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Potion Explosion
Brettspiele, Familienspiele (allgemein) 05.09.16

Euer letztes Jahr an der Horriblen Hochschule für handfeste Hexerei ist fast vorüber und so wird es Zeit für das Abschlussexamen. Nehmt euch die Zutaten aus dem Spender und braut daraus bezaubernde Zaubertränke. Vergesst nicht, was ich euch immer predige: Explosionen sind (meistens) nützlich! Denkt daran, dass nur derjenige die Auszeichnung für den Studenten des Jahrs erringen kann, der die schwierigsten und damit wertvollsten Tränke gebraut hat!

von  Oliver Adam

Das Brettspiel „Potion Explosion“ vom Heidelberger Spieleverlag ist ein verrücktes Tränkebrauspiel für zwei bis vier Personen. Die Spieler verkörpern Studenten der Horriblen Hochschule, die im Rahmen des Abschlussexamens Zaubertränke brauen. Am Ende wird der Spieler zum Zaubermeister gekürt, der die wertvollsten Tränke gemischt hat.

Zuerst einmal fällt der Packungsinhalt sehr positiv auf: Die Spielmaterialien sind farbenfroh und liebevoll gestaltet und fügen sich hervorragend in die humorvolle Thematik ein. Die kleinen Papparbeitstische und die toll illustrierten 64 Trankfläschchen lassen wirklich das Flair der verschrobenen Alchimistenhochschule aufkommen. Die Anleitung ist sehr verrückt und abgedreht aufgebaut, sodass man bereits beim Lesen der Spielregeln in das Spielgefühl eintauchen kann. Gleichzeitig werden die Regeln plastisch und klar dargestellt, sodass am Spieltisch kaum Fragen offen bleiben. Besonders hervorzuheben und ein absoluter Hingucker am Spieltisch ist der mehrteilige Pappzutatenspender, der vor dem Spiel zusammengebaut werden muss. Mit etwas Geduld und der sehr guten Aufbauanleitung „Einmaliges Heimwerkererlebnis“ gelingt das auch ganz gut und man erhält einen Murmelspender, der auf fünf leicht abfallenden Bahnen die Murmeln nachrollen lässt. Dabei fällt auf, dass der Spender deutlich stabiler und widerstandsfähiger ist, als in der ersten Auflage der englischen Originalversion – da hat sich der Heidelberger Spieleverlag erfolgreich viel Mühe gegeben und ein gutes Konzept noch weiter optimiert. Der Murmelspender wird bestückt mit 80 Zutatenmurmeln in vier verschiedenen Farben, die die Ingredienzien darstellen – Einhorntränen (blaue Murmeln), Drachenqualm (rot), Ogerschleim (schwarz), Feenhaarschuppen (gelb). Als Service ist auch ein kleiner Beutel mit Ersatzmurmeln beigelegt.

Jeder Spieler beginnt das Spiel mit einem Arbeitstisch, auf dessen Braustellen zwei ungefüllte Starttrankfläschchen abgelegt sind. Die Trankflaschen haben hierbei verschiedene Farbflächen und Vertiefungen. Im Laufe der Spielrunden versuchen die Spieler nun, die Vertiefungen ihrer Tränke mit passenden farbigen Murmeln (also Zutaten) zu füllen. Zusätzlich hat jeder Spieler drei Lagerstellen für ungenutzte Zutaten neben seinen Braustellen. Das Kernelement von „Potion Explosion“ ist die Mechanik, wie Spieler an die Zutatenmurmeln gelangen: In seinem Zug darf der Spieler eine Murmel seiner Wahl aus dem Spender entnehmen. Durch die leicht abfallenden Bahnen rutschen daraufhin die Kugeln der entsprechenden Reihe von oben nach unten im Spender hinab und schließen die Lücke. Das ist der Augenblick, bei dem es zur Explosion kommen kann. Prallen dabei mindestens zwei Zutatenmurmeln der gleichen Farbe aufeinander, explodieren sie und mit ihnen alle direkt mit diesen verbundenen Zutaten dieser Farbe. Der Spieler darf nun auch alle an der Explosion beteiligten Murmeln aus dem Spender nehmen. Wenn es nach der Entnahme der Zutaten wieder zu einem Aufeinanderprallen von Murmeln derselben Farbe kommt, löst das wieder eine Explosion aus und der Spieler darf auch diese an sich nehmen. Das kann immer so weiter gehen, bis es keine Explosionen mehr gibt.

