




|
|
| |

„Hundstage“, die fünfbändige neue Novellenreihe zum Fantasy-Klassiker „Das Schwarze Auge“, erschien pünktlich zur Leipziger Buchmesse und lädt Altfans wie Neuleser auf den magischen Kontinent Aventurien ein – zu einem spannenden und ungewöhnlich frischen Abenteuer.
von Jana Frost

Man kennt das ja aus dem Kino: Ab einem gewissen Alter werden Geschichten … Nein, nicht schlecht. Nur nicht mehr so oft angefragt. Das hat gar nicht mal qualitative Gründe, sondern liegt – um bei unserem Beispiel der Spielfilmserien wie „Star Trek“ oder „James Bond“ zu bleiben – schlicht an den Sehgewohnheiten des Publikums. Wo schnelle Schnitte, Action und Effektspektakel vorherrschen, mag mancher ehrwürdige Meilenstein des Kinos dem jungen Publikum unfreiwillig altbacken vorkommen. Ergo: Neustart. Tabula Rasa. Bitte schauen Sie … jetzt!
Im Fall von „Das Schwarze Auge“, Deutschlands wohl bekanntestem Fantasy-Rollenspiel und -Romanfranchise, passt dieser Vergleich nur sehr bedingt. Zwar hat das 1984 von Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs und Ulrich Kiesow entwickelte Universum selbst über fünfundzwanzig Jahre nach seiner Konzeption keineswegs Staub angesetzt – dafür sorgen nicht zuletzt die vielen Neuerscheinungen in Spiel- und Romanform, die Jahr für Jahr bei den Verlagen Fantasy Productions und Ulisses Spiele erscheinen –, doch mag genau diese Fülle an Material und Historie für manch Interessierten bisher ein Grund gewesen sein, „DSA“ nur aus der Ferne zu bewundern.
Nun, diese Zeiten sind vorbei. „Hundeleben“, eine von der Koblenzer Autorin Carolina Möbis („Perry Rhodan Action“, „BattleTech“) erdachte fünfbändige Novellenreihe, die in diesen Tagen erscheint, wurde bewusst als Einstiegshilfe entwickelt und geschrieben.
„In episodischen, aber inhaltlich zusammenhängenden Büchern erzählt ‚Hundstage’ eine Geschichte, die gezielt so konzipiert ist, dass sie auch Nichtkenner der Materie ‚DSA’ anspricht und ihnen hoffentlich ein wenig die Schwellenangst vor dem umfangreichen Franchise nimmt“, sagt Möbis. Die Autorin, die mit ihrem Roman „Duo Infernale“ bereits für den Deutschen-Phantastik-Preis nominiert war, sieht ihr neues Projekt als ein verspätetes Geburtstagsgeschenk – 2009 wurde Deutschlands erfolgreichste Fantasy-Marke fünfundzwanzig Jahre alt. „Mit diesen neuen Büchern können sich auch Leser ins Abenteuer ‚DSA’ stürzen, die von der Faktenfülle, die mit einem Vierteljahrhundert an Material einhergeht, bisher abgeschreckt wurden.“
Auf ins Abenteuer
Die Romane erzählen von Travin Andersin, einem jungen Burschen, den das Schicksal auf die Schattenseite des Lebens wirft. In der Gesellschaft von Söldnern, undurchsichtigen Magiern und anderen zwielichtigen Gestalten muss sich Travin durch die Schwarzen Lande kämpfen, jene von Gesetzeslosen und Untoten durchzogene Region Aventuriens. Und die Zeit drängt, denn der fanatische Soldat und angebliche Kor-Erwählte Wulf Korninger ist dicht auf seinen Fersen. Wem kann Travin vertrauen, wenn sogar seine Beschützer Motive haben, die sich seiner Kenntnis entziehen?
Nach Möbis’ Grundidee verfasste ein erfahrenes vierköpfiges Autorenteam gemeinsam die Bücher – parallel und dank Telefon und Internet in stetigem Kontakt. „War es am Anfang noch ungewohnt, zu viert an solch einem Projekt zu arbeiten, entwickelte sich im Laufe der Zeit durch die vielen Telefon- und Mailkonferenzen ein kreativer Teamspirit, der ‚Hundstage’ schlussendlich zu unserem liebgewonnenen, gemeinsamen Baby gemacht hat“, berichtet Henning Mützlitz. Der Heidelberger Autor begab sich für „Hundswache“, so der Name seines Beitrags zur Reihe, bereits zum zweiten Mal professionell in aventurische Gefilde. 2008 erschien sein eigenständiger „DSA“-Roman „Das Zepter des Horas“, ebenfalls bei Fantasy Productions.
Auch Dorothea Bergermann, die mit „Hundeelend“ Band 4 der fünfbändigen Novellenreihe beisteuerte, ist mit der Materie bestens vertraut. Noch in diesem Jahr erscheint ihr Soloroman „Nachtrichter“. „ ‚DSA’ und die reichen Hintergründe zu Aventurien sind ein altes Steckenpferd“, gesteht die Autorin. „Nach der Arbeit an meinem Erstlingswerk ‚Nachtrichter’ – im Roman geht es um ein Verbrechen im eher ruhigen und zivilisierten Kyndoch – waren die schnellen Actionszenen mit der Söldnertruppe in den schwarzen Landen eine schöne Abwechslung.“
Neu in der Riege der „DSA“-Autoren ist Christian Humberg, dessen erster schriftstellerischer Ausflug nach Aventurien der Roman „Hundeleben“ darstellt. „Neu aber nur in dem Sinn, dass ich noch nicht in dem Universum publiziert habe“, wirft der Mainzer Autor und Journalist ein, der unter anderem bereits einen Band zu Wolfgang Hohlbeins „Hexer“-Franchise beisteuerte. „Wir alle sind aber nicht nur als Autoren, sondern auch als Rollenspieler für das Abenteuer ‚Hundstage’ gerüstet gewesen, als wir an Bord kamen. Meine erste ‚DSA’-Sitzung liegt beispielsweise schon fünfzehn Jahre zurück …“
Trotzdem – oder gerade deswegen – ist die fünfbändige Novellenreihe kein Kompendium der Querverweise und Insider-Scherze geworden, sondern genau das, worauf es die Autoren abgesehen hatten: ein spannendes, witziges und erfrischend anderes Abenteuer aus der Welt von „Das Schwarze Auge“, an dem auch interessierte Neuleser mühelos teilhaben können. „Und wer weiß?“, sagt Möbis schmunzelnd. „Vielleicht leckt der ein oder andere dieser Neuleser ja Blut und bleibt der Marke erhalten. Es gibt unzählige gute Abenteuer da draußen – als Roman, als Spiel oder als Idee im Kopf eines werdenden Spielleiters. Sie warten nur darauf, entdeckt zu werden.“
Weitere Informationen
Wer immer up to date sein möchte, findet ab sofort auf der Website zur Serie „Hundstage“ Informationen über die Romane, die Autoren, Lesungstermine und vieles mehr. Die Adresse lautet www.dsa-hundstage.de
Artikel zum Weiterlesen
DSA 103: Das Zepter des Horas - 15.03.09 Classic BattleTech 16: Duo Infernale - 12.09.08
< zurück zu Ringbote Artikel
|
 | |  |  |  |
|


|