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Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 1
DVDs 04.12.14

Es hat ja eine Weile gedauert, aber so langsam ist „Doctor Who“ auch in Deutschland angekommen. Im Fernsehen hat die Serie ihre Heimat beim Pay-TV-Sender Fox gefunden, und nachdem die aktuellen Staffeln hierzulande inzwischen regelmäßig auf Silberling veröffentlicht werden, geschieht dies nun auch mit älteren Episoden.

von  Bastian Ludwig

„Doctor Who“ hat in Deutschland in den letzten Jahren eine recht bewegte Veröffentlichungsgeschichte durchgemacht. Wer aber glaubt, dass diese erst 2008 mit dem kurzen Stelldichein des Time Lords auf ProSieben begann, der ist vielleicht überrascht zu hören, dass der Sender RTL plus schon im Jahr 1989 die Abenteuer des siebten Doktors in synchronisierter Fassung in die deutschen Wohnzimmer brachte. In einem perfekten Beispiel von schlechtem Timing geschah dies leider just zu dem Zeitpunkt, als der Science-Fiction-Klassiker in Großbritannien nach über 25 Jahren – wie wir heute wissen, vorläufig – eingestellt wurde. Ein paar Staffeln des sechsten Doktors liefen dann beim noch jungen Sender VOX, damit war aber auch der kurze erste Auftritt des zeitreisenden Abenteurers in Deutschland vorbei.

Diesen Umständen ist es also zu verdanken, dass einige der alten „Who“-Staffeln in deutscher Synchronisation vorliegen. Und genau diese Staffeln hat sich nun der Verleih Pandastorm Pictures gesichert. Die Veröffentlichung beginnt dabei mit Staffel 24, den ersten Folgen von Doktor Nummero Sieben, gespielt von Sylvester McCoy, der gegenwärtig vor einem großen Publikum in den „Hobbit“-Filmen den Zauberer Radagast geben darf.

Der Darsteller legt den Doktor in seiner ersten Staffel als energiegeladenen Clown mit einer ordentlichen Portion Slapstick an, was nicht zuletzt mit McCoys Herkunft aus dem Kinderfernsehen zu tun hat. Bei den damaligen Fans führte das zu heftiger Kritik, gerade in einer Zeit nach Matt Smith, dessen Version des Time Lords deutliche Ähnlichkeiten zum frühen siebten Doktor aufweist, sind Albernheit und ausladende Körperbewegungen aber eine bekannte Nuance der Figur und sollten den heutigen Zuschauer zumindest nicht völlig irritieren. Überraschender ist da schon eher, dass der siebte Doktor im Vergleich zu seinen aktuelleren Inkarnationen geradezu passiv wirkt, oft ein Beobachter des Geschehens um sich herum ist, der einer brenzligen Situation auch gerne mal aus dem Weg gehen würde, statt sich immer wieder kopfüber ins Abenteuer zu stürzen. Insgesamt eine spannende Variante dieser Figur.

Die Staffel umfasst insgesamt 14 Episoden, wobei gesagt werden muss, dass „Doctor Who“ seine Geschichten früher stets als Mehrteiler präsentierte. In diesem Fall werden uns deswegen vier Storys geboten. „Terror auf Lakertia“, ist dabei eine unspektakuläre Geschichte mit der Rani, einer Time Lady, als Gegenspielerin, die darauf zugeschnitten ist, dem Zuschauer mit dem neuen Doktor bekannt zu machen. Skurril wird es, wenn der Doktor und seine Begleiterin Mel in „Der Fluch des Kroagnon“ in eine Gated Community mit einer seltsamen Gesellschaftsordnung und noch seltsameren Bewohnern geraten. Es folgt der ebenso lächerliche wie langweilige Dreiteiler „Delta und die Bannermänner“, bevor es in „Das Feuer des Drachen“ auf eine hübsch ausgestattete Schatzsuche unter der Oberfläche eines Eisplaneten geht.

Insgesamt zeichnen sich die Episoden der 24. Staffel nicht durch clevere Geschichten oder sonderlich interessante Gegenspieler aus, mit Ausnahme von „Delta und die Bannermänner“ unterhalten die Abenteuer aber mit fantasievoller Ausstattung, viel Action, den humoristischen Einlagen des neuen Doktors und einer Portion Wahnsinn, bei der man sich ein ums andere Mal fragt, ob das wirklich Ernst gemeint sein kann. Inhaltlich ist das alles kein großer Wurf, aber allemal unterhaltsam.