Nachdem die Zutaten genommen wurden, kann der Spieler diese nun auf die leeren Vertiefungen seiner Trankfläschchen legen. Sind alle Löcher eines Trankfläschchens mit Murmeln der richtigen Farbe gefüllt, ist der Trank fertig gebraut und kann vom Arbeitstisch genommen werden. Die Murmeln kommen zurück in den Spender und der Spieler kann sich eine neue leere Flasche nehmen. Beim Spielende ist jeder fertig gebraute Trank Siegpunkte in Höhe der aufgedruckten Zahl wert. Zudem verhilft jeder gefüllte Trank auch zu einer von acht hilfreichen Spezialfertigkeiten, die der Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt in seinem Zug nutzen kann. Die Sonderfertigkeiten erlauben es beispielsweise weitere Murmeln zu ziehen oder Murmeln vom Mitspieler zu klauen. Die Fähigkeiten sind gut durchdacht, und taktisch gut eingesetzt können sie einen deutlichen Einfluss auf den Spielausgang nehmen.
Hat ein Spieler schließlich drei Tränke der gleichen Sorte oder fünf unterschiedliche Tränke im Laufe des Spiels gebraut, wird ihm ein Zauberkunstorden verliehen, der am Ende zusätzliche Siegpunkte wert ist. Sobald eine vordefinierte Anzahl an Zauberkunstorden vergeben sind – bei vier Spielern sind das sechs Stück –, geht das Spiel in seine finale Runde. Am Ende wird der Spieler zum Zaubermeister gekürt, der die meisten Siegpunkte gesammelt hat.

„Potion Explosion“ überzeugt durch einen innovativen Spielmechanismus, den ich bei Brettspielen bisher noch nicht gesehen habe, sowie durch das wunderschöne Spielmaterial. Einzig die gleichmäßige Verteilung der Murmeln funktioniert nicht immer, sodass man gelegentlich aktiv nachhelfen muss, um alle Murmeln in die Bahnen zu verteilen. Dabei sind die Regeln schnell erlernt, und die knackige Spieldauer von knapp einer Stunde ist überschaubar. Einige Spieler könnte die geringe Interaktion stören, da man zumeist kaum Möglichkeiten hat, Einfluss auf die Mitspieler zu nehmen. Wie man gerüchteweise hört, soll sich dies jedoch durch eine bevorstehende Erweiterung ändern. Vielleicht verfügt diese auch über eine Übersicht der Trankfähigkeiten, da im Spiel immer wieder die Rückseite der Anleitung herumgereicht werden muss, auf der die Sonderfähigkeiten erklärt sind.

In den Probespielrunden begeisterte „Potion Explosion“ vor allem Gelegenheitsspieler sowie Spieler mit Interesse an „Dungeon Fighter“ und „Steam Park“. Expertenspieler hatten zwar auch großen Spaß am Tränkebrauen, hier fehlte jedoch etwas die Planungs- und Strategiekomponente.

Fazit: „Potion Explosion“ ist ein erfrischendes und verrücktes Tränkebrauspiel mit einer innovativen Spielmechanik. Dabei wurde das hervorragend gestaltete Spielmaterial perfekt mit den Mechanismen des Spiels verknüpft. Die überschaubare Dauer einer Spielrunde und der einfach erlernbare Ablauf machen das Spiel vor allem für Gelegenheitsspieler interessant.


Potion Explosion
Brettspiel für 2 bis 4 Spieler
Lorenzo Silva, Stefano Castelli, Andrea Crespi
Heidelberger Spieleverlag 2016
EAN: 4015566033573
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 34,95

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Artikel zum Weiterlesen

Steam Park - 04.01.14
Dungeon Fighter - 06.10.12


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