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INTERVIEW: Mirko Bader über "HeXXen 1733"
Artikel/Interview 14.04.17

Im Jahr 2014 veröffentlichte Mirko Bader sein selbst geschriebenes Rollenspiel „HeXXen 1730“ im Internet (wir berichteten ausführlich). Bereits kurz darauf konnte er vermelden, dass der Verlag Ulisses Spiele Interesse an „HeXXen“ geäußert hatte. Seither gehen die Arbeiten an der Nachfolgeversion „HeXXen 1733“ stetig voran. Zeit, Mirko ein weiteres Mal auf den Zahn zu fühlen.

von  Mirko Bader und André Frenzer

Ringbote: Mirko, meinen herzlichsten Dank, dass du dir die Zeit für die Beantwortung einiger Fragen zu „HeXXen 1733“ nimmst. Zuletzt haben wir uns vor fast drei Jahren miteinander unterhalten, als du gerade „HeXXen 1730“ als freien PDF-Download veröffentlicht hattest. Wie geht es dir? Macht dir die intensive Beschäftigung mit „HeXXen“ nach wie vor Freude?

Mirko Bader: Freude, na klar! Aber auch viel Arbeit. Gerade, wenn es ins Detail geht, sind doch enorm viele Dinge zu berücksichtigen, an die ich beim Hobbyprodukt „HeXXen 1730“ nicht mal zu denken gewagt habe. Das beginnt bei der exakten Ausformulierung von Regelpassagen bis hin zur graphischen Umsetzung. Der Hauptunterschied zu damals ist jedoch, dass ich inzwischen hauptberuflich für Ulisses arbeite, wo ja „HeXXen 1733“ erscheinen wird. Dadurch wird auch „HeXXen“ ein ganzes Stück professioneller, und ich profitiere von der Nähe von echten Experten in der Rollenspiel-Szene, aber auch vielen kreativen Köpfen, die sich mit „HeXXen“ befassen.

Ringbote: Bereits auf der RPC 2015 wurden die ersten, offiziellen Testrunden von „HeXXen 1733“ veranstaltet. Damals hattest du bereits erste Stolpersteine in den Regeln erkannt. Kannst du uns verraten, wie sehr sich das Regelwerk in den letzten Jahren verändert hat? Finden sich „HeXXen 1730“-Spieler noch zurecht, oder hat es einschneidende Veränderungen gegeben?

MB: Es hat schon einige Veränderungen gegeben, aber die meisten hatten das Ziel, das System noch schneller, schlanker und stabiler zu machen. „HeXXen“-Veteranen werden sich immer noch problemlos zurechtfinden, zumal sich an den Grundprinzipien (Würfelpool, Ressourcenmanagement, Fokus auf Spielerinteraktionen) nichts geändert hat. Einige Veränderungen gehen auf den Betatest zurück, den wir im September durchführten. Im direkten Gespräch mit den Testern wurde uns erst klar, wie „HeXXen 1733“ beschaffen sein sollte, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen (darunter auch Neulinge). Einigen Testern waren beispielsweise Kämpfe immer noch zu aufwändig und zu langsam – also haben wir hart daran gearbeitet, Ballast zu entfernen und uns auf das Wesentlichste zu konzentrieren. Ein Beispiel: In „HeXXen 1730“ musste man seine Ressourcenpunkte bei Kampfstart auswürfeln. Das hat bereits viel Zeit verbraucht. Bei „HeXXen 1733“ hat man hingegen eine feste Zahl an Ressourcen, die man in Form von Markern oder Pokerchips auf dem Charakterbogen stapelt, sodass man bei Kampfbeginn direkt loslegen kann.

Ringbote:
Besonders interessant ist natürlich, ob es in den sehr ausgeklügelten Kampfregeln Weiterentwicklungen gegeben hat. „HeXXen 1730“ war ja verhältnismäßig taktisch geprägt mit dem engen Zusammenspiel verschiedener Jägerklassen und war doch locker und „cineastisch“ genug, um „Popcorn-Rollenspiel“ zu fördern. Wie verhält es sich damit bei „HeXXen 1733“?

MB:
Das wird sogar noch besser! Nach wie vor werden die Spielercharaktere (jetzt Jäger genannt) gegen mächtige Gegner antreten und sie nur durch kluge Interaktionen und taktisches Geschick besiegen können. Absprachen unter den Spielern sind entscheidend! Und nach wie vor wird der Verlust von Lebenspunkten nicht die schlimmste aller Einschränkungen sein. Anhaltende Effekte wie Malusstufen, Lähmungsstufen, innere oder äußere Schadensstufen stellen die Jäger vor weitere Herausforderungen. Aber es gibt auch eine ganz neue taktische Ebene, die so genannten Bandengegner. Das sind Gegner, die in großen Scharen vorkommen, die man aber mit bestimmten Kräften schnell dezimieren kann. Die Spieler müssen sich nun abstimmen, wer die Bandengegner in Schach hält, während sie gleichzeitig den Hauptfeind zu besiegen versuchen. Die Bandengegner sind indessen simpel zu führen; der Spielleiter würfelt ihre Angriffe nicht aus, stattdessen erzeugt jeder Bandengegner eine feste Zahl von Angriffserfolgen. Der Spielleiter muss diese Heerscharen also gar nicht steuern, sondern kann sich bequem auf seinen Hauptgegner konzentrieren. Dieses Prinzip ist schnell, cinematisch und (an dieser Stelle schlägt mein Gamer-Herz höher) man kann damit so ziemlich jedes Action-Computerspiel oder MMO simulieren.

