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02.02.2013 Gratisrollenspieltag06.02.13

Ein Bericht aus Nürnberg.

von Morgath

Wer über die Jahre hinweg die Statistiken von Rollenspielern beobachtet hat, wird feststellen, dass das Durchschnittsalter der Spieler kontinuierlich steigt. Man möchte fast meinen, pro Jahr um genau ein Jahr! Das kann nur eines bedeuten: Die Spieler, die in jungen Jahren, womöglich gar in den 1990ern, dem goldenen Zeitalter des Rollenspiels, mit dem Hobby begonnen haben, spielen es noch heute regelmäßig, während es kaum Nachwuchs gibt. Zu groß waren und sind die Konkurrenten der Sammelkartenspiele, der Onlinerollenspiele oder der Videospielkonsolen.

Um dieses Problem zu beheben, wurde der Gratisrollenspieltag