Hilfen für die geneigten Spieler/innen meiner Gruppe, ursprünglich aus dem Antrieb heraus, den Umstieg auf „das nächste tolle neue System (tm)“ etwas leichter zu gestalten.

Den Schritt in Richtung Arbeit am offiziellen Produkt habe ich mit dem Erscheinen der 7. Edition von „Cthulhu“ vollzogen, deren Rezeption mir damals (Ende 2015) irgendwie so merkwürdig ruhig erschien. Da ich mich sehr für diese neue Version des Regelwerks begeistern konnte und das Chaosium-Original bereits bespielt hatte, konnte ich zu den beiden im Grundregelwerk enthaltenen Abenteuern das eine oder andere Element beisteuern. Seitdem bin ich als Lektor für verschiedene „Cthulhu“-Publikationen von Pegasus tätig. Außerdem habe ich es noch geschafft, einen Artikel für „Cthulhus Ruf“ zu schreiben, bevor dieses Projekt mit Ausgabe #10 eingestellt worden ist.

Ringbote: Erzähl uns doch bitte ein wenig von der „Deutschen Lovecraft Gesellschaft“. Kannst Du uns etwas zur Geschichte des Vereins sagen?

VR: Die „Deutsche Lovecraft Gesellschaft“ habe ich das erste Mal auf der Cthulhu-Convention anRUFung 2015 wahrgenommen. Dabei wurde damals der Verein noch gar nicht offensiv beworben. Allerdings waren die handelnden Personen, die auch hinter der „Cthulhus Ruf“ standen, sowohl Veranstalter der anRUFung, als eben auch in weiten Teilen Gründungsmitglieder des damals noch ganz neuen Vereins. Da in der Vereinsmitgliedschaft auch die Ausgaben der damaligen „Cthulhus Ruf“ enthalten waren und ich von der Con restlos begeistert war, bin ich natürlich sofort Mitglied geworden.

In der darauf folgenden Zeit ist der Verein weiter angewachsen und hat sich explizit zum Ziel gesetzt, allen Facetten rund um H.P. Lovecraft ein Dach zu sein, unter dem sich Interessierte austauschen und vernetzen können. So sind neben den reinen Rollenspielern auch die Literaten, die Filmfans, die Brettspieler, etc. dazugestoßen und haben der dLG ihren eigenen Stempel aufgedrückt.

Anfang bis Mitte 2016 gab es dann eine Phase, die man vielleicht am Besten mit einer notwendigen Neuausrichtung oder dem Aufbrechen der gewachsenen Strukturen bezeichnen könnte. Aus dem ehemals in Gründung befindlichen Verein war eine Organisation mit fast 150 Mitgliedern geworden, die neben Cons auch Podiumsdiskussionen, Künstlerförderungen und ein eigenes Nachfolgemagazin zum eingestellten „Cthulhus Ruf“ namens „Lovecrafter“ auf der Agenda hatte. Ich glaube, diese Entwicklung kam für viele unerwartet und hat besagte Neustrukturierung des Vereins notwendig gemacht.

Derzeit arbeite ich mit Vorstandskollege Marc Meiburg, einem der Großen Alten, daran, die Strukturen im Verein auszuprägen, damit Themen wie der „Lovecrafter“, die anRUFung, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr nur auf den Schultern von einigen wenigen ruhen, sondern breit im Verein verankert sind. Und ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg.

Ringbote: Lovecrafts Werk ist gerade in der Populärkultur nicht unbekannt. Sicher gibt es auch hierzulande viele Fans des Schriftstellers aus Providence. Wie kann man Mitglied der dLG werden? Und welche Vorteile und Pflichten ergeben sich aus der Mitgliedschaft?

