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Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Jugendroman zum Film
Romane, Bücher zu Filmen / Serien, Science-Fiction 16.06.16

Vor einem halben Jahr kam wohl einer der am sehnsüchtigsten erwarteten Filme des letzten Jahrzehnts in die Kinos: „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“. Noch am Premierenabend schlugen die Wellen im Fandom hoch. Während die einen ihn als Rückkehr von „Star Wars“ zu den alten Tugenden anpriesen, schmähten die anderen ihn als einfallslose Nacherzählung von „Episode IV – Eine neue Hoffnung“, garniert mit ein paar Highlights aus den anderen Teilen der klassischen Trilogie. Vor allem aber wurde dem Film vorgeworfen, viele Fragen offen zu lassen. Kann der Jugendroman ein paar von ihnen beantworten?

von  Ye Olde Jedi-Master

So ein Roman zum Film ist auf den ersten Blick eigentlich ein furchtbar unnötiges Produkt. Ich meine, wenn ich die Geschichte des Films erfahren möchte, schaue ich den Film, oder nicht? Warum sollte ich mir stattdessen das abgetippte Drehbuch zu Gemüte führen? Nun, drei Gründe mögen dafür sprechen.

1) Ich bin noch nicht alt genug, um den Film zu schauen. Das kann man bei „Das Erwachen der Macht“ wohl getrost vergessen. Zwar wurde der Film mit der Einstufung FSK 12 freigegeben, aber neuerdings bedeutet das ja, dass Kinder ab 6 den Film dennoch sehen dürfen, wenn ein Erwachsener dabei ist. Es dürfte also kaum ein Kind gegeben haben, dass imstande ist, einen Jugendroman zu lesen, aber nicht ins Kino gehen durfte. Einzig als Vorlesebuch für die ganz jungen Padawane wäre dieser Punkt valide.

2) Ich erhoffe mir ein Mehr durch ergänzte Szenen an Geschichte. Hier punktet der Roman nur zu Beginn ganz kurz. Es gibt eine zusätzliche Szene in einem Trainingssimulator der Sturmtruppen, offensichtlich dazu gedacht, die Kameradschaft zwischen den Weißhelmen zu unterstreichen. Außerdem zauderte Rey etwas länger, ob sie nicht doch den ihr zugelaufenen Droiden BB-8 an Unkar Plutt verkaufen sollte. Ansonsten folgt der Jugendroman recht hektisch dem Drehbuch, mitunter sogar kürzer angebunden, als es die Filmhandlung war. Viel nimmt man daraus nicht an Bonus-Content mit.

3) Ich wünsche mir Antworten auf Fragen, die sich mir im Film gestellt haben. Hier hätte der Roman seine Stärken ausspielen können, denn „Das Erwachen der Macht“ war voller „Hä?“-Momente. Beispielsweise hätte mich doch sehr interessiert, warum es keine Flotte der Republik gibt, die gegen die Erste Ordnung kämpft, warum Leia Organa mit einer Truppe Rebellen und einem Dutzend X-Flüglern einmal mehr auf einem Waldplaneten hockt und wie zur Hölle man von Takodana aus, wo Finn, Rey, Han und Chewie kurz Pause machen, die Zerstörung des Hosnian-Systems und der Hauptwelt der Republik via Hyperraum-Energiegeschoss beobachten kann. Um es kurz zu machen: Michael Kogge hat auch keine Ahnung. Er erklärt nichts von all dem. Tatsächlich laviert er so unbeholfen um die letzte Frage herum, das man deutlich merkt, wie unlogisch ihm das selbst vorkam – und wie wenig es ihm möglich war, diesen Plotfehler im Roman zu beheben.

Damit bleibt unterm Strich ein Roman zum Film, der eigentlich keine wirkliche Daseinsberechtigung hat, es sei denn, man ist tatsächlich ein Sammler dieser etwas eigenwilligen Gattung von Printprodukt. Und ich muss ja gestehen: Ich mag diese Art von Büchern tatsächlich. Rational erklären kann ich das nicht, aber gerade die alten, inhaltlich kein bisschen ergiebigeren Taschenbücher zu Filmen wie „Zurück in die Zukunft“, „Terminator 2“ oder eben „Krieg der Sterne“ fand und finde ich phantastisch. Vor allem wenn der Roman noch Farbtafeln aus dem Film aufwies, war ich früher hin und weg. In diesem Punkt vermag der vorliegende Roman dann doch noch ein bisschen was gut zu machen. Die 16 farbigen Fotoseiten sind hervorragend gelungen und lassen den Film vor dem geistigen Auge plastisch noch einmal auferstehen.

Fazit: Eigentlich sind Filmromane fast immer eher unnütz. Dieser hier ist rein inhaltlich keine Ausnahme. Von ein paar kurzen Momenten abgesehen, wird in großer Hast und ohne viele Zusatzmomente oder -informationen die Handlung von „Das Erwachen der Macht“ nacherzählt. Da kann man eigentlich auch den Film schauen. Einzig als Liebhaberobjekt vermag er mit seinem ausführlichen Fotoseitenblock in der Mitte des Buchs zu punkten. Und möglicherweise hilft er jungen Padawanen, denen die Filmhandlung zu hektisch war, das Ganze noch einmal in Ruhe nachzulesen.


Star Wars: Das Erwachen der Macht – Der Jugendroman zum Film
Film/Serien-Roman
Michael Kogge
Panini Books 2016
ISBN: 978-3-8332-3026-4
192 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 9,99

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