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08.06.2007: Die FedCon XVI in Bonn20.06.07

Ringboten auf der FedCon XVI "The Voyage Home" – Ein Bericht

„We’re back in Bonn“, ruft Marc B. Lee, traditioneller Zeremonienmeister der Federation Convention (kurz: FedCon) bei deren Eröffnung am Freitag, 08.06.2007, ins Publikum – und der Applaus lässt den ganzen Saal erbeben. Vergessen ist der letztjährige Ausflug ins Fuldaer Esperanto, wir sind wieder zuhause im Maritim Hotel Bonn, wo Europas größte und großartigste „Star Trek“- und SF-Convention seit 1995 untergebracht ist. Zurück in Bonn – the voyage home.

von Christian Humberg (Fotos: Thomas Brückl, FedCon GmbH)

 

 

Schön wieder hier zu sein. Kein anderer Con-Ort eignet sich so gut für schlechte Wortspiele: Bonn Farr, Bonn Voyage und all der andere Quatsch, der meinem übermüdeten Hirn in 13 Jahren aktiver Conventionerfahrung eingefallen ist… schon alleine deshalb hat der letztjährige Austragungsort Fulda nie wirklich bei mir punkten können.

 

Gutes altes Maritim. Haus der unauffindbaren Mülleimer, überteuerten Getränke und des unfreundlichen Personals. Oder? So ein Jahr Abwesenheit wirkt manchmal Wunder: Der Service und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind 2007 so gut wie nie zuvor. Die Hotelleitung scheint aus Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Überhaupt: Vergangenheit. Kaum eine vorherige FedCon kann mit dem Gästeaufkommen und der Atmosphäre der diesjährigen Veranstaltung konkurrieren. Mit dem tragischen Ende der „Galileo 7“-Convention im Hinterkopf nutzten die FedConler um Dirk Bartholomä die Gunst des Augenblicks und buchten gleich drei Headliner für die Convention.

 

So präsentieren sich den geplätteten Fans Kate Mulgrew (Captain Janeway), Jonathan Frakes (Riker) und Avery Brooks (Sisko), sowie ein bunter Reigen aus weiteren Haupt- und Nebendarstellern der verschiedensten „Star Trek“-Serien: Garrett Wang, Armin Shimerman, Anthony Montgomery, Cirroc Lofton, Suzie Plakson, Robert O’Reilly und J.G. Hertzler. Andere Franchises sind durch „Stargate: Atlantis“ (Paul McGillion), „Firefly“ (Jewel Staite), „Andromeda“ (Laura Bertram) und „Star Wars“ (Orli Shoshan) vertreten. Die Doktoren Hubert Zitt und Rainer Nagel sprechen über technische und linguistische Aspekte der Science Fiction, Robert Vogel über „Stargate“-Erfahrungen, Klaus N. Frick stellt „Perry Rhodan“ vor und und und. Sind das wirklich nur drei Tage?

 

 

Das Programm ist voll und es ist gut. Inmitten all der Panels und Fanaktivitäten kann kaum Langeweile aufkommen, dennoch findet der interessierte Besucher immer die Gelegenheit zum Fachsimpeln, sei es in der Autogrammschlange oder nachts auf den legendären Conpartys, sei es inmitten der zuckenden und singenden Leiber in der Hotelbar oder beim feucht-fröhlichen Beisammensein auf einem der vielen Zimmer. Denn Roompartys sind auch dieses Jahr wieder der Hit in Bonn (an dieser Stelle einen schönen Gruß an „den“ Mike Hillenbrand, der großzügig Räumlichkeit und Getränk zur Verfügung stellte und den hoffentlich noch jemand zu „Jericho“ bekehren kann. Ich hab’s versucht…), machen die Nacht vergessen und bieten eine gelungene Abwechslung zu den Panels der Schauspieler. Nur der DJ in der Lobby darf nächstes Jahr gerne einen Kollegen schicken und selber daheim bleiben.

 

Überhaupt hat sich die FedCon längst zum Selbstläufer entwickelt, zumindest für mich. Stargäste sind gerne gesehen und auch willkommen, das Herz der Veranstaltung steckt aber im Miteinander der Fans. Drei Tage FedCon sind, so absurd das auch klingen mag, zwei Wochen Urlaub. Auch wenn die Tage lang, die Nächte kaum existent und die Räumlichkeiten voll sind. Und mit dem Urlaubsvergleich meine ich nicht einmal die Ausgaben, die mir alljährlich ein Loch von der Größe eines Photonentorpedotreffers in den Geldbeutel reißen. Wer Sonntagabends von einer FedCon nach Hause reist, ist müde, ausgepowert, unrasiert (in meinem Fall) – und glücklich. Entspannt. Erholt. Klingt komisch, trifft aber zu. Das Eintrittsarmbändchen, das man mir am Freitag aufgedrückt hat, hab’ ich noch immer an. Einfach so.

