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DSA - Splitterdämmerung 1: Salon der Schatten
Romane, Bücher zu RPGs, Fantasy, Rollenspiele, Das Schwarze Auge (DSA) 5 04.01.17

Viele der Heptarchen sind bereits bezwungen, ihrer Splitter beraubt und diese vernichtet. Doch Leonardo, der wahnsinnige Mechanicus treibt seine unheilvollen Pläne in Yol-Ghurmak voran, um die Welt zu verändern. In Vinsalt aber trifft sich der Salon der Schatten, ein geheimer Zusammenschluss mächtiger und skrupelloser Schwarzmagier, um einen Plan gegen den letzten bekannten Heptarchen zu schmieden, wie dieser vernichtet werden kann. Mit der Vinsalter Königin der Unterwelt, Niam von Bosparan, und dem Brabaker Nekromanten Pôlberra sowie weiteren düsteren Zauberern bildet sich ein zweifelhafter Bund, der plötzlich aber selbst bedroht wird und einem unbekannten Feind entgegentreten muss.

von  Ansgar Imme

Der Zweiteiler zur „Splitterdämmerung“ von Michael Masberg war ursprünglich als Abenteuer im Rahmen des „Splitterdämmerungs-Zyklus“ geplant, welcher im Rahmen der vierten Edition des Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ erscheinen sollte. Doch der Autor Martin John konnte durch private Verpflichtungen eine Fertigstellung noch vor Veröffentlichung der fünften Edition nicht garantieren, sodass der Ulisses Verlag zum Bedauern vieler Spieler entschied, das Abenteuer zu streichen. Als „Ersatz“ wurde der Roman-Zweiteiler von Michael Masberg angekündigt, dessen erster Teil jetzt vorliegt. Der 1982 geborene Autor ist – vor allem beim Rollenspiel – in den letzten Jahren der produktivste Schreiber bei „DSA“ gewesen und hat unzählige Abenteuer, Beiträge zu Anthologien sowie Spielhilfen beigesteuert.

Zum Inhalt

1039 nach Bosparans Fall: Die Heptarchen sind fast alle vernichtet, ihre Splitter vor dem Zugriff Sterblicher in Sicherheit gebracht. Kurz nach dem großen Sternenfall, der in ganz Aventurien zu sehen war, findet sich in Vinsalt eine Geheimgesellschaft zusammen, die sich Salon der Schatten nennt und aus düsteren, einflussreichen und oft gewissenlosen Schwarzmagiern besteht.

Aus den Perspektiven des Gossenmagiers Gorodez Sgirra, der Chimärologin Laila Chirasir aus Selem und des Geisterbeschwörers Arestes de Torreano nimmt man als Leser an den Geschehnissen teil. Die Verwandlungsmagierin Laila, eine Schülerin der Verhüllten Meisterin Sefira von Selem, schließt sich dabei unter der Lüge der Vertretung ihrer Meisterin dem Salon der Schatten an, um sich ihrer Meisterin zu beweisen und ihre eigene Macht zu vergrößern. Gorodez ruft die Geheimgesellschaft zusammen, der sich jedoch außer den drei schon genannten nur der Leichen- und Dämonenbeschwörer Pôlberra aus Brabak und die König der Unterwelt Vinsalts, Niam von Bosparan, anschließen, während andere namhafte Mitglieder durch Abwesenheit glänzen.

Der Gossenmagier berichtet von einem Geheimauftrag, der ihn für Niam in die Dämonenschmiede Yol-Ghurmak führte. Dort fand er heraus, dass der Heptarch und Meistermechanicus Leonardo von Havena an einer Weltenmaschine baut, die das Chaos auf die Welt loslassen wird. Doch wie sich herausstellt, ist ein wichtiger Teil zur Fertigstellung des Apparates direkt in Vinsalt zu finden, sodass Gorodez vorschlägt, dieses letzte Teil zu entwenden und somit gegen den Heptarchen zu verwenden. Als Verbündeten hat er dazu einen Diener Leonardos befreit und mit nach Vinsalt gebracht.

So sehr sich die anderen zunächst sträuben, willigen sie schließlich doch ein, gegen den Heptarchen vorzugehen. Und so nehmen Gorodez und Laila es zunächst in die Hand, das fehlende Teil zu beschaffen, welches sie mitten in das Herz einer ihrer größten Widersacher führt. Unterdessen schmiedet Arestes jedoch noch ganz andere Pläne, um seine Macht zu vergrößern und andere Mächtige zu stürzen. Während Laila sich auf eine gefährliche Mission begibt, treibt Arestes seine Pläne weiter voran und wagt es sogar, die mächtige Niam aufzusuchen und auszuhorchen. Als sich jedoch ein Verbündeter gegen einen der Magier wendet und auch Laila enttarnt zu werden droht, scheint der Plan zu scheitern, ehe er richtig begonnen hat.

