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Rollenspieler im Profil: Ralf Sandfuchs06.10.06

Freier Spieleentwickler & Mitbegründer von "Krimsus Krimskrams Kiste"

1) Unter welchem Namen soll dich die Welt kennen(lernen)?

Ralf Sandfuchs a.k.a. Sandfox

2) Was bist du/machst du innerhalb der Rollenspielgemeinschaft?

Ich ärgere Spielleiter, wenn ich spiele, und ärgere Spieler, wenn ich spielleite.

Als Mitbegründer von "Krimsus Krimskrams-Kiste" bin ich außerdem seit neun Jahren Dauerautor für diesen Verlag, sowohl im Karten- als auch im Rollenspielbereich. Mein "Kind" ist dabei momentan ganz besonders "Das Monster aus der Spätvorstellung", die deutsche Version von "It came from the late, late, late show".

Nebenbei schreibe und übersetze ich außerdem für alle Systeme, die mich interessieren (und das sind viele) und an die mich die Produzenten heranlassen (und da gibt es einige, die mich wohl nicht wollen, schade). Bisher habe ich Produkte abgeliefert für "Cthulhu", "Plüsch, Power & Plunder", "Ruf des Warlock" und als einmaliges Intermezzo "Vampire". Von mir aus dürften es aber ruhig noch mehr werden.

3) Seit wann spielst du Rollenspiele? Wann und wie hat bei dir alles angefangen?

1984 bin ich als Außenstehender mit der Jahrgangsstufe meiner Freundin auf Abschlussfahrt gegangen, und dort hatte einer ihrer Freunde die rote "D&D"-Box dabei, mit der er mir vor der Nase rumwedelte. Ich begann darin zu lesen und war auf der Stelle fasziniert von den Möglichkeiten, die sich aus dem Spiel ergeben könnten. Bis zum Ende der Woche hatte ich meine erste Spielrunde hinter mir und war endgültig süchtig geworden.

4) Was war dein erster Charakter, und in welchem System? Existiert der Charakter noch?

Andor, der schönste Elf des Hades, erstellt im "D&D"-System. Ein Charakter mit hohem Charisma und noch höherer Sterblichkeitsrate. Zog sich nach seiner siebten Todesszene und darauf folgender Wiedererweckung in eine Schublade für verdiente Rollenspiel-Charaktere zurück. Aber der Original-Bogen existiert noch!

5) Welches Rollenspiel ist mit Abstand über die Jahre hinweg dein Lieblingssystem? Und wieso?

Ich denke, mein absoluter Liebling ist "Cthulhu", weil es sicherlich sowohl von der Stimmung als auch vom Hintergrund her eines der faszinierendsten Spiele ist, die ich kenne. Und es gibt einige der besten Rollenspiel-Produkte dafür, die ich je gesehen habe, vor allem in Deutsch.

Mein "ungespielter" Liebling ist aber sicherlich "Engel", weil mich daran die Idee fasziniert (ich hoffe allerdings, dass der "geheime Hintergrund", den man mir mal unter der Hand erzählt hat, nicht der wirkliche Hintergrund des Spiels ist).

6) Welches System würdest du nur mit Handschuhen anfassen? Und weshalb?

Ich achte bei einem Spiel eher auf den Hintergrund als auf das Spielsystem an sich. Von daher kann ich die wenigsten Systeme wirklich rundheraus ablehnen. Am ehesten würde ich hier "Rolemaster" und seine Abkömmlinge nennen, da mir die extreme Regellastigkeit dieser Spiele total gegen den Strich geht.

Ich muss allerdings noch zwei Systeme herausnehmen, bei denen ich weniger aufgrund des Spiels, sondern eher wegen einiger wirklich schlimmer Erfahrungen mit verschiedenen Spielern sehr zögerlich bin, sie nochmals anzugehen: "Shadowrun" und die Spiele der "World of Darkness". Bei beiden Systemen habe ich jeweils einige abgebrochene Spielrunden hinter mir, praktisch die einzigen, die ich jemals aufgrund der Unerträglichkeit der Situation am Spieltisch abgebrochen habe. Dabei würde ich "Shadowrun" vom Hintergrund her eigentlich zu meinen Lieblingen rechnen.

Ach ja, und falls sich noch jemand an "Serials" erinnert: NIEMALS!

7) Dein absoluter Rollenspiel-Geheimtipp? Und warum?

Da muss ich zwei nennen, nämlich "Plüsch, Power & Plunder" und "Das Monster aus der Spätvorstellung". Nicht, weil ich daran mitarbeite, sondern weil ich es beim Rollenspiel auch mal wichtig finde, sich selbst und die Hintergründe des Spiels von einer lustigen Seite zu betrachten. Ich finde, viele Rollenspieler nehmen sich selbst und ihre Spiele viel zu ernst; man sollte immer auch über sich selbst lachen können, und das muss man bei diesen Spielen.

8) W20...W10...W4...?

In einem Rollenspiel ziehe ich den W% den meisten anderen vor, weil man dort viele Möglichkeiten für Boni und Mali in verschiedener Höhe hat. Rein von der Form her finde ich aber den W20 attraktiver und interessanter.

9) Deine beste Runde war als...?

