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Camel Up Cards
Kartenspiele 09.01.17

Inzwischen ist es absoluter Standard, ein Spiel des Jahres nicht nur mit mehr oder wenig sinnvollen Erweiterungen zur versorgen, sondern es auch als Karten- und/oder Würfel-Spiel einer Zweitverwertung zuzuführen. Nichts anderes ist „Camel Up Cards“, die Kartenspiel-Variante des Preisträgers aus dem Jahr 2014. Mal sehen, ob sich das als würdiger Nachwuchs des turbulenten Kamelrennens entpuppt.

von  Michael Wilhelm

Die handliche Schachtel mit einer dem Original ganz ähnlichen und ebenso witzigen Cover-Illustration ist prall gefüllt mit über 100 Karten, 7 farbigen Holzfiguren und einer zweisprachigen Spielanleitung (in Englisch und Deutsch). Würfel finden sich dafür gar keine, was den wesentlichen Unterschied zum Original darstellt. Waren die farbigen Würfel im Brettspiel-Sieger von 2014 noch der Motor für die Kamelbewegung, so wird diese Rolle im Kartenspiel von, natürlich, Karten erfüllt. Durch die Karten kommt auch ein spannender Deckbuilding-Mechanismus ins Spiel, der sich deutlich vom durch die Würfel bedingten zufälligen Renntempo der Brettspiel-Kamele unterscheidet.

Neben den bekannten 5 farbigen Kamelen finden sich in der Schachtel eine Fuchs- und eine Palmenfigur. Der Fuchs entspricht der Fata Morgana aus dem Grundspiel und verlangsamt die Kamele, die Palme entspricht der beschleunigenden Oase.

Zu Spielbeginn wird zunächst mit Streckenkarten eine je nach Teilnehmer-Zahl unterschiedlich lange Rennstrecke ausgelegt. Dann werden Etappen- und Final-Wettkarten ausgelegt. Punkte gibt es für den Etappen-Sieger, das Kamel im Etappen-Mittelfeld, und wie beim Original im Finale für das „tolle Kamel“ (den Sieger) und das „olle Kamel“ (den Letzten). Auch die Karten sind wieder mit witzigen, karikaturartigen Illustrationen versehen.

Der Motor des Spiels sind die 30 Renn-Karten, 6 je Kamel-Farbe. Abhängig von der Spielerzahl erhält zu Rundenbeginn jeder Spieler davon 5 (im Spiel zu sechst) bis 12 (im Spiel zu zweit). Davon wandern 2 bis 5 auf den Ablagestapel, 2 bis 6 in den gemeinsamen Spielstapel und eine bleibt auf der Hand, sodass am Ende ein Rennstapel von 10 bis 12 Karten übrig bleibt. Das Startgeld von 3 Pfund wird mit Geldkarten markiert. Die Geldkarten gibt es als 9/10-Karte (mit je einem Wert pro Seite) und als 1-8-Karte mit den Werten 1 bis 4 an den Kanten auf einer Seite, und 5 bis 8 auf der anderen Seite, sodass je nach Ausrichtung und Kombination jeder beliebige Wert elegant dargestellt werden kann.

Reihum werden nun Strecken- und Wettaktionen durchgeführt, bis das Etappenende durch Aufbrauchen des Rennstapels erreicht wird. Als Streckenaktionen gelten das Spielen einer Karte vom Stapel (was die Fortbewegung eines Kamels oder Kamelstapels verursacht), das Ausspielen der auf der Hand behaltenen Rennkarte oder das Setzen von Fuchs oder Palme. Wettaktionen sind das Aufnahmen einer Etappen- oder Final-Wettkarte. Am Ende jeder Etappe gibt es eine Etappen-Wertung, und nach Erreichen des Zieles (üblicherweise nach 2 bis 4 Etappen) eine Final-Wertung.

Bei der Kamelbewegung ist wie im Original wieder wichtig, dass immer die als Kameltürme gestapelten Kamele abhängig von der gespielten Karte bewegt werden. Sitzen drei aufeinander und soll das unterste bewegt werden, wandert der ganze Stapel. Wird eines durch den Fuchs zurückgejagt, wandert es unter den Stapel auf dem Feld dahinter.

So kann es schnell passieren, dass mit wenigen Aktionen die Reihenfolge ordentlich durcheinander gewirbelt wird. Auch wird nach jeder Etappe die Strecke verkürzt, falls zwischen den Kamelen zu viele Felder Abstand sind. So ist auch bei scheinbar entschiedenem Rennen ein Comeback aus den hinteren Rängen genauso möglich wie eine Schlappe des Favoriten.

Das turbulente Kamelrennen des Brettspieles wurde hervorragend auf das Medium Kartenspiel übertragen, wobei es dem Autor gleichzeitig gelungen ist, durch den Deckbuilding-Mechanismus eine eigenständige, neue Spielerfahrung zu schaffen. Anders als in „konventionellen“ Rennspielen soll auch beim Kartenspiel nicht das „eigene“ Kamel schnell ins Ziel gebracht werden, vielmehr soll durch geschicktes Kartenwählen und Wetten auf Platzierungen an Etappenende und Finale Geld verdient werden. Sieger ist nämlich, wer am Ende das meiste Geld angehäuft hat, unabhängig davon, welches Kamel als erstes das Ziel erreicht hat.

Natürlich kann man versuchen, einen Favoriten schnell ins Ziel zu bringen und gleichzeitig darauf zu wetten, doch ein zu offensichtliches Vorgehen ruft die Mitspieler auf den Plan. Und da mit zunehmender Spielerzahl das Rennen immer weniger beeinflussbar wird, ist da schnell jeder gute Plan zunichte. Wie das Originalspiel auch, verliert „Camel Up Cards“ jedoch nicht automatisch mit steigender Spielerzahl (und damit zunehmendem Chaos) an Charme. Wenn keiner der Mitspieler durch zu viel ernsthaften Ehrgeiz die Stimmung stört, wird das Kartenspiel sogar zum echten Party-Spiel. Am schwächsten ist das Spiel allerdings (wie auch das Brettspiel) zu zweit, da dann beide Spieler kurz vor jedem Etappenende einfach nur möglichst viele Wettkarten raffen.

Fazit: „Camel Up Cards“ ist ein spannendes und unterhaltsames Rennspiel für die ganze Familie. Mit steigender Spielerzahl und zunehmendem Chaos-Faktor wird es sogar witziger. Die Kartenspiel-Umsetzung des Spiel des Jahres 2014 ist hervorragend gelungen und bietet außerdem einen interessanten neuen Renn-Mechanismus, der es nicht nur als handlicheren Ersatz des Originals spielenswert macht.


Camel Up Cards
Kartenspiel für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren
Steffen Bogen
Pegasus Spiele 2016
EAN: 4250231709869
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 12,95

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