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Spider Wars 1: Dunkelheit in Flammen
Romane, Science-Fiction 19.11.15

Der kriegsversehrte Captain Abraham Idaho Cleveland bekommt vor seiner Pensionierung eine letzte Mission erteilt. Er soll die Demontage einer ausgedienten Station überwachen. Es ist der Auftakt zu einer wahren Höllenfahrt …

von  Andreas Loos

Gut tausend Jahre in der Zukunft kämpft die Menschheit einen verzweifelten Kampf gegen die Spinnen, eine unerbittliche Maschinenintelligenz. Einer, der in der vordersten Front mit seinen Schiffen gegen die Spinnen kämpfte, war Captain Ida Cleveland, bis zu dem schicksalhaften Tag, an dem er während seines größten Triumphes sein Bein verlor. Ausgestattet mit einer Roboterprothese und geplagt von einer Menge psychischem Ballast, bleibt dem Helden nur die vorzeitige Pensionierung. Die Demontage der Forschungsstation Coast City, die um einen unheimlichen Stern kreist, ist sein letzter Auftrag.

Auf der Station schlägt Ida unverhohlene Feindseligkeit entgegen. Besonders die gelangweilten Marines der Station haben es auf ihn abgesehen. Der scheue Kommandant der Station ist nicht zu finden. Und die Station leidet unter ständigen Störungen, die von dem Stern, den sie umkreist, zu stammen scheinen. Die Besatzung misstraut dem Fremden, der immer wieder von seinen Erlebnissen im Einsatz erzählt. Nur, dass diese Ereignisse sich nirgendwo belegen lassen. Idas größter Sieg scheint nur in seinem Kopf zu existieren. Lediglich die Ärztin Izanami scheint ihm zu glauben.

Die Geschichte, die sich hier entspinnt, erinnert von der Ausgangslage ein wenig an Stanislaw Lems „Solaris“. Hier jedoch wird der Leser vor allem mit Militärjargon konfrontiert. Alle Besatzungsmitglieder gehören der Flotte an. Das Wort „Flotte“ wird auch inflationär verwendet. Alles Mögliche wird als U-Klasse bezeichnet, sei es die Raumstation Coast City, ein einfaches Shuttle oder auch nur ein Raumanzug. Das empfand ich ein wenig anstrengend. Eine militarisierte Gesellschaft ist im Science-Fiction-Genre nun kein wirkliches Novum. Die Angehörigen der Station tun ihre Pflicht trotz der widrigen Umstände, was immer wieder betont wird. Harte SciFi ist hier nicht zu erwarten. Verschiedene gängige Begriffe des Genres werden ohne weitere Erklärung verwendet. Hier ist mehr Space Opera und Horror angesagt.

Auch die Geschichte ist für den Leser nur sehr vage gehalten, der Autor lässt den Helden – und auch den Leser – lange im Dunkeln tappen. Adam Christopher gelingt es in der gelungenen Übersetzung von Claudia Kern, die mit der Reihe „Homo Sapiens 404“ einen eigenen Beitrag zu SciFi-Horror-Genre beigesteuert hat, das von sich aus schon unheimliche Setting einer halb verlassenen und demontierten Raumstation am Allerwertesten des Universums noch unheimlicher zu gestalten. Es sind die üblichen Zutaten des Genres: kalte, dunkle Gänge, gespenstische Geräusche und unheilvolle Schatten in einem isolierten Setting, aus dem es kein Entkommen gibt. Auch wenn der Protagonist von den Ereignissen getrieben wird und sich mehr schlecht als recht buchstäblich durch die Handlung schleppt, wirkt der alte Haudegen durchaus sympathisch. Gegen Ende wird die Handlung zusehends vorhersehbar und war für meinen Geschmack schon wieder etwas zu konventionell und mit ein paar unnötigen Klischees zu viel gespickt, die mich eher gestört haben. Als Schockelemente konnten diese Stilmittel mich nicht recht überzeugen.

Fazit: „Dunkelheit in Flammen“ ist gekonnt in Szene gesetzter SciFi-Horror. Der Autor hat aus den für das Genre üblichen Zutaten einen handwerklich gut gelungenen Roman geschaffen. Die Geschichte weist genug memorable Momente auf, die den Roman länger im Gedächtnis haften lassen. Die passenden Stimmungen von Isolation, Schrecken und Grauen werden sehr gut vermittelt. Der Hintergrund wirkte auf mich leider ein wenig zu ungenau. Auch eine Militärdiktatur sollte entsprechend ausgearbeitet sein. Stattdessen bleibt alles sehr vage gehalten. Wichtige Informationen erhält man oft nur in Nebensätzen, für die Lesepause zwischendurch ist der Roman meiner Meinung nach weniger geeignet. Auf weitere Bücher des Autors bin ich gespannt.


Spider Wars 1: Dunkelheit in Flammen
Science-Fiction-Roman
Adam Christopher
Crosscult 2015
ISBN: 9783864254345
397 S., Paperback, deutsch
Preis: EUR 16,80
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