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Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 2
DVDs 22.05.15

Daleks, Cybermen, Fröhlichkeits-Diktatoren, Zeitreisende aus dem 17. Jahrhundert, Nazis, teuflische Clowns: Eine solche Liste an Gegnern kann es nur bei „Doctor Who“ geben. Willkommen zur 25. Staffel der britischen Science-Fiction-Serie.

von  Bastian Ludwig

In seinem zweiten Jahr darf sich Doktor Nummer Sieben Sylvester McCoy durch vier Geschichten schlagen, die aus insgesamt vierzehn Episoden bestehen.

„Remembrance of the Daleks“ (dt. Die Hand des Omega)

Los geht es mit dem Vierteiler „Remembrance of the Daleks“, in dem der Doktor und seine Begleiterin Ace zwischen zwei verfeindete Fraktionen der Daleks geraten, die sich auf der Jagd nach einem mächtigen Gerät der Time Lords befinden. Und der Doktor weiß mehr darüber, als er zugibt.

Die Daleks also. Nun ja, sie gehören zu den beliebtesten Gegnern des Doktors, waren der Ursprung des Erfolgs der Serie und sind zumindest in Großbritannien Kult. Das muss man erst einmal anerkennen. Und New Who hat die Spezialeffekte und die Inszenierung, um sie tatsächlich manchmal bedrohlich wirken zu lassen. Den alten Staffeln fehlt leider beides. Und so geben sich die Daleks als das zu erkennen, was sie nun einmal sind: große Salzstreuer, die statisch durch die Gegend tuckern und vor denen man jederzeit davonlaufen kann; oder man vernichtet sie gleich mit einem Baseballschläger, wie es Ace, die Begleiterin des Doktors, in einer Szene tut. Ich erkenne ihren Charme an, als Gegner kann ich sie in dieser Form nicht ernst nehmen.

Und wo die Bedrohung fehlt, wird es schwierig mit der Spannung. Das wird noch dadurch verstärkt, dass für die dünne Handlung, die die für Dalek-Folgen typischen Faschismus- und Rassismus-Andeutungen nur streift, auch drei statt vier Episoden gereicht hätten, viele Situationen aber trotzdem nicht richtig auserzählt werden; der Doktor wird etwa mit lächerlicher Selbstverständlichkeit von einer militärischen Einheit als Autorität und letztlich Anführer anerkannt, ohne dass das irgendwie gerechtfertigt wäre. Uninteressante Nebenfiguren machen die Geschichte dann endgültig zum Schnarcher. Der Vierteiler hat unter Who-Fans einen guten Ruf, ich halte ihn für keinen gelungenen Auftakt der 25. Runde. Trotzdem werde ich weiter unten aus gutem Grund noch einmal darauf zurückkommen.

„The Happiness Patrol“ (dt. Die Macht der Fröhlichkeit)

Der Dreiteiler „The Happiness Patrol“ gehört in die Kategorie „Der Doktor trifft auf skurrile Gesellschaften“, in diesem Fall auf eine, deren Mitglieder von einer Diktatorin – eine Anspielung auf Maggie Thatcher – zu permanenter Fröhlichkeit gezwungen werden; grundsätzlich also erst einmal ein spannendes Szenario, in dem sich Fragen nach individueller Freiheit und dem Recht an den eigenen Emotionen aufwerfen lassen.

Misst man die Geschichte an traditionellen dramaturgischen Maßstäben, ist sie allerdings katastrophal. Die Handlung entwickelt sich nicht aus nachvollziehbaren Aktionen und Reaktionen, sondern sie passiert einfach, Figuren – der Doktor inklusive – verhalten sich nicht plausibel, Bündnisse und Feindschaften werden nicht geschlossen, sondern sie sind schlicht da, Figuren werden nicht eingeführt, sondern tauchen unvermittelt auf.

Man kann dem Dreiteiler aber auch einen surrealistischen Ansatz unterstellen, den Aufbau einer eigenen Logik, die sich einer traditionellen Dramaturgie entzieht; für „Doctor Who“ ist das wahrlich nichts Ungewöhnliches, auch wenn es selten diese Ausmaße annimmt. Und unter diesem Blickwinkel macht „The Happiness Patrol“ wirklich Spaß. Sie künstlich wirkenden Studio-Sets sind bunt und bevölkert mit skurrilen Figuren, es gibt viel Bewegung, immer geschieht etwas. Kein Glanzlicht, aber solide Who-Unterhaltung.

„Silver Nemesis“ (dt. Das Vermächtnis der Nemesis)

Eine zeitreisende Lady aus dem 17. Jahrhundert, Nazis, die das Vierte Reich ausrufen wollen, und eine Gruppe Cybermen, alle auf der Jagd nach einem MacGuffin, einer silbernen Statue namens „Nemesis“ mit mächtigen Kräften. Und dazwischen der Doktor, der die drei Parteien gegeneinander ausspielt.

Der Dreiteiler „Silver Nemesis“ erinnert in seiner Struktur sehr an „Remembrance of the Daleks“. In beiden Fällen ein mächtiger Gegenstand, in beiden Fällen ein klassischer Gegner des Doktors, der hinter diesem her ist, in beiden Fällen der Doktor, der dafür verantwortlich ist, dass der Gegenstand überhaupt existiert, und in beiden Fällen der Doktor als Strippenzieher.