 

Es fällt schwer, drei Tage Convention in wenigen Zeilen gerecht zu werden, daher hier nur einige Streiflichter:

 

• Avery Brooks wird hiermit zur Nina Hagen von „Star Trek“ erklärt. Captain Sisko mag ein tougher und direkter Mensch sein, aber sein Schauspieler stammt definitiv vom anderen Stern. Und das meine ich nicht einmal abwertend, auch nicht gegenüber Frau Hagen: Brooks ist herzlich, mitunter sehr philosophisch und versteht es zu inspirieren. Hat eine unglaubliche Präsenz, wo immer er auftaucht. Aber er ist auch… abgespaced. In einem Panel hat ihn ein Fan tatsächlich gefragt, was er denn geraucht habe. Das war zwar massiv unfreundlich, sachlich falsch und einfach nur arm, aber irgendwie nachvollziehbar.

• Armin Shimerman ist ein Convention-Highlight. Schön zu sehen, wie angenehm überrascht der Quark-Darsteller von der Atmosphäre der FedCon war.

• Wenn man Jonathan Frakes eine Posaune gibt, dann spielt er darauf. Wenn er keine hat, singt er. Und wenn man ihn fragt, ob die trashigen Filmchen aus der „Ich bin nicht mehr jung und ich brauche das Geld“-Sünde „X-Factor“, die er mal moderiert hat, tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruhen, dann wirft er sich lachend auf den Bühnenboden, haut sich mehrmals sein Mikrofon gegen die Stirn, steht wieder auf und antwortet bierernst: „Ja, natürlich.“

• Robert Vogel ist überall. Auch an zwei Cons am gleichen Wochenende.

• Was haben ein großes Hollywood-Studio und ein deutscher Fanfilm gemeinsam? Sie wurden beide nicht rechtzeitig fertig. Neben Christine Wagners „Kurzzeithelden“, die wieder mal nur ihre Trailershow und das Making Of zeigen konnten, fiel auch das von Universal Pictures versprochene Screening des Michael-Bay-Filmes „Transformers“, von dem die ersten 30 Minuten auf der FedCon debütieren sollten, aus, da Hollywood nicht rechtzeitig liefern konnte. Wer sich noch an die absolut unglückliche Zwangsvorführung zu Spielbergs „Krieg der Welten“ erinnert, wird zumindest den Roboterautochens keine Träne nachgeweint haben.

• „Dies sind die Abenteuer“, Mike Hillenbrands und Thomas Höhls Lach-und-Sachbuch über 40 Jahre Star Trek aus deutscher Perspektive, ist neu aufgelegt worden und für den Deutschen Phantastik-Preis nominiert. Gehet hin und stimmet für es ab.

• Robert O’Reilly und J. G. Hertzler haben, die Darsteller der Klingonen Gowron und Martok, ihren Abschied vom Conventionleben genommen. Als Dank für die jahrelange Treue ließen sie sich am Samstag in vollem Ornat blicken (Makeup und Kostüm), sahen also aus, wie in den „Star Trek“-Serien, und standen den Fans für Erinnerungsfotos zur Verfügung. Bei gefühlten 38 Grad Raumtemperatur keine leichte Sache.

• Kate Mulgrew sollte in die Politik gehen. Sie weiß, wie man Leute mit Worten mitreißt. Ich habe selten so ein intensives Panel erlebt, wie ihres vom Samstagabend, in welchem sie mit klaren Worten über die US-Politik herzog: „If this is still the home of the brave, that bullshit will stop when this president is out!“ Wer solche Sätze sagt, bekommt auch mal mitten im Panel eine standing ovation.

 

 

Als „Geschenk von Fans für Fans“ hat Richard Arnold die FedCon bezeichnet. Zwar steckt ein professionelles bis semi-professionelles Team um Dirk Bartholomä hinter der Show, doch kommt der Vergleich inhaltlich sicher hin. Ob im Kostümwettbewerb, in den Artshows, bei den Quiz-Runden oder als Helferlein – ohne den ehrenamtlichen Einsatz der Fans wäre eine FedCon in dieser Größe und Atmosphäre nicht möglich.

 

Wie Dirk im Interview zu verstehen gab, will man die „FedCon-Experience“ im kommenden Jahr auch auf den amerikanischen Markt exportieren. Ein Austragungsort in Dallas, Texas, ist bereits gebucht. Sollte dieses Experiment funktionieren, dürfen sich die US-Conventionveranstalter schon mal warm anziehen.

 

Ein weiterer, ausführlicher Conbericht aus der gleichen Feder findet sich auf www.startrek.com.



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