VR: Mitglied in der Deutschen Lovecraft Gesellschaft kann jeder werden, der volljährig ist. Der reguläre Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf 30,00 Euro im Jahr. Familienmitglieder oder Lebenspartner zahlen ermäßigt 10,00 Euro. Im regulären Beitrag ist der Bezug der Vereinszeitung „Lovercrafter“ enthalten, die derzeit auf zwei Ausgaben pro Jahr geplant wird. Daneben stehen jedem Mitglied insbesondere unser Forum und natürlich auch die dLG Stammtischtreffen in den einzelnen Bundesländern zur Verfügung, um sich auszutauschen und gleichgesinnte Lovecraft-Fans zu treffen. Weiterhin ermöglicht jedes Mitglied durch seinen Beitrag, dass der Verein das kulturelle Erbe von HPL & Co. fördern kann. So steht im nächsten Jahr mit der anRUFung 2017 die Nachfolgeveranstaltung zur Deutschen Cthulhu Con an. Ein Projekt, was die dLG in Eigenregie plant und durchführt und ohne den Verein nicht stattgefunden würde.

Ringbote: Welche Projekte unterstützt die dLG gerade? Und wie sieht diese Unterstützung aus?

VR: Die dLG hat im Jahr 2016 viele spannende Förderprojekte begleitet. So unterstützen wir den Podcast der „Arkham Insiders“ von Mirko Stauch und Axel Weiß, die über das Leben und das Werk von Lovecraft in beeindruckend umfassender Art und Weise berichten. Autor und Regisseur Huan Vu erhielt Unterstützung für sein Filmprojekt „Die Traumlande“, auf dessen Fertigstellung ich schon wahnsinnig gespannt bin.

Zusammen auf einer Podiumsveranstaltung über Cthulhu in Literatur und Popkultur konnte Phillip Hermann sein von der dLG gefördertes Projekt „Encyclopaedia Necronomica“ präsentieren, dessen Design und Optik äußerst ansprechend geworden ist. Schließlich wurde ebenfalls der Comiczeichner und Illustrator Andreas Hartung mit seinem Projekt Lovecraft Picture Show „The Colour out of Space“ unterstützt, das die Aspekte Bild und Musik in einem ganz eigenen Stil zusammenbringt und daraus die bekannte Geschichte von Lovecraft neu interpretiert.

Ringbote: Wie können sich ambitionierte Autoren, Regisseure oder andere Künstler an Euch wenden, um Unterstützung zu erhalten?

VR: Am einfachsten ist die Kontaktaufnahme über unsere Webseite. Wir haben hier mit Christina Wessel eigens eine Ansprechpartnerin, die sich diesen Dingen widmet. Wir freuen uns auf alle Projekte, die sich dem Erbe von H.P. Lovecraft und dem, was ihm folgte, widmen möchten und hoffen tatkräftige Unterstützung leisten zu können.

Ringbote: Danke, dass Du Dir die Zeit für diese Zeilen genommen hast. Möchtest Du den Ringbotenlesern noch etwas mit auf den Weg geben?

VR: Ebenfalls vielen Dank für die Gelegenheit über die dLG zu plaudern. Ich kann alle Leser des Ringboten nur herzlich einladen, sich bei Interesse einmal auf unserer Webseite umzuschauen und gerne den Kontakt per Forum oder Stammtisch zu suchen. Der Verein lebt von der Vielfalt der Interessen seiner Mitglieder und ob Rollenspieler, Literaturliebhaber oder Kinogänger: Lovecraft gibt genügend Stoff her, damit alle sich einbringen können.

In diesem Sinne ein fröhliches Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

Wer nun gerne mehr über die „Deutsche Lovecraft Gesellschaft“ erfahren möchte, dem kann geholfen werden:


Links:

Homepage der Deutschen Lovecraft Gesellschaft

 

Forum der Deutschen Lovecraft Gesellschaft

 

Homepage der Convention „AnRUFung“


Artikel zum Weiterlesen

Cthulhu-Grundregelwerk - 05.12.15
Arkham Horror - 14.04.06


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