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Star Wars: Auf die harte Tour
Comics, Star Wars 17.07.15

Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo und Chewbacca – „Star Wars“-Fans begleiten diese Helden nun schon seit bald vierzig Jahren auf ihren Abenteuern. Entsprechend kennen sie die vier Recken fast so gut wie alte Freunde. Man ist zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen, ist gemeinsam um Jahre gealtert. Doch wie mögen die Helden der Rebellion auf neue Rekruten wirken, auf Leute, die vielleicht von ihnen gehört haben, ihnen aber noch nie begegnet sind? Dieser Frage widmet sich der Comic-Band „Auf die harte Tour“.

von  Frank Stein

„Star Wars“-Sonderband 86 enthält den Comic-Vierteiler „Auf die harte Tour“, der auf Englisch unter dem Titel „Rebel Heist“ erschienen ist. Er wurde von Matt Kindt geschrieben und von Marco Castiello gezeichnet. Da das „Legends“-Label auf seinem Umschlag prangt, gilt die Story nicht als zum aktuellen Disney-Kanon gehörig. Stattdessen ist sie im alten Expanded Universe verortet und zwar zwischen den Filmepisoden IV und V. Der 100-seitige Softcoverband überrascht durch sein puristisches (manche würden sagen: schlichtes) Covermotiv. Zu sehen sind die vier Helden auf weißem Grund. Die in der Cover-Galerie ganz hinten abgebildeten US-Cover wirken dagegen deutlich lebendiger.

Und noch eine „Äußerlichkeit“, wo wir schon dabei sind: Der Klappentext hinten erzählt einiges an Unsinn. Es wird von einem „geheimen Forschungsprojekt“ gesprochen, das die Rebellen unter den Augen „imperialer Größen“ klauen sollen, da sonst „die Zukunft der Allianz auf dem Spiel steht“. Das klingt dramatisch, stimmt aber so alles nicht. So tauchen weder namhafte Imperiale auf, noch geht es bei dem Diebstahl erkennbar um ein Forschungsprojekt. Ob die Zukunft der Allianz davon abhängt, sei auch mal dahingestellt. Die Beute ist immerhin nicht unwichtig für das, was die Rebellen in „Das Imperium schlägt zurück“ treiben, womit der Comic zu eben jenen Geschichten gehört, die ein winziges Filmdetail aufgreifen und ihm eine größere Hintergrundstory verschaffen.

Eigentlich aber ist die hübsch aus vier Perspektiven erzählte (und entsprechend verschachtelte) Story aber nur der Hintergrund, vor dem man als Leser vier angehende Rebellen begleitet, die jeweils erstmals in Berührung mit den vier Großen der Rebellion kommen. Im ersten Teil des Abenteuers wird etwa ein junger Rekrut an der Seite des legendären Han Solo von Imperialen gehetzt, wobei der Jungspund nicht müde wird, als Erzähler der Episode seine Bewunderung für den Schmuggler zum Ausdruck zu bringen. Später wird etwa eine Allianz-Spionin mit Leia zusammentreffen und hält die „königliche Hoheit“ erstmal für einen unreifen Adelsspross. Dass ein imperialer Überläufer, der einst auf Kashyyyk Bomben auf Wookiees warf, nicht die beste Meinung von Chewbacca hat, kann man sich wohl denken. Es ist unterhaltsam, zu sehen, wie unsere alten Helden mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden. Auch der Raubzug selbst ist angenehm unvorhersehbar erzählt. Worum es wirklich geht, erfährt man erst ganz am Schluss.

Trotzdem hat die Geschichte ihre inhaltlichen Schwächen. So wird beispielsweise zwischendurch suggeriert, dass die Rebellen hinter einem „Galaxis-Antrieb“ her wären, im Grunde handelt es sich aber nur um eine Funkstation – vielleicht ist es eine ganz tolle Funkstation, keine Ahnung. Von einem Antrieb hat sie jedenfalls nichts. Außerdem drehen sich zwei von vier Episoden um das Erlangen eines Codes der höchsten Sicherheitsstufe, der letzten Endes aber irgendwie keine erkennbare Bedeutung für den Raubzug hat. Wozu genau war der Code nochmal gut, Herr Kindt? Überhaupt wird eine Menge Wind gemacht, nur um etwas zu klauen, das gar nicht sonderlich gut gesichert zu sein scheint. Schließlich kommen kleinere Ungereimtheiten dazu: So heißt es anfangs, dass Han Solo in einem alten Bergwerksstützpunkt landet, am Ende ist er plötzlich auf einer Raumstation. Und ganz zum Schluss des Comics wirken die Helden, als hätten sie die ganze Zeit nicht gewusst, was sie eigentlich stehlen, obwohl sie den Raubzug doch vorher so kompliziert vorbereitet haben. Da passt einiges nicht ganz zusammen, wenn man genauer darüber nachdenkt.

Fazit: „Auf die harte Tour“ erzählt in vier Episoden einen Raubzug der Rebellen, während der vier angehende Rebellen mit den vier Helden der Allianz – Luke, Leia, Han und Chewie – je ein Team bilden. Diese ungewohnte Perspektive macht den eigentlichen Reiz aus, der Raubzug dagegen wirkt inhaltlich undurchdacht und enthält einige irritierende Stellen. Unterm Strich ein kleines Abenteuer mit leichten Anknüpfungspunkten an „Das Imperium schlägt zurück“, das mittlerweile jedoch nicht mehr kanonrelevant ist. Kann man meines Erachtens überspringen.


Star Wars: Auf die harte Tour
Comic
Matt Kindt, Marco Castiello
Panini Comics 2015
ISBN: 978-3-95798-233-9
100 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 12,99

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