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Blut der Götter
Romane, Fantasy 12.01.17

In der Küstenstadt Arades kennt man das Meer als Unendlichkeit und größte Gefahr für die Lebenden, wo nur die schlimmsten Monstrositäten und der Tod auf einen warten. Als eines Tages fremde Schiffe im Hafen anlegen und von der Überfahrt aus einem Land jenseits des Meeres berichten, welches laut aradischen Legenden den Feind aller Götter beherbergen soll, trifft der Fürst von Arades eine unheilvolle Entscheidung.

von  Ansgar Imme

Wer schon länger Fantasy-Romane im Allgemeinen oder „DSA“-Romane im Speziellen liest, dem wird Karl-Heinz Witzko sicherlich aufgefallen sein. Seine Bekanntheit erlangte er zunächst als Autor für das größte deutsche Rollenspiel „Das Schwarze Auge“, als er in den 90ern den Kleinstaat Nostria und vor allem die Insel Maraskan mit Leben füllte. Zunächst mit Solo-Abenteuern, später auch mit Romanen war er der Verantwortliche für die Beschreibung der Insel, ihrer Bewohner und der speziellen Mentalität Maraskans. Nach seinem Ausscheiden aus der „DSA“-Redaktion begann er mit anderen ehemaligen „DSA“-Autoren (Bernhard Hennen, Hadmar von Wieser, Thomas Finn) die Erschaffung der sogenannten „Gezeitenwelt“ und der zugehörigen geplanten zwölfbändigen Romanreihe. Leider war der interessanten Idee nicht genügend Erfolg beschieden, sodass der Verlag die weitere Veröffentlichung nach fünf Bänden abrupt abbrach. Witzko wie auch die anderen Autoren (vor allem Bernhard Hennen, der es auf den Bestseller-Listen ganz nach oben schaffte) widmeten sich anderen Romanen. Mit der „Kobold“-Reihe sowie humorvoller Fantasy etablierte er sich in einer besonderen Nische.

Sein neuester Roman „Blut der Götter“ enthält zwar auch wieder einige Merkmale eines Witzko-Romans mit skurrilen Personen und Gegebenheiten sowie schwarzem Humor, aber die Geschichte ist dabei deutlich düsterer und auch brutaler als sonst geraten. Die Handlung spielt in der Küstenstadt und gleichnamigem Fürstentum Arades. Hier herrscht Fürst Alexandru von Arades, als eines Tages drei fremde Schiffe im Hafen anlegen. Die Kapitäne berichten von einer Überfahrt aus einem Land hinter dem Meer und interessieren sich für den Götterglauben der Menschen von Arades. Doch laut den alten Legenden in Arades birgt das Meer gefährliche Wesen und den Tod, sodass kein Sterblicher es weitab der Küste befahren sollte. Noch viel schlimmer ist aber, dass der sogenannte Götterfresser, der Feind aller Götter, im Land hinter dem Meer leben soll. Der Fürst trifft eine folgenschwere Entscheidung, was die Fremden betrifft.

Fast 30 Jahre später, zur Herrschaft des Sohnes des damaligen Fürsten, kommen die Fremden erneut nach Arades. Doch dieses Mal ist der Horizont voller Schiffe, und die Fremden greifen die Stadt an und erobern diese schließlich – auch mit Hilfe anscheinend magischer Kräfte. Nachdem sie die Herrschaft übernommen haben, befragen sie den Fürsten und viele Menschen immer wieder seltsamerweise nach den Göttern und dem Glauben der Menschen. Dazu versuchen die Fremden, die sich Schilves nennen, mit den Priestern der Erdgötter Diskussionen zu führen und Ähnlichkeiten im Glauben zu erkunden. Gleichzeitig kommt es mehrfach zu ungeklärten Todesfällen unter den Einwohnern, die Nikola, ein einfacher Wächter, zusammen mit einem Schilves aufklären soll. Gemeinsam stoßen sie auf ein Geheimnis, das beide Völker betrifft, und bringen sich in große Gefahr. Ein Kampf der Götter droht ...

Die Idee zum Roman klingt zunächst einfach, aber doch auch irgendwie originell. Fremde, die das Land besuchen und seltsame Fragen stellen, dazu ein bereits zu Beginn erwähntes Geheimnis, welches der Fürst verbergen möchte. Und dann ein erneuter Einstieg in die Handlung viele Jahre später, bei der man die Folgen einer unüberlegten Handlung erleben kann. Doch auch wenn der Anfang Erwartungen weckt und man mit der Rückkehr ein Eintauchen in Geheimnisse und Legenden erwarten, wird dieses auf den vielen hundert folgenden Seiten kaum erfüllt. Gerade ein großer Teil der Handlung und Seiten plätschert eher dahin, ehe es erst zum Ende hin wieder Fahrt aufnimmt und einige Geheimnisse hinter den Schilves und ihren Plänen aufdeckt. Dort geht es sogar eher zu schnell, als wolle der Autor plötzlich fertig werden, sodass ein Höhepunkt beziehungsweise die Aufdeckung eines zentralen Mysteriums eher beiläufig enthüllt wird. Dazu wird es an manchen Stellen einfach zu philosophisch und hochtrabend, sodass man sich fragt, was dies mit der Handlung zu tun hat. Mit Ausnahme von Nikola baut man auch zu keiner der anderen Personen eine richtige Beziehung auf, sodass deren Schicksal eher beliebig bleibt (wobei sich der Autor nicht scheut, einige mehr oder weniger wichtige Personen über Klinge springen zu lassen). Auch der dunkle Humor Witzkos bleibt oft auf der Strecke, sodass er die langen Passagen des Nichtstuns nicht damit ausgleichen kann.

Fazit:
Vielleicht waren die Erwartungen einfach zu hoch: Eine interessante Idee verläuft sich in der viel zu langen Handlung, bei der aber zudem auch gar nicht viel geschieht. Spannung, Humor, interessante Protagonisten fehlen zu oft. Wer ein großer Witzko-Fan ist, mag es ruhig probieren. Aber es gibt – leider – bessere Alternativen, um einen Winterabend zu verbringen.


Blut der Götter
Fantasy-Roman
Karl-Heinz Witzko
Piper 2016
ISBN: 3492703194
624 Seiten, Paperback, deutsch
Preis: EUR 16,99

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