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Wochenendkrieger
DVDs 01.06.15

Der Dokumentarfilm „Wochenendkrieger“ entführt den Zuschauer ans Steinhuder Meer zur größten LARP-Veranstaltung des Kontinents. Wer sich für LARP interessiert, bekommt einen kleinen Einblick in dieses Hobby und vor allem bekommt er einen Eindruck von den Leuten, die dieser Freizeitbeschäftigung frönen.

von  Andreas Loos

Am Steinhuder Meer finden sich tausende Live-Action-Role-Playing („LARP“) -Spieler im fiktiven Land Mythodea zu einer Veranstaltung zusammen, die in Europa ihresgleichen sucht. Andreas Geiger hat sich ein paar Spieler, die prominente Rollen in der Handlung des LARPs einnehmen, herausgepickt, um diese sowohl in ihrer Rolle, als auch in ihrem alltäglichen Leben vorzustellen. Bei den fünf Personen handelt es sich ausnahmslos um Enthusiasten, die ihrem Hobby mit enormer Ernsthaftigkeit nachgehen. Die „Wochenendkrieger“, die sich hier vorstellen dürfen, darf man wohl guten Gewissen als repräsentative Persönlichkeiten bezeichnen.

Die Mehrzahl von ihnen geht im „normalen Leben“ einer geregelten Tätigkeit nach, die finanziell nicht gerade am unteren Ende des Spektrums rangiert, einer der vorgestellten Spieler ist Student. Vom Fließbandarbeiter einer Autofabrik, über eine Gymnasiallehrerin, einen Maskenbildner, einen Mitarbeiter bei den Grünen oder eben der Studentin: Alle belegen in ungefähr die Vorurteile, die man gegenüber LARP-Spielern hegt genauso, wie sie widerlegt werden. Die schüchtern wirkende Lehrerin schlüpft in die Rolle der Elfenkönigin, der Maskenbildner wird zum Erzmagier und der „Parteisoldat“ bei den Grünen wird zum Warlord, der Horden von untoten Kriegern in die Schlacht führt.

Während die einzelnen Personen vorgestellt werden, folgt die Dokumentation zunehmend dem Handlungsfaden des LARPs. Was bei den Personen zunächst gut gelingt, gerät im Verlauf der Handlung schnell ins Stocken. Die Handlung kann natürlich nur bruchstückhaft vermittelt werden, so werden bestenfalls Schlüsselszenen gezeigt. Das wird dem Hobby LARP in meinen Augen nicht gerecht. Vor allem der unbedarfte Zuschauer, für den der Begriff „Rollenspiel“ ein absolutes Novum ist, bleibt hier außen vor. Man kann allenfalls erahnen, welchen Aufwand Spieler und Organisatoren des Wochenendes in diese Veranstaltung gesteckt haben.

Allerdings ist die Zusammenstellung der Szenen nicht immer glücklich gewählt: So sieht man Spieler mit Polsterwaffen kämpfen, ohne das auf die Regeln des Spiels eingegangen wird. Hier hätte man ruhig zumindest ein paar Informationen unterbringen können. Interessierte sollten sich hier die Regeln des Veranstalters auf dessen Homepage ansehen. Außerdem hätte mich interessiert, wie bei Tausenden von Akteuren jeder über den übergeordneten Plot auf dem Laufenden gehalten wird. Dass der Plot einer solchen Veranstaltung sich nun nicht gerade als herausragend herausstellt, und die Spieler teilweise nur wenig echtes bzw. antrainiertes schauspielerisches Können besitzen, ist jetzt nicht überraschend. Da die Spieler aber in der Regel auch selbst das Publikum sind, ist das kein wirklicher Kritikpunkt. Es sticht halt im Rahmen der Dokumentation hervor, da der Zuschauer sich hier nicht hineinversetzen kann. Es zeigt aber deutlich, dass Enthusiasmus und Einsatz hier die Hauptsache sind.

Fazit: „Wochenendkrieger“ ist ein Dokumentarfilm, der angetreten ist, um einen Einblick in das Hobby LARP zu gewähren. Im Vordergrund stehen fünf Spieler, die sowohl ihre Rollen als auch ihr alltägliches Leben präsentieren. Technische Informationen wie z. B. Organisation und Mechaniken werden bestenfalls nur angeschnitten, was ich schade fand. Für Außenstehende bildet sich deshalb nur ein unvollständiges Bild. Das man zunehmend dem Verlauf des Plots des LARPs folgt, hat meiner Meinung nach den Rahmen des Films ziemlich strapaziert. Den Portraits der Personen und dem Verlauf des LARPs an sich kann man zeitgleich nicht wirklich gerecht werden.


Wochenendkrieger
Dokumentarfilm
Andreas Geiger
Indigo 2014
EAN: 4047179826785
90 Minuten, deutsch
Preis: EUR 17,99

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