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Rollenspieler im Profil: Ulrich Drees29.08.08

Romanautor und Mit-Entwickler des "Narnia"-Rollenspiels

1) Unter welchem Namen soll dich die Welt kennen(lernen)?

Ulrich Drees.

2) Was bist du/machst du innerhalb der Rollenspielgemeinschaft?

Bisher habe ich Kulturen für das heute eingestellte deutsche "Demonworld"-Tabletop von Hobby Products entwickelt und für den Brendow-Verlag zusammen mit Oliver Plaschka das Rollenspiel zu den "Chroniken von Narnia" von C. S. Lewis entwickelt.

3) Seit wann spielst du Rollenspiele? Wann und wie hat bei dir alles angefangen?

1983 habe ich mir mit Freunden das Strategiespiel "Armageddon" bestellt. Da wir Ewigkeiten warten mussten, vertrösteten uns die Macher des Spiels mit ihrer Clubzeitschrift und darin war ein Beitrag über das Rollenspiel "Midgard", das ich mir dann besorgt habe. Meine Freunde und ich waren sofort begeistert und begannen mit einer regelmäßigen Runde. Als dann die erste "DSA"-Box mit der legendären Augenmaske erschien, waren wir bereits so alte Hasen, dass wir herzlich lachen mussten und einen heiligen Eid leisteten, niemals "DSA" auszuprobieren. Ich verrate jetzt bewusst nicht, ob ich bisher alle meine Jugend-Versprechen gehalten habe.

4) Was war dein erster Charakter, und in welchem System? Existiert der Charakter noch?

Da ich jahrelang der einzige war, der den Spielleiter-Job ausübte, dauerte es Ewigkeiten, bis ich meinen ersten Charakter spielte. Leider bin ich auch nur einige Male dazu gekommen, ihn zu spielen, da ich sehr schnell gedrängt wurde, wieder den Spielleiter zu geben. Keine klare Erinnerung also, obwohl irgendetwas mich drängt, zu behaupten, dass es ein Barbar war. Klarere Erinnerungen an Charaktere setzen erst ein, als ich viele Jahre später wieder zum Spielen kam. Diesmal war es mit Sicherheit ein Barbar. Das System war "AD&D". Er hieß Conn – die Nähe zu einem anderen Barbaren ist mir heute ein wenig peinlich. Conn starb, weil ihn ein hinterhältiger Mitspieler, der mit seiner ehrenhaften Weise nicht klar kam, meuchelte.

5) Welches Rollenspiel ist mit Abstand über die Jahre hinweg dein Lieblingssystem? Und wieso?

Schwer zu sagen. Die besten Erinnerungen habe ich an eine sehr lange "Warhammer Fantasy"-Kampagne. Das System hat mich damals begeistert, weil man Charaktere spielte, die weniger übermächtig waren, als in anderen Systemen und weil es relativ simple Regeln hatte; vor allem aber wegen der wunderbaren "Enemy Within"-Kampagne und der tollen Welt. Aber auch "Midgard" hat immer einen festen Platz unter meinen Lieblingssystemen, weil ich die detaillierten Charaktere mag, die auch auf hohen Graden noch immer gefährlich leben. Ich könnte aber auch noch vier oder fünf andere System nennen, die ich ebenfalls sehr mag: "7th Sea","L5R", "D&D 3rd Ed." beispielsweise.

6) Welches System würdest du nur mit Handschuhen anfassen? Und weshalb?

"Serial oder Serials" – ist wahrscheinlich nur wenigen bekannt. Ich bin fest davon überzeugt, dass absolut niemand ein System braucht, in dem es darum geht, die Rolle eines psychopathischen Serienkillers zu übernehmen.

7) Dein absoluter Rollenspiel-Geheimtipp? Und warum?