… Reporter in einer Runde "GURPS", wo ich mitten im Abenteuer erfahren habe, dass das Mädchen, das von einem Verrückten entführt worden war und das ich mit meinen Kameraden suchte, wohl meine eigene Tochter war, von der ich noch nie gewusst hatte. Ein brillanter Schachzug des Spielleiter, vor allem, als ich noch auf ihre Mutter traf und mich mit ihr darüber stritt, warum sie mir dies verheimlicht hatte. Ich war noch nie so erleichtert am Ende eines Abenteuers, als ich den Bösewicht rechtzeitig besiegen konnte.

10) Deine schlimmste Runde war als...?

… orkischer Shadowrunner, der auf dem Weg zum eigentlichen Abenteuer von seinem irrsinnigen Kameraden beinahe umgebracht wurde, weil dieser sich eine "geile Jagd" mit der Polizei liefern musste, bis wir von mehreren Einsatzwagen und einer gepanzerten Straßensperre in die Enge getrieben wurden. Als ich mich daraufhin absetzen wollte, brüllte er hinter mir her, ich sei ein Feigling, und begann scharf auf mich zu schießen.

Es war zugegebenermaßen ein Genuss, meinen Charakterbogen zu zerreißen und meinem schießwütigen Tischnachbarn ins Gesicht zu werfen.

11) Spieler oder Spielleiter?

Ich liebe beides. Als Spieler mag ich den Nervenkitzel, den Schauer des Unwissens, das Eintauchen in den Charakter. Beim Spielleiten versuche ich immer, die Spieler in eben die Situationen zu bringen, die mir als Spieler gefallen, ihnen vor allem einen Höhepunkt zu bieten, der diesen Namen wirklich verdient. Wenn mir das gelingt, gibt es kaum etwas Größeres.

12) Regelfuchser oder Freistilspieler?

Freistilspieler, ganz klar. Ich benutze meistens vor allem die Grundregeln eines Spiels. Wenn mir eine spezielle Regel einfällt oder wenn sie mir jemand erzählt, dann nutze ich diese Regel, als Spieler wie als Spielleiter, aber ansonsten überlege ich mir auch gerne einfach so, wie man eine bestimmte Situation regeltechnisch auflösen könnte und nutze stattdessen diesen Einfall.

13) Storyteller oder Würfelfetischist?

Normalerweise eher Storyteller, aber ich habe schon des Öfteren bemerkt, dass ein gut platzierter Würfelwurf, egal ob er gelingt oder schief geht, die Geschichte in eine ganz neue Richtung lenken kann, was ich wiederum sehr spannend finde.

14) Spielen auf Conventions? Oder lieber die gemütliche Runde zu Hause?

Da ich gerne ein bisschen Atmosphäre aufbaue, ziehe ich normalerweise die Ruhe zuhause vor. Gerade wenn man aber ein bisschen Action am Spieltisch aufbaut, wie bei den eher parodistischen Spielen, geht das auch hervorragend auf einem Con.

15) Bier, Cola, Met, Wein? Chips, Pizza oder Kaviar? Was gehört zu einem Rollenspielabend dazu?

Ich trinke grundsätzlich keinen Alkohol am Spieltisch, von daher beschränke ich mich bei Getränken auf Softdrinks, hin und wieder auch Tee oder einen guten Capuccino. Essen tue ich normalerweise vor der Runde, aber Knabber- und Süßkram gehört einfach dazu (insbesondere Chips und Gummibärchen).

16) Fast jeder von uns hat ein paar hehre Rollenspielträume in der Schublade. Welche „Leichen“ liegen bei dir im Schrank?

Oh, da gibt es einige, greifen wir doch mal die wichtigsten heraus:

  • "Die Erben der Unsterblichkeit", eine epische Universal-Kampagne, die ich zusammen mit Krimsu für unseren Verlag entwickelt habe und die noch vor dem zweiten Band an den mangelnden Verkäufen gescheitert ist
  • "Finsterwelt", ein in Deutschland angesiedeltes Rollenspiel um eine unterirdische Welt und wie sie auf die oberirdische Welt Einfluss nimmt; war ursprünglich mal als Fernsehserie konzipiert, wurde aber als zu komplex abgelehnt.
  • "Himmelreich", ein Rollenspiel um Engel und ihre Taten auf Erden; irgendwie schien das Thema außer mir niemanden zu interessieren, selten so desinteressierte Verlage erlebt.
  • "Songslinger", ein futuristisches Heavy-Metal-Rollenspiel in einer Welt nach der großen computergesteuerten Apokalypse, irgendwo zwischen Mad Max und Superhelden-Comics angesiedelt; für die meisten Leute zu abgedreht, was mich gerade daran faszinierte.

Wenn also jemand Interesse hat, bitte melden! :-)

17) Mit welcher Idee könnte man die Rollenspielwelt revolutionieren?

Mit einer Idee, die den Kids von heute klar macht, dass es cool sein kann, wenn man einfach nur am Tisch sitzt und etwas erzählt, und ja, wirklich ohne Computer.

18) Ein paar letzte weise Worte an alle Rollenspieler dieser Welt? (Okay, alle Leser dieser Seite. :-) )

Lasst euch nie eure Phantasie rauben, und seid ruhig mal etwas offener für neue Ideen, auch wenn sie auf den ersten Blick seltsam wirken mögen!


Links:

www.krimsu.de


Artikel zum Weiterlesen

Plüsch, Power & Plunder - 09.01.06
Das Monster aus der Spätvorstellung  - 18.12.04


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