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Thron in Flammen
Romane, Fantasy 17.04.16

Das Annurische Reich wird nach der Ermordung des Kaisers von innen und außen angegriffen. Der legitime Erbe und seine beiden Geschwister erleben in einer dramatischen Zeitenwende was es heißt, ein Reich zu beanspruchen, zu behalten und gegen jeden Widerstand zu verteidigen. Auch untereinander gibt es Differenzen, die in einer Schlacht, dem Finale dieses Buches, münden.

von  Lars Jeske

„Thron in Flammen“ ist die legitime Fortsetzung von „Der Verlorene Thron“ und knüpft nahtlos an die bisherigen Geschehnisse an. Während im Auftaktroman der Reihe erst einmal die Welt vorgestellt, die Rahmenhandlung eröffnet, sowie das Leben der Protagonisten beschrieben wird, gilt es nun, die Handlung voranzutreiben. Die Ausgangssituation bleibt dramatisch. Der Kaiser wurde ermordet und dieser Mord wird nach und nach als Intrige aufgedeckt. Diese ist sogar viel verzwickter und umfangreicher, als irgendeiner der Protagonisten sich hätte erträumen können. Der nahtlose Übergang des unbehauenen Throns an einen seiner Söhne scheitert schon daran, dass sich beide nicht in der Hauptstadt Annur, sondern an weit entfernten Orten des Reiches befinden. Aber nicht nur das; Mordanschläge und Verrat sind nunmehr auch für die designierten Thronfolger Kaden und Valyn an der Tagesordnung und drängt diese nun mit aller Macht aus ihrem schweren, aber so vollkommen anderen Leben in das Licht der Öffentlichkeit.

Nachdem sich Kaden und Valyn gegen Ende des ersten Romans noch kurz sahen, weiß deren Schwester Adare nichts von den Geschehnissen rund um ihre Brüder. Sie fühlt sich allein und, nachdem sie weiß, wer ihren Vater ermordete, umso mehr auch noch verlassen und verraten. Sie stiehlt sich aus der Stadt, um sich neue Verbündete zu suchen, die ihr helfen, die Ordnung im Reich aufrecht zu erhalten und den Thron und die Führungsansprüche ihrer Familie zu behaupten. Unterwegs auf ihrem Pilgerzug lernt sie viel über die Göttin Intarras und steckt nicht zuletzt aufgrund ihrer Reisebekanntschaften Nira und Oschi plötzlich mittendrin in der Mythologie der Götter und wie die Welt um sie herum der Sagen nach entstanden sein soll.

Unterdessen sucht Kaden bei den Ischien, einer Gruppe von Leuten, die noch seltsamer sind als die Schin-Mönche, bei denen er aufwuchs, nach Antworten bezüglich der Csestriim. Tatsächlich findet er diese und noch viel mehr. Da ihn Valyn durch die Stargate-ähnlichen Tore namens Kenta nicht folgen kann, verabreden sie sich in der Hauptstadt, um gemeinsam Kaden zu inthronieren. Leider wird auch er verhindert. Es verschlägt ihn samt seines Kettral-Geschwaders bis hin zu den Urghul, jenem Reitervolk, das nun erstmalig unter einem Banner vereint marschiert. Zur Verteidigung oder um Annur einzunehmen, ist bis zur großen Schlacht ungewiss. In dieser treffen dann zwei der Geschwister aufeinander und jeder muss seine Seite wählen …

Die Handlungsstränge der Geschwister werden ungefähr gleich lang beschrieben und beleuchtet, Adare ist somit auf mehr Seiten vertreten als im Auftaktroman und bekommt zudem einen größeren Platz in der Geschichte eingeräumt. Hinzu kommen nach den Toten im ersten Band neue Charaktere, die allesamt gut umrissen sind, glaubhaft wirken und die Geschichte in andere Richtungen zerren als bislang erwartet wurde. Vor allem der Charakter des Kommandanten der Armee Kenarang Ran Il Tornja ist überaus gelungen. Brian Starveley gelingt es dadurch, auch im zweiten Teil ambivalente Charaktere zu schaffen, die den Leser packen. Sie sind zum Teil nicht durchschaubar, in ihren Motiven jedoch alsbald nachvollziehbar, wenn auch nicht voraussehbar. Nicht zuletzt dadurch erhält der Leser ein immer detaillierteres Weltbild und zudem nach und nach auch einen Wissensvorsprung gegenüber den getrennt agierenden Hauptfiguren.

Der Reiz bei vielen Roman und somit auch hier ergibt sich durch die asymmetrische Informationsverteilung. Alle drei Erben haben das gleiche Ziel, kommen sich, da sie sich nicht verständigen können, dabei jedoch gegenseitig in die Quere. Da die entwicklungsbedingten Hintergründe der drei Geschwisterkinder nunmehr bekannt sind, braucht es dabei diese zusätzlichen Erklärungen nicht und man sollte sie darum aus dem ersten Band noch parat haben, um einiges besser zu verstehen. Ebenfalls ein Pluspunkt des Romans.

Wie auch andere zeitgenössische Autoren bedient sich auch Brian Staveley an schablonenhaften Versatzstücken bekannter anderer Werke, ohne diese zu kopieren; sprich es ist gängige (High) Fantasy. Auch bei ihm wird der Eingriff der Götter und Weltenschöpfer immer größer und der religiöse Anteil nimmt zu. Das ist Geschmackssache. Kritikpunkt sind meiner Meinung nach zudem, dass der Autor wie im Auftaktroman mitunter die Handlung etwas länger ausführt als es nötig wäre (ohne sich jedoch darin zu verlieren) und die Gefühlswelt der Protagonisten nicht mehr so intensiv beschrieben wird. Vielleicht um Dopplungen und Repetitionen zu vermeiden. Somit gibt es beim „Thron in Flammen“ an die 1000 Seiten spannende Lektüre, die nie langweilig oder unglaubwürdig wird.

Fazit: „Thron in Flammen“ führt die High Fantasy-Geschichte um die drei Erben des Annurischen Reiches in einer Qualität weiter, die der Auftaktroman schon angedeutet und versprochen hat. Heuer geht es etwas weniger gefühlsbetont, dafür kriegerischer zur Sache. Durch unerwartete Wendungen bleibt es auch nach der finalen Schlacht spannend und eine endgültige Auflösung der großen, übergeordneten Geschichte ist noch immer unvorhersehbar. Ein gutes Mittelwerk, was einem das abschließende Werk noch mehr ans Herz legt. Der Sommer 2016 bringt die Entscheidung: „Thron der Götter“ soll der finale Band sein.


Thron in Flammen
Fantasy-Roman
Brian Staveley
Heyne 2015
ISBN: 9783453316768
970 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,99

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