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Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2
DVDs 20.03.16

Nachdem sich der frisch regenerierte Doktor Nummer sechs, gespielt von Colin Baker, mit den Cybermen, brutalen Reality-TV-Shows, dem Master und der Rani herumschlagen musste, geht es in der zweiten Hälfte der 22. Staffel von „Doctor Who“ unter anderem gegen die Sontaraner, gefräßige Androgums, einen fiesen Diktator und Davros samt seinen Daleks. Und der zweite Doktor schaut auch vorbei.

von  Bastian Ludwig

The Two Doctors (dt.: Androiden in Sevilla)
Der geniale Wissenschaftler Dastari und seine Assistenten, die Androgums Chessene und Shockeye, verbünden sich mit den Sontaranern, um das Geheimnis des Zeitreisens zu entschlüsseln. Weil sie dafür den Doktor benötigen, entführen sie dessen zweite Inkarnation (Patrick Troughton in seinem letzten Auftritt als Time Lord) und bringen sie nach Spanien – Wohin auch sonst? –, was unseren aktuellen Doktor Nummer sechs auf den Plan ruft.

Geschichten mit mehreren Doktoren sind aufgrund ihrer Seltenheit natürlich grundsätzlich erstmal Highlights und erwecken entsprechende Erwartungen. Vom Ansatz her hat „The Two Doctors“ auch alles, um diese zu erfüllen: Dastari und die Sontaraner sind gute Gegenspieler mit einem interessanten Plan, in den der Doktor persönlich involviert ist; Patrick Troughton hat nach wie vor sichtlich Spaß an seiner Rolle, sein Zusammenspiel mit Colin Baker funktioniert gut, obwohl die beiden mehr gemeinsame Szenen haben könnten.

Leider hat die Geschichte ein großes Problem: Sie ist zu lang. Satte drei Episoden zu je 45 Minuten hat sie spendiert bekommen. Schon in den ersten beiden Episoden gibt es Szenen, die durch Kürzung gewinnen würden, weil unsere Helden da hauptsächlich irgendwo in der andalusischen Pampa hocken und sich unterhalten oder auf witzlose Nebenfiguren treffen. In Episode 3 wird dann aber richtiggehend Zeit geschunden. Da ist die Handlung im Prinzip auserzählt, alles für den Showdown eingerichtet. Der wird dann aber mit einem Twist, den ich hier nicht verraten möchte, hinausgezögert, was zu 20 Minuten voller Rumgerenne in idyllischen Seitenstraßen und Gelagen in spanischen Restaurants führt, an deren Ende die Figuren wieder exakt an dem Punkt sind, an dem sie vorher auch schon waren.

„Warum das alles?!“, fragt man da als Zuschauer staunend. Meine Theorie: Produzent John Nathan-Turner wollte möglichst viel von Andalusien und Sevilla zeigen. Verständlich, wenn man schon ein ganzes Filmteam nach Spanien schickt. Das hätte er sich besser mal vorher überlegen sollen, denn der Ort ist für die Handlung völlig irrelevant, sie hätte irgendwo in England ebenso gut funktioniert.

Um in der Gedankenwelt der vom Essen besessenen Androgums zu bleiben: „The Two Doctors“ ist eine Geschichte mit den richtigen Zutaten, durch die Laufzeit aber so verwässert, dass Konsistenz und Geschmack zu einem guten Teil flöten gehen. Eine Anmerkung noch am Rande: Die deutsche Synchro macht aus den Androgums Androiden, was grob falsch ist. Die Androgrums sind eine organische Spezies.

Timelash (dt. Das Amulett)
Auf dem Planeten Karfel wird die Bevölkerung vom despotischen Borad unterdrückt, der sein Gesicht niemals in der Öffentlichkeit zeigt. Wer gegen das Regime verstößt, wird in den Timelash, einen Raum-Zeit-Korridor, gestoßen. Doch das Volk begehrt auf und der Doktor gerät mit Peri mitten in die Rebellion.

„Timelash“ hat den Ruf, eine der schlechtesten „Doctor Who“-Geschichten aller Zeiten zu sein; in den Umfragen des „Doctor Who Magazines“ aus den Jahren 1998, 2009 und 2014 schaffte sie es jeweils in die Bottom Five. Und was soll man sagen? Es gibt hier wirklich wenig, das überzeugt. Herausragend ist allein der Borad. Zum einen sieht seine Maske großartig aus, zum anderen wird er von Robert Ashby subtil, ruhig und dadurch nur noch einschüchternder verkörpert. Schade, dass er am Ende die zentrale Figur eines völlig unnötigen „Twists“ wird.

Ansonsten haben wir langweilige Kulissen, eine unterdrückte Bevölkerung, für deren Darstellung wie so oft nur eine Handvoll Schauspieler zur Verfügung steht, alberne Außerirdische in Handpuppenform und einen halbherzigen Versuch, die Ereignisse von „Timelash“ zur Inspirationsquelle von H. G. Wells‘ „The Time Machine“ zu erklären. Und erschwerend kommt hinzu, dass „Doctor Who“ mit „Vengenace on Varos“ erst kurz zuvor in der gleichen Staffel einen Rebellion-in-einer-Diktatur-Plot deutlich unterhaltsamer präsentiert hat.

Ich sage es mal so. Ich fand „Timelash“ nicht grauenhaft, aber wenn jemand mir sagt: „Timelash ist die beschissenste Who-Folge aller Zeiten.“, dann wüsste ich auch nicht, was ich da groß dagegenhalten sollte.