Wieder eine schwere Frage. Als Spielleiter sammle ich alle möglichen Rollenspiele und meine Spieler wissen ein sehr klagendes Lied über meine Begeisterungsfähigkeit zu singen... Momentan begeistert mich z.B. "Qin", ein Rollenspiel aus Frankreich, das auf eine sehr gute Weise Wuxia lebendig werden lässt. Leider ist dazu noch kaum Material auf Englisch erschienen und Französisch kann ich leider nicht. Ein weiterer Geheimtipp ist "Artesia", ein Rollenspiel zu einem Comic, mit einer wirklich wunderbaren Welt. Ich habe allerdings das Gefühl, dass das System ein wenig zu kompliziert ist.

8) W20...W10...W4...?

Würfelfetischismus... Puh, nicht mein Ding. Als Spielleiter würfle ich immer gut, weil mir egal ist, was ich würfle, als Spieler würfle ich so schlecht, dass meine wenigen Figuren die Folgen meist nur wegen meiner wirklich uneingeschränkt großartig zu nennenden Fähigkeiten als Spieler überleben. Trotzdem habe ich noch nie einen Würfel vor dem Kauf ausprobiert, ich entscheide da immer nur nach optischen Maßstäben.

9) Deine beste Runde war als...?

ein Spieler es schaffte, seinen "Midgard"-Spitzbuben Grad 9 während eines Einbruchs in eine Adelsvilla derart schlecht zu führen, dass er als heroischer, gut ausgerüsteter Abenteurer rein ging und als nackter, rußgeschwärzter Mann aus einem Kamin wieder herausgeklettert kam.

10) Deine schlimmste Runde war als...?

mir irgendwann ein Spieler, seines Zeichens Karatelehrer, "vor der Tür" zeigen wollte, wie oft ein geübter Karateka pro 10-sec Runde wirklich zuschlagen kann.

11) Spieler oder Spielleiter?

Absolut Spielleiter, aber mit starkem Nachholbedürfnis als Spieler.

12) Regelfuchser oder Freistilspieler?


Regelfuchser muss ich wohl eingestehen, aber mit Verständnis für jeden, der nicht auf Regeln steht.

13) Storyteller oder Würfelfetischist?


Ich liebe gute Geschichten. Aber Storytelling-Systeme mag ich durch die Bank nicht.

14) Spielen auf Conventions? Oder lieber die gemütliche Runde zu Hause?


Ehrlich gesagt habe ich wenig Erfahrung mit Conventions, deshalb kann ich mich da gar nicht entscheiden. Da ich aber neugierig bin, werde ich mich bemühen, mal die Unterschiede herauszufinden.

15) Bier, Cola, Met, Wein? Chips, Pizza oder Kaviar? Was gehört zu einem Rollenspielabend dazu?


Als Spielleiter komme ich höchstens mal dazu, mir ein paar Gummibärchen und hastig etwas Schokolade einzuverleiben, ansonsten viel Wasser und ab und zu einen Kaffee.

16) Fast jeder von uns hat ein paar hehre Rollenspielträume in der Schublade. Welche „Leichen“ liegen bei dir im Schrank?

Endlich mal eine lange Kampagne spielen, die es schafft, das 17. Jh. mit Mantel und Degen-Flair und den schrecklichen Hintergrund des 30-jährigen Krieges mit Magie und Phantastik zu kombinieren.

17) Mit welcher Idee könnte man die Rollenspielwelt revolutionieren?


Jemand müsste eine Methode finden, Spielern mit Null Zeitaufwand Regelsicherheit und, noch viel wichtiger, alle nötigen Kenntnisse zu komplexen Hintergründen zu vermitteln.

18) Ein paar letzte weise Worte an alle Rollenspieler dieser Welt? (Okay, alle Leser dieser Seite? :-) )


Achtet mir bloß darauf, dass wir auch in zwanzig Jahren noch mit einem Haufen Chaoten um einen Tisch rumsitzen und eine gute Zeit haben können - und dass niemand auf die Idee kommt, das man dazu einen Computer bräuchte. 


Artikel zum Weiterlesen

Narnia – Das Rollenspiel - 29.08.08


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