Ringbote: Wie viel Arbeit hast du mittlerweile in den Hintergrund von „HeXXen“ gesteckt? „HeXXen 1730“ kam ja noch mit recht wenigen Seiten ausgearbeiteten Hintergrunds aus.

MB: Mit jedem Abenteuer, das ich in den vergangenen Monaten verfasst habe, wächst der Hintergrund der Spielwelt ein Stück weiter. Hinzu kommt, dass für „HeXXen 1733“ insgesamt zehn ikonische Charaktere erschaffen wurden, die man auch als Archetypen spielen kann. Sämtliche Fluff- und Hintergrundtexte im Buch der Regeln, wie auch in den anderen geplanten Publikationen, beziehen sich auf diese Charaktere. Es gibt viele kurze Geschichten, die die „HeXXen“-Welt aus Sicht dieser Charaktere beschreiben; so sollte der Spieler viel intensiver den Flair und die Stimmung der „HeXXen“-Welt erleben können, als wenn man nur Herrscher, Staaten und Gesellschaften beschreiben würde. Natürlich wird es im Buch der Regeln auch eine kurze Beschreibung von „HeXXen“-Europa, eine Zeitliste der vergangenen Jahrzehnte und eine Zusammenfassung von Gesellschaften und Bünden geben – doch das ist alles Wissen, das auch ein Spielercharakter haben könnte. Die Geheimnisse der „HeXXen“-Welt verraten wir erst in späteren Publikationen, die dann eher für Spielleiter ausgerichtet sind.

Ringbote: Wie sieht der Publikationsplan für „HeXXen 1733“ aus? Wird es Bücher oder Boxen geben? Werdet ihr den Hintergrund des Settings über Abenteuer- und Kampagnenbände erschließen, oder wird es gesonderte Quellenbände geben?

MB: Nach aktuellem Stand sind sowohl Bücher als auch Boxen geplant – aber hier halten wir uns Änderungen vor. Die Bücher sollen in erster Linie allgemeingültige Regeln beinhalten. Immer, wenn es um Spielmaterial geht, werden Boxen bevorzugt. Die haben den Vorteil, dass man sie mit zusätzlichem Material füllen kann, wie z.B. Figurenplättchen, Markern, Landkarten, Handouts, Charakterbögen u.s.w. Ein Teil der Strategie zielt darauf ab, es dem Spielleiter möglichst einfach zu machen. So soll jeder Quellenband durch ein fertiges Abenteuer oder eine größere Kampagne begleitet werden. Das ist natürlich für jene Spielleiter interessant, die wenig Zeit haben, um sich selbst Abenteuer auszudenken oder große Vorbereitungen zu treffen. Darüber hinaus wollen wir auch die Spieler nicht vernachlässigen, denn immerhin kann man in „HeXXen“ wirklich coole Charaktere spielen. So soll es Begleitbücher für Spieler zu aktuellen Themen geben. Wenn z.B. eine Box zum Thema Dämonen herauskommt, wird zusätzlich ein Spielerband angeboten, in dem beschrieben wird, wie man Dämonenjäger spielt – oder einen Besessenen.

Ringbote: „HeXXen 1730“ verwendete viele historische Bilder und Holzschnitte zur grafischen Gestaltung. Wie sieht es mit der Weiterentwicklung „HeXXen 1733“ aus? Gibt es neue Illustrationen? 

MB: Was die Grafik angeht, sind wir in den vergangenen Wochen große Schritte voraus gekommen. Kurz: Es wird richtig düster und dreckig! Unsere Grafiker sind gerade mit Feuereifer dabei, das neue Grafik-Layout zu entwerfen. Und soviel sei verraten: Es wird ein echter Hingucker! Inwiefern alte Stiche oder Gemälde in dieses Konzept passen, müssen wir noch austüfteln. Es wird aber auch neue Illustrationen geben. Die zu besorgen, ist aber nicht so einfach, denn wir müssen schauen, dass wir geeignete Künstler finden, die sich für das Projekt begeistern lassen. Und die sich zumindest rudimentär mit Kleidung und Stil des 17./18. Jahrhunderts auskennen. „HeXXen 1733“ wird sich aber in Fall optisch vom Vorgänger abheben – und um Klassen besser aussehen.

Ringbote: Das klingt alles nach einer Menge Arbeit. Ist bereits abzusehen, wann die Spieler mit einer ersten Veröffentlichung rechnen dürfen?

MB: Zunächst einmal steht das Crowdfunding auf dem Programm. Das soll (grob gesagt) Mitte 2017 stattfinden. Und es wird nicht nur das Regelbuch umfassen, sondern schon eine ganze Menge Zusatzmaterial, um direkt in die Welt von „HeXXen 1733“ einsteigen zu können. Lasst euch überraschen! Hierbei wird sich dann natürlich auch zeigen, wie gut „HeXXen 1733“ ankommt – immerhin reden wir hier von einem (fast) komplett neuen Spiel, das sich erst noch behaupten muss.

Ringbote: Mirko, Danke für deine Zeit und die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude mit „HeXXen“!

MB: Die habe ich ganz bestimmt! Danke!


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