Und so teilt die „Silver Nemesis“ auch ihr Hauptproblem mit der ersten Geschichte der Staffel: In New Who wirken die Cybermen auf mich meist deutlich bedrohlicher als die Daleks, in dieser Staffel nehmen sich die beiden Erzfeinde des Doktors aber nicht viel. Auch die Cybermen sind hier erbärmlich zahn- und planlos und lassen sich durch Goldstaub besiegen, den man ihnen ins Gesicht wirft. Durch Goldstaub! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Daneben ist die Geschichte mit vier in die Handlung involvierten Parteien ziemlich überladen, dafür passiert aber immer etwas, es wird viel herumgerannt, viel gedroht, viel geschossen, und da „Silver Nemesis“ in drei Episoden erzählt wird, ist sie deutlich straffer als „Remembrance of the Daleks“. Auch diese Geschichte ist kein Glanzstück, insgesamt ist sie aber unterhaltsamer als der Dalek-Auftritt.

Was sich in „Remembrance of the Daleks“ angekündigt hat, wird hier nun deutlicher: Der siebte Doktor, in seiner ersten Staffel noch ein Clown, wird zunehmend düsterer. Nach außen hin wirkt er wie der nette Onkel, der gleichzeitig Weltenretter ist, für Letzteres ist er allerdings bereit, Freunde und Feinde wie Spielfiguren herumzuschieben und sie einem großen Risiko auszusetzen; nicht umsonst sieht man ihn in dieser Folge immer wieder Schach spielen. Ließ sich das Fragezeichen, das Pullunder und Schirm dieser Inkarnation des Doktors ziert, in der vergangenen Staffel noch als Symbol für den fragenden Blick, mit dem der Doktor die Welt um sich herum betrachtet, interpretieren, so ist es nun eher ein Symbol für die Frage, wer dieser Mann eigentlich wirklich ist, oder wie es Ace am Ende der Geschichte ausdrückt: „Doctor Who?“

„The Greatest Show in the Galaxy" (dt. Die Todesmanege auf Segonax)

Der „Psychic Circus“ verspricht seinen Zuschauern die größte Show in der Galaxie. Das will sich der Doktor natürlich nicht entgehen lassen. Ace muss gezwungenermaßen mitgehen, obwohl sie Clowns eigentlich nicht leiden kann. Zurecht, wie sich bald herausstellt, denn hinter dem Zirkus verbirgt sich alles andere als ein ausgelassenes Vergnügen.

Nach drei schwachen bis mittelprächtigen Episoden bietet „The Greatest Show in the Galaxy", der finale Vierteiler der 25. Staffel, endlich das erste richtige Highlight des siebten Doktors. War der Doktor in den vergangenen Folgen der Strippenzieher, ist er dieses Mal derjenige, mit dem im wahrsten Sinne des Wortes gespielt wird, was die Spannung ebenso erhöht wie der langsame und in tolle Szenen gepackte Aufbau des Geheimnisses um den Zirkus. Dazu gibt es interessante Nebenfiguren, bedrohliche Gegenspieler, reichlich Action, schöne Sets und Kostüme und unterhaltsame Situationen, die sich zu einer kurzweiligen Show vermischen; ganz so wie es in einer Zirkusepisode sein soll. Toll ist auch, dass Ace dieses Mal deutlich aktiver ist als in den vergangenen Episoden und so endlich zu einer dem Doktor ebenbürtigen Begleiterin wird. Auch wenn die Auflösung der Handlung etwas zu einfach erscheint und ein paar Fragen ungeklärt bleiben, ist „The Greatest Show in the Galaxy“ ein rundum gelungenes Who-Abenteuer.

An der Ausstattung der DVD-Box gibt es nichts zu bemängeln. Ein in Anbetracht der Produktionszeit und -weise gutes Bild, deutscher und englischer Ton und Untertitel und vor allem die für „Doctor Who“-Veröffentlichungen üblichen, zahlreichen Extras lassen keine Wünsche offen.

Fazit:Das zweite Jahr des siebten Doktors übertrifft die vorangegangene Staffel in praktisch jeder Hinsicht, was nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Episoden mit Ausnahme des finalen Vierteilers inhaltlich nicht so recht überzeugen wollen. Aufgefangen wird das in großem Maße durch einen spannenden, facettenreichen Doktor mit hellen und dunklen Seiten, den Sylvester McCoy mit so großer Spielfreude darstellt, dass man ihm dringend bessere Drehbücher wünscht.


Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 2
GB 1988/89
Regie: Andrew Morgan, Chris Clough, Alan Wareing
Darsteller: Sylvester McCoy (Der Doctor), Sophie Aldred (Ace) u. a.
Drehbuch: Ben Aaronovitch, Graeme Curry, Kevin Clarke, Stephen Wyatt

Vertrieb: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 27.02.2015

Laufzeit: 14 Folgen à 25 Min. plus 365 Min. Zusatzmaterial
Bildformat: 1,33:1 / 4:3
Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Englisch
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren

Bonusmaterial: Booklet; Featurettes: Klassentreffen, Davros Connections, Glückseligkeit wird siegen, Industrial Action, uvm.; Deleted & Extended Scenes; Bildergalerien; Audiokommentare; Infotext, uvm.

Preis: 29,99 EUR

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