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Justice League Hero Dice – Superman
Brettspiele, Familienspiele (allgemein) 29.01.16

Flotte Würfelspiele mit Spezialwürfeln füllen schon seit einiger Zeit die Nische zwischen Kartenspielen und Brettspielen. Manche sind Einzelspiele – wie „Zombie Dice“ –, andere exzessiv sammelbar – wie „Dice Masters“. „Justice League Hero Dice“, ein Würfelspiel um die Helden und Schurken des DC-Comic-Universums, ist irgendwie beides. Jedes Set widmet sich genau einem Helden und ist in sich komplett. Mit mehreren Spielern kann man aber Helden kombinieren, um größere Partien zu spielen. Derzeit existieren zwei Sets – Superman und Batman. Hier soll es nun um den Mann aus Stahl gehen.

von  Frank Stein

Zunächst einmal ein „Oho“ und ein „Chapeau“. Das „Oho“ gilt der Tatsache, dass „Justice League Hero Dice“ keineswegs eine US-Übersetzung ist, wie man annehmen würde, wenn man Titel und Thema anschaut. Nein, das Spiel wurde komplett in deutschen Landen entwickelt. Der Autor ist Andreas Schmidt. Genre-Freunde kennen ihn als Schöpfer der Spiele „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise – Das Spiel zum Film“ und „Der Hobbit – Smaugs Einöde –Das Spiel zum Film“. Herausgegeben wird das Spiel vom Heidelberger Spieleverlag, den man wohl niemandem vorstellen muss, der sich auch nur im Entferntesten für Genre-Spiele interessiert.

Das „Chapeau“ gilt der Ausstattung, denn der Verlag hat sich für sein „Hero Dice“-Spiel nicht lumpen lassen. Die kleinen, quadratischen Set-Boxen sind superhandlich, sehen phantastisch aus und besitzen einen richtig coolen Magnetklappverschluss. Selten schrie eine Spiele-Verpackung so sehr: „Ich bin deine Gaming-Brot-Box, Junge! Nimm mich mit in die Schule/an die Uni/zur Arbeit und zock mit mir in der Pause.“ Auch die Spielkomponenten wissen zu überzeugen. Die titelgebenden Hero Dice sind groß, schwer und sehr gut bedruckt (da kennt man von anderen Würfelspielen – Hallo, WizKids! – ganz anderes). Die Spielkarten sind stabil und zeigen Helden und Schurken aus den DC-Comics. Die Spielmarker kommen ebenso robust daher, das dünne Regelheft ist sauber aufgebaut und schnell verinnerlicht. Das gibt die Bestnote fürs Drumherum!

Wie wird's gespielt?

Da auch noch eine Besprechung der „Batman“-Box auf dem Ringboten folgt, werde ich die Spielerklärung zweiteilen. Hier soll der Solo-Modus vorgestellt werden. Das Spiel zu mehreren folgt dann mit der „Batman“-Rezension. Aufbau und Spielprinzip sind dabei allerdings sehr ähnlich. Zunächst nimmt sich der Superman-Spieler dessen Heldenbogen, auf dem praktischerweise alle Würfelsymbole nochmal erklärt sind. Außerdem steht dort Supermans Spezialfähigkeit verzeichnet: Er landet bei jedem Wurf einen automatischen Treffer. Dann schnappt sich der Spieler noch die 6 Heldenkarten, den Zielmarker und seine 6 Würfel (1 rot, 2 gelb, 3 blau). Die Teammarker können im Solo-Spiel beiseite gelegt werden.

