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Rialto
Brettspiele, Familienspiele (allgemein) 18.08.13

Venedig ist berühmt für seine Brücken und Gondeln, die das Prestige der einzelnen Stadtteile maßgeblich prägen. Das Gebiet Rialto zählte in der Historie zu den bedeutendsten Handelsplätzen der Stadt, nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Rialtobrücke. In dem Brettspiel „Rialto“ übernehmen die Spieler die Rolle venezianischer Adliger, die ihre Kontrahenten in Macht und Einfluss übertreffen wollen. Es geht um Mehrheiten in den wichtigsten Stadtteilen Venedigs, deren Bedeutung mit entsprechend prestigeträchtigen Brücken steigt, und um möglichst prunkvolle Gebäude, die alle Bauwerke der Kontrahenten in den Schatten stellen.

von  Oliver Adam

„Rialto“ ist ein Brettspiel für zwei bis fünf Spieler, das in einer Spielzeit von rund 60 Minuten gespielt werden kann. Das Spielmaterial ist sehr ansprechend gestaltet. So fängt das Cover die Atmosphäre Venedigs sehr schön ein und auch der Spielplan und die Karten kommen sehr gut an. Leider ist die Siegpunktleiste am Rande des Spielplans etwas zu dunkel geraten, so dass eine exakte Abschätzung der Felder schwierig ist. Das Problem hat man bei Pegasus erkannt und wird hier bei der kommenden zweiten Druckauflage nachjustieren. Die Anleitung ist sehr klar und schlüssig, so dass hier keine Fragen offen bleiben.

Zu Beginn des Spieles bekommt jeder Spieler auf seinem Tableau ein Startkapital in Form von Ratsherren, einem Gebäude und Gold. Alle anderen Marker werden sortiert und auf den davor vorgesehenen Feldern des Spielplans platziert. Der Spielplan zeigt die sechs Stadtteile Venedigs, und zufällig wird durch Marker die Rundenabfolge bestimmt. Diese geben an, in welcher Reihenfolge die Stadtteile gespielt werden. Eine Stadtteilfigur zeigt im Spiel an, in welchem Stadtteil die Runde stattfindet. Jede der sechs Runden besteht aus drei Phasen.

In der ersten Phase werden offene Kartenreihen aus sechs Karten auf dem Tisch ausgelegt, immer eine Reihe mehr als Spieler vorhanden sind. Jeder Spieler nimmt sich eine Reihe, zieht zwei Karten vom verdeckten Nachziehstapel und wirft wieder eine beliebige Karte ab. Damit hat jeder Spieler sieben Karten auf der Hand, deren Zusammensetzung teilweise planbar ist. Selbstverständlich haben die Mitspieler dadurch aber auch einen gewissen Eindruck davon, welche Karten der Gegenspieler auf der Hand hat. Mithilfe verschiedener Gebäude kann sich das Kartenlimit auch erhöhen. Als Kartensymbole gibt es Gold, Gebäude, Doge, Brücke, Gondel, Ratsherr und Joker.

In der zweiten Phase werden die Karten in sechs Abschnitten ausgespielt, und das in einer vorgegebenen Reihenfolge. Abhängig von der Anzahl der ausgespielten Karten erhalten die Spieler Aktionen und der Spieler mit der Mehrheit an Karten verschafft sich einen Bonus.

Im Abschnitt „Doge“ können nur Dogenkarten ausgespielt werden und für jede ausgespielte Karte rückt der Spieler einen Schritt auf der Dogenleiste voran. Der Spieler mit der Mehrheit sogar ein zusätzliches Feld. Dies kann wichtig sein, da die Platzierung auf der Dogenleiste die Spielerreihenfolge beim Ziehen der Karten in Phase eins bestimmt. Die Karten „Gold“ verschaffen den Spielern Goldplättchen, mit den Karten „Gebäude“ haben die Spieler die Möglichkeit Bauwerke zu kaufen. Die Karten „Brücke“ verschaffen Siegpunkte und der Spieler mit der größten Anzahl ausgespielter Karten darf ein Brückenplättchen zwischen zwei Stadtgebiete auslegen. Dies ist von großer Bedeutung, da dadurch der Wert der Stadtteile gesteigert werden kann und dadurch mehr Siegpunkte zu erzielen sind. Mit den „Gondel“-Karten erwerben die Spieler zusätzliche Ratsherren in den Vorrat und der Spieler mit den meisten Karten darf ein Gondelplättchen mitsamt einem zusätzlichen Ratsherren legen. Die Karten „Ratsherren“ schließlich erlauben dem Spieler, Ratsherren in den aktuell umkämpften Stadtteil zu setzen. In der dritten Phase werden noch einige Gebäudekarten aktiviert, die zusätzliche Vorteile verschaffen können.

Nach sechs Runden endet das Spiel mit der Abrechnung: In jedem Stadtteil wird eine Mehrheitswertung durchgeführt, wobei die Anzahl der Ratsherren über die Rangfolge entscheidet. Der Wert eines Stadtteils ergibt sich durch die Summe der Werte aller an den Stadtteil angrenzenden Brücken- und Gondelplättchen. Der Sieger erhält die vollen Punkte, der Zweitplatzierte die Hälfte, der Drittplatzierte die Hälfte vom Zweitplatzierten. Zusätzlich gibt es noch Punkte für Gebäude, Gold und Ratsherren im Vorrat.

Für „Rialto“ sprechen die einfachen und schnell erlernbaren Regeln, die knackige Spieldauer von rund 60 Minuten sowie die ständige Interaktion. Gleichzeitig ist „Rialto“ auch ein einfaches Spiel, von dem man nicht zu viel Spieltiefe erwarten darf und dessen taktische und strategische Möglichkeiten überschaubar bleiben. So hatten die Vielspieler nach zwei bis drei Testrunden den Eindruck „alles gesehen zu haben“. Zwar spricht die Spielanleitung von zwei bis fünf Spielern und liefert zudem noch Zusatzregeln für das Spiel zu zweit, wirklich Spaß macht „Rialto“ aber nur ab vier Spielern.

Fazit: „Rialto“ ist ein schnell erlernbares Mehrheitenspiel mit hohem Interaktionsanteil und schönen Spielkomponenten, das erst ab vier Spielern richtig Spaß macht. Eine geringe Spieltiefe und eingeschränkte taktische Möglichkeiten könnten Vielspieler abschrecken, die das Spiel vor dem Kauf antesten sollten.


Rialto
Brettspiel für 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren
Stefan Feld
Pegasus Spiele 2013
EAN: 4250231704222
Sprache: Deutsch/Englisch
Preis: EUR 34,95

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