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Mondo Sapiens
Brettspiele, Familienspiele (allgemein) 27.10.12

„Erschaffe eine neue Welt“ hieß es im Brettspiel „Mondo“. „Besiedle eine neue Welt“ ist nun das Motto der Fortsetzung „Mondo Sapiens“. Denn dieses Mal muss man unseren Planeten nicht nur mit Landschaften, Vulkanen und Tieren ausstatten, auch der Mensch schickt sich an, das Erdenrund zu bevölkern.

von  Bastian Ludwig

„Mondo Sapiens“ ist keine Erweiterung zu „Mondo“, sondern dessen Fortsetzung, ein komplett eigenständiges Spiel. Die Spielmechanik des Vorgängers wurde dabei kaum verändert. Dort wir hier muss jeder Spieler auf einer Weltentafel mit Karomuster quadratische Plättchen anordnen, auf denen zum Beispiel verschiedene Landschaftsformen, aktive und inaktive Vulkane, Tiere und jetzt eben auch Menschen – sogenannte Arbeiter – und von Menschenhand Geschaffenes wie Gebäude und Straßen abgebildet sind. Alle Spieler bedienen sich gleichzeitig aus einem Haufen von Plättchen, der in der Mitte des Spieltisches ungeordnet bereitliegt. Legeregeln gibt es nur wenige, so muss beispielsweise ein Plättchen immer mit mindestens einer Kante an ein schon liegendes angelegt werden. Wenn nach ein paar Minuten die Rundenzeit abgelaufen ist, werden Punkte gezählt. Die gibt es in erster Linie für abgeschlossene Landschaften, also Gebiete, die sich aus einem Landschaftstyp zusammensetzen, für Plättchen mit Straßen und für Plättchen mit Arbeitern.

So weit gibt es zwischen „Mondo Sapiens“ und „Mondo“ praktisch keine Unterschiede. Die findet man erst in den erweiterten Regeln für das Fortgeschrittenen- beziehungsweise das Expertenspiel. Bei „Mondo“ gab es hier Sonderpunkte zu ergattern, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt waren, zum Beispiel wenn man von allen Spielern den größten Wald besaß oder mindestens drei Elefanten in der gleichen Steppenlandschaft platzieren konnte. Bei „Mondo Sapiens“ ist es ähnlich, allerdings sind die Voraussetzungen dieses Mal ein klein wenig komplexer. Im Fortgeschrittenenspiel zählen die Arbeiterplättchen nur, wenn auf der eigenen Weltentafel auch sogenannte Dörfer abgelegt wurden, die den einzelnen Arbeitertypen – Fischer, Schäfer, Holzfäller – zugeordnet sind. In der Expertenvariante kommen dann noch verschiedene Gebäude ins Spiel, die Punkte bringen, wenn sie gemeinsam mit bestimmten Motiven in der gleichen Landschaft sitzen, etwa ein Leuchtturm zusammen mit Schiffen. Die Voraussetzungen sind nicht ganz so leicht zu erfüllen wie noch bei „Mondo“, und es gibt mehrere Strategien, um an Punkte zu kommen. Die Spieler müssen ihr Vorgehen deswegen etwas besser planen. So ist „Mondo Sapiens“ ein wenig anspruchsvoller und auch abwechslungsreicher als sein Vorgänger, auch weil es nun vier anstelle von zwei Weltentafeln gibt, auf denen man spielen kann.

Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich im Kern um das gleiche Spiel handelt. Deswegen trifft auch meine Kritik des ersten Teils auf den zweiten zu. Auch „Mondo Sapiens“ ist mit 20 bis 30 Minuten Spielzeit ein schnelles Spiel, das rasch erklärt als Happen für zwischendurch perfekt geeignet ist. Die Spannungskurve einer Runde geht dank des Zeitdrucks und des immer knapper werdenden Plättchenhaufens steil nach oben. Leerlauf gibt es praktisch keinen, Interaktion allerdings auch nicht. Dank der neuen Spielvarianten hält die Motivation nun noch ein bisschen länger an. Wer es noch genauer wissen will, sollte einen Blick in die Besprechung von „Mondo“ werfen.

Das Spiel kommt in hübsch bunter Aufmachung daher, die Plättchen sind aus stabilem Karton, sodass man auch mal ein bisschen fester zulangen kann. Allein die Weltentafeln sind dieses Mal nicht auf dicke Pappe, sondern nur auf festeres Papier gedruckt. Aber das geht in Ordnung, denn sie werden nicht über die Maßen beansprucht. Wieder dabei sind eine Eieruhr in Globusoptik und ein Wertungsblock.

Fazit: Wer „Mondo“ schon besitzt, muss sich „Mondo Sapiens“ nicht unbedingt anschaffen; dafür sind die Veränderungen dann doch zu marginal. Wer aber vor der Entscheidung steht, sich eines der beiden Spiele zu kaufen, sollte zum zweiten Teil greifen. Mit ihm holt man sich ein schnelles, spannendes Spiel für die ganze Familie ins Haus, das abwechslungsreicher und ausgereifter als sein Vorgänger daherkommt.


Mondo Sapiens – Besiedle eine neue Welt
Legespiel für 1 bis 4 Spieler ab 8 Jahren
Michael Schacht, Oliver Schlemmer, Oliver Freudenreich
Pegasus Spiele 2012
EAN: 4250231752100
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 29,95

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