Revelation of the Daleks (dt. Planet der Toten)
Auf dem Planeten Nekros besuchen der Doktor und Peri Tranquil Repose, ein Bestattungsunternehmen der besonderen Art, das kürzlich Verstorbene in Kälteschlaf versetzt, bis sie von ihrem Tod geheilt werden können. Unsere Helden finden heraus, dass Davros die Leichen benutzt, um eine neue Armee von Daleks zu erschaffen.

„Revelation of the Daleks“ hat eine gewisse Bedeutung in der Historie der Serie, wäre es doch fast die letzte „Doctor Who“-Folge aller Zeiten geworden, da die Serie nach der 22. Staffel in eine längere Pause mit ungewissem Ende geschickt wurde. Wäre es tatsächlich die letzte Geschichte geworden, hätte es dabei nicht einmal die schlechteste Figur gemacht. Zunächst einmal geben sich mit den Daleks die wohl prominentesten Gegenspieler des Doktors die Ehre. Die anständig zu inszenieren, gelingt ja bei weitem nicht bei jedem ihrer Auftritte, hier wirken sie aber ziemlich überzeugend, was vor allem daran liegt, dass sie dieses Mal nur Handlanger sind, während sich der Doktor eigentlich mit Davros herumschlagen muss. Der ist ohnehin ein toller Charakter, in „Revelation of the Daleks“ kommt er aber gleich doppelt gut, ist er hier doch nicht mehr als ein Kopf in einem lebenserhaltenden Tank.

Unterstützt wird sein Auftreten von einem kongenialen Schauplatz. Ein Gebäudekomplex voller Leichen, im wahrsten Sinne des Wortes Totenstille überall. Wo es bei „Timelash“ von Nachteil ist, dass für eine klassische Who-Geschichte budgetbedingt meist kaum mehr als ein halbes Dutzend Schauspieler verpflichtet werden konnte, ist diese Beschränkung hier absolut passend und unterstützt eines der überzeugendsten Settings der 22. Staffel.

Unterm Strich ist „Revelation of the Daleks“ damit ein richtig guter Zweiteiler und ein herausragender Abschluss eines durchwachsenen Serienjahres.

Natürlich ist die DVD-Box auch wieder vollgepackt mit zahlreichen Extras. Retrospektive Dokumentationen sind ja oft aufschlussreicher als zeitgenössisch produzierte, da die Interviewten mit zeitlichem Abstand einen nüchterneren Blick auf ihre Arbeit bekommen und außerdem nicht selten von PR-Zwängen befreit plaudern können. In „Revelation Exhumed“ (dt. Die exhumierte Offenbarung) blicken die Macher auf die Entstehung von „Revelation of the Daleks“ zurück. Toll ist die Dokumentation „Behind the Sofa – Robert Holmes and Doctor Who“ (dt. Hinter dem Sofa – Robert Holmes und Doctor Who), in der ausführlich einem der prägendsten Who-Autoren gehuldigt wird, wobei man gleichzeitig einen interessanten Blick hinter die Kulissen bekommt. In „Adventures in Time and Spain“ (dt. Abenteuer in Zeit und Spanien) erzählt Produktionsleiter Gary Downie von der Entstehung von „The Two Doctors“, was nach einem etwas zähen Anfang mit zu großem Fokus auf die Drehortsuche zu einer netten, anekdotenhaften Reise durch Andalusien wird, wobei aber auch hier die Frage, weswegen überhaupt in Spanien gedreht wurde, offen bleibt.

Zeitgenössisches Material gibt es natürlich auch noch, allem voran ein halbstündiges Radiofeature über die Produktion von „Doctor Who“ und „A Fix with Sontarans“ (dt. In der Klemme mit Sontaranern), eine zehnminütige, fürs Kinderprogramm der BBC produzierte Sonderepisode. Außerdem noch B-Rollen, geschnittene Szenen und andere Bonusschnipsel.

Fazit: Nach einer soliden ersten Staffelhälfte ohne Highlights, aber auch ohne echte Stinker, fällt die 22. Runde von „Doctor Who“ in ihrer zweiten Hälfte leider ein bisschen ab. Ein richtiger Hammer ist keine der drei Geschichten, „The Two Doctors“ leidet zu sehr an der langen Laufzeit, „Timelash“ an zu viele Elementen, die nicht überzeugen. Allein „Revelation of the Daleks“ bietet gute Unterhaltung. So beschließen die drei Geschichten ein „Doctor Who“-Jahr, dass unterm Strich nicht über das Mittelmaß hinauskommt, allerdings bei weitem auch nicht so katastrophal ist, wie es in der Rezeption der letzten 30 Jahre gerne mal dargestellt wird.


Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 2
GB 1985
Regie: Peter Moffatt, Pennant Roberts, Graeme Harper
Darsteller: Colin Baker, Nicola Bryant, Patrick Troughton u. a.
Drehbuch: Robert Holmes, Glen McCoy, Eric Saward

Vertrieb: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 26. Februar 2016

Laufzeit: ca. 315 Min. + 328 Min. Bonus
Bildformat: 1,33:1 / 4:3
Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Bonusmaterial: Dokumentationen „Abenteuer in Zeit und Spanien“, „Hinter dem Sofa – Robert Holmes und Doctor Who“, „Die exhumierte Offenbarung“ u. v. m.

Preis: 29,99 EUR

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Artikel zum Weiterlesen

Doctor Who – Sechster Doktor – Volume 1 - 10.12.15
Doctor Who – Siebter Doktor – Volume 1 - 04.12.14


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