Wie sich Masberg dieses Mal schlägt

Seit einigen Bänden hat der Ulisses Verlag die Außengestaltung etwas geändert: Das Cover nimmt die ganze vordere Seite des Einbandes ein und wird durch Schmuckecken verziert. Auch wenn die verletzte und zaubernde Magierin (die vermutlich Niam von Bosparan darstellen soll) vor dem Hintergrund eines Kanals durch eine Stadt gut getroffen ist, hat diese Szene doch nichts mit der Handlung zu tun. Sehr zu loben ist aber auf jeden Fall aber der Anhang des Bandes mit einer Aufführung nahezu aller genannten Personen in der Handlung, Hintergründe zur Splitterdämmerung, einem ausführlichen Glossar wichtiger Begriffe, einer Erklärung von Zaubersprüchen sowie Angaben zu Götter- und Dämonennamen, Währung, Maße und Zeitangaben.

352 Seiten hat der erste Teil von Michael Masberg zur „Splitterdämmerung“ – und diese lesen sich so rasch in einem Schwung herunter, dass man enttäuscht ist, dass es schon vorbei ist und man auf den zweiten Teil warten muss. Mit Witz, zunehmender Spannung und viel Dramatik bahnt sich die Geschichte ihren Weg und schwächelt nur im Mittelteil ganz kurz, ehe sie zum Ende hin gewaltig Fahrt aufnimmt und den Leser mitreißt. Behutsam und mit einer guten Charakterisierung ihrer Eigenarten, Stärken und Schwächen werden zunächst die drei Hauptfiguren eingeführt, aus deren Perspektive der Leser die Handlung erlebt. Diese unterscheiden sich deutlich, haben aber doch alle Gemeinsamkeiten im Bereich der schwarzen Künste aufzuweisen, ohne komplett dem „Bösen“ verfallen zu sein.

Während Gorodez als verdreckter Gossenmagier ein wenig an einen Detektiv aus der Film Noir Zeit mit schlechten Manieren erinnert (ein wenig auch an Garett aus den Geschichten von Glen Cook), ist die junge Laila noch etwas unbedarft, aber sehr ambitioniert und möchte sich unbedingt beweisen und von ihrer Lehrmeisterin unabhängig werden. Arestes schließlich ist eher ein komplett skrupelloser Lebemann, dem es nur um seinen eigenen Erfolg geht und der keine Rücksicht auf die anderen nimmt. So lernt man die drei Charaktere und ihre Gedankengänge auch kennen und kann sich sehr gut in diese reinversetzen, auch wenn man vermutlich deren Motivation und Ziele überhaupt nicht teilt. Während bei Gorodez und Laila auch eine Entwicklung stattfindet (wobei die von Laila zum Ende hin doch etwas sehr drastisch erscheint), bleibt bei Arestes noch Potenzial liegen, da vor allem etliche Hintergründe zur Vergangenheit offen beziehungsweise nur kurz angerissen bleiben. Die beiden anderen wichtigen Figuren – Niam und Pôlberra – werden nur aus der Perspektive der anderen beleuchtet, wobei Pôlberra deutlich mehr Erwähnung findet. Niam hingegen wird eher nur „angespielt“ und gibt noch ausreichend Möglichkeiten für eigene Romane.

Die Handlung an sich bietet mehrere schöne Wendepunkte, die man nicht erwartet und die wirklich zu überraschen wissen. Dazu kommen einige interessante Entwicklungen, bei denen der Autor sich auch nicht scheut, Personen sterben zu lassen. Man sollte spätestens seit George R. R. Martins „Das Lied von Eis und Feuer“ daran gewohnt sein, ist aber mehrfach fast geschockt (genauso wie die Romanfiguren), mit welcher Beiläufigkeit eine Nebenfigur das Zeitliche segnet. Auch der Einbau der Magie und magischer Effekte ist sehr gut gelungen und orientiert sich an den Regeln des Rollenspiels, sodass selbst Spieler desselbigen schöne Beispiele für das Wirken von Zauberern sehen. Einzig die Beschreibung Vinsalts wirkt an manchen Stellen eher wie eine Stadt im Süden und nicht wie die große Capitale des Horasreichs, obwohl die Beschreibungen ansonsten durchaus stimmungsvoll sind.

Fazit: Spannend, dramatisch, an manchen Stellen witzig – der erste Teil der Romane zur „Splitterdämmerung“ ist sehr gelungen und gehört zu den besten Romanen der langjährigen und vielfältigen „DSA“-Romanreihe. Die Authentizität zum „DSA“-Universum mit Magie und bekannten Charakteren ist exzellent. So schnell wie sich der Roman liest, kann man nur auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

Ein kurzes Nachwort des Rezensenten: Dies ist meine 100. Rezension für den Ringboten. Für die sehr gute Zusammenarbeit und stetige Nachsicht bei Verzögerungen :-) und dem einen oder anderen Fehler im Text danke ich dem Chefredakteur Bernd Perplies ganz herzlich.

Kurze Antwort des „Chefs“: Glückwunsch! Großartige Leistung. Schön, dass du nach wie vor dabei bist und dich dem großen Feld „DSA“ widmest. Auf die nächste 100!


Splitterdämmerung 1: Salon der Schatten (Das Schwarze Auge)
Rollenspiel-Roman
Michael Masberg
Ulisses 2016
ISBN: 3957523222
352 Seiten, Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 10,00

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