Während die aktuellen „Who“-Episoden oft zum optisch Hübschesten gehören, was das Special-Effect-Fernsehen im Moment zu bieten hat, waren die alten Folgen – wie letztlich das gesamte britische Sci-Fi-TV der damaligen Zeit – nie wirklich auf der Höhe der Zeit. Vergleicht man die Staffel aber nicht gerade mit „Star Trek – The Next Generation“, das im gleichen Jahr startete und wohl die aufwendigste Science-Fiction-Serie der 80er Jahre war, dann wirkt „Doctor Who“ zwar drollig, hat aber ein Produktionsniveau, mit dem es sich nicht zu schämen braucht. Die Masken sehen vielleicht etwas zu sehr nach Gummi aus, die Sets ein bisschen zu deutlich nach Pressspan und Plastik, das alles ist aber so bunt und mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass es auch jenseits des nostalgischen Charmes durchaus Schauwerte bietet.

Die deutsche Synchronisation ist ein zweischneidiges Schwert. Die Abenteuer des siebten Doktors zeichnen sich durch eine sehr lockere und an Wortspielen reiche Sprache aus. Im Deutschen wird diese gerne mal glattgebügelt, auf der anderen Seite werden Passagen, die auf Englisch eher nüchtern daherkommen, mit Humor angereichert, sodass die deutsche Version unterm Strich ebenso aus der Hüfte geschossen daherkommt, wie das Original. Einige Eindeutschungen werden dem Zuschauer, der nur die gegenwärtigen Staffeln kennt, etwas ungewöhnlich vorkommen, etwa wenn aus einem Time Lord ein „Zeitwanderer“ wird, aber das ist ja kein Fehler, sondern der Zeit der Synchronisation geschuldet und letztlich Geschmackssache. Wirklich unpräzise wird die Übertragung eigentlich nur hin und wieder bei den wissenschaftlichen Begriffen, wenn aus einem „meteor consisting of strange matter“ plötzlich ein „Meteor mit einer seltsamen Zusammensetzung“ wird. Auch wird serienspezifisches Vokabular gerne mal ignoriert oder so verfälscht, dass es mit der Serienmythologie nichts mehr zu tun hat. Da wird aus „I have regenerated“ ein „Ich bin nicht mehr ganz ich selbst“, und will der Doktor im Original überprüfen, ob seine Begleiterin Mel nicht doch eine getarnte Time Lady ist, indem er ihren für die Bewohner von Gallifrey typischen, doppelten Puls fühlt, fragt er sie im Deutschen stattdessen nach ihrem Pass. Unterm Strich ist die Übersetzung aber wirklich gelungen und sie schafft es, die Energie des siebten Doktors ins Deutsche zu übertragen.

Großartig sind die satten fünf Stunden Bonusmaterial, durch die man einen tiefen Blick hinter die Kulissen bekommt. Da finden sich Jahre später produzierte Making Ofs, die dank der retrospektiven Herangehensweise meist ehrlicher und interessanter sind als das übliche PR-Gerede, aber auch zeitgenössisches Material wie etwa Auftritte der Darsteller in Fernsehsendungen anlässlich der Erstausstrahlung der Staffel. Dazu natürlich Audiokommentare und was man sich sonst noch von DVD-Extras wünscht.

Fazit: Die 24. Staffel von „Doctor Who“ zeigt die Serie nicht auf dem Höhepunkt ihrer Qualität, erfreut aber mit einem gut aufgelegten Sylvester McCoy in der Hauptrolle, der bunten Ausstattung und Geschichten mit einem Hang zum Wahnsinn. Wer „Doctor Who“ nicht kennt, wird durch diese Folgen wahrscheinlich nicht zum Fan, wer schon Fan ist, wird aber gut unterhalten. Und für Komplettisten oder Who-Fans, die wissen wollen, wie ihre Serie früher aussah, ist die Box sowieso ein Muss.


Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 1
GB 1987
Regie: Andrew Morgan, Nicholas Mallett, Chris Clough
Darsteller: Sylvester McCoy (Der Doctor), Bonnie Langford (Mel) u. a.

Vertrieb: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 28.11.2014

Laufzeit: 14 Folgen à 25 Min. plus 328 Min. Zusatzmaterial
Bildformat: 1,33:1 / 4:3
Tonformat: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Englisch
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren

Bonusmaterial: Booklet, Featurettes: Am Abgrund, Achterbahn, Interviews, Continuity, uvm., Deleted & Extended Scenes, Bildergalerien, Audiokommentare, Infotext, uvm.

Preis: EUR 30,99

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