Anschließend wird die zweiseitige Stadtkarte (Metropolis) auf die Solo-Seite gelegt, also die mit dem höheren Widerstandswert (20). Zu guter Letzt wird den Spielregeln gemäß der Schurkenstapel gemischt, der aus 8 namhaften DC-Schurken besteht und 2 Verstärkungen. Im „Superman“-Set finden sich natürlich all die Intimfeinde des Manns von Krypton, also Lex Luthor, Brainiac, Doomsday oder General Zod. Eine der Karten wird ins „Schlachtfeld“ neben dem Schurkenstapel gelegt, eine weitere kommt aufgedeckt oben auf den Stapel. Er befindet sich sozusagen in den Außenbezirken der Stadt und droht bereits am Horizont.



Eine Partie besteht aus mehreren Runden, die in 2 Phasen aufgeteilt sind: Angriff und Abhandlung. Beim Angriff legt der Superman-Spieler zuerst seinen Zielmarker auf den Feind, den er attackieren will. Dann wird gewürfelt. Die Würfelregeln der Helden sind dabei jeweils individuell. Superman muss etwa nach jedem Würfelwurf alle Würfel einer Farbe beiseite legen. Danach wird erneut gewürfelt. Nach drei Würfen steht das Ergebnis fest. Die Würfel zeigen entweder Treffer, Kryptonitsymbole (die je 1 Treffer negieren) oder Hitzestrahlen und Frostatem-Symbole (die Kryptonit neutralisieren). In jeder Runde gilt es, möglichst viele Treffer zu erreichen, um den Bedrohungswert der Schurken (zwischen 3 und 6, bei angelegter Verstärkung +1/+2) zu erreichen. Wurden genug Treffer erzielt, ist der Schurke ausgeschaltet. Wenn nicht, bleibt er auf dem Schlachtfeld, trotzdem rückt der nächste Kollege in der Abhandlungs-Phase nach, das heißt, es wird durchaus voller vor den Stadtmauern von Metropolis. Übersteigt die ausliegende Bedrohung gar das Machtlimit des Spielers (im Solo-Spiel 12), überrennen die Bösen Superman und landen direkt in der Stadt, was Abzüge in der B-Note – nein, in der Endwertung – gibt.

Für zusätzliche taktische Finesse sorgen die Heldenkarten, die beliebig im Spiel genutzt werden dürfen, und die Spezialfähigkeiten der Schurken, die auf der Rückseite der Regeln kurz erläutert werden. Durch beides wird das Glückselement der Würfel etwas besser kontrollierbar, weil man durch die Effekte Pech ausgleichen und Glück verstärken kann, wenn man es geschickt anstellt.

Wenn der Schurkenstapel durchgekämpft wurde, wird abgerechnet. Wie viele Schurken haben es in die Stadt geschafft? Wie viele liegen noch auf dem Schlachtfeld? All das wird vom Widerstandswert der Stadt abgezogen. Danach kann man an einer Tabelle ablesen, ob man ein „Legendärer Held“ ist – oder doch nur ein Möchtegern-Capeträger.

Fazit: „Justice League Hero Dice“ ist im Solo-Spiel ein rasant schneller Würfelspaß. Die Aufmachung ist sehr bunt und ein absoluter Hingucker, das Boxendesign mit dem Magnetklappverschluss ein echtes Highlight. Der Schwierigkeitsgrad ist moderat (zum Action-Held schafft man es schon irgendwie immer), hängt aber natürlich zu nicht unwesentlichen Teilen vom Würfelglück ab. Unterm Strich: Für mich ist „Justice League Hero Dice“ das perfekte Pausenhofspiel, das gerade junge Comic-Fans begeistern dürfte. Sein Potenzial richtig entfalten dürfte es aber erst in Kombination mit anderen Helden-Sets. Wir werden es in der Folge-Rezension sehen ...


Justice League Hero Dice – Superman
Würfelspiel für 1 bis 4 Spieler (jeder Spieler braucht eine eigene Helden-Box)
Andreas Schmidt
Heidelberger Spieleverlag 2015
EAN: 4015566100336
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 16,95

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Artikel zum Weiterlesen

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise: Das Spiel zum Film - 13.01.13
Zombie Dice - 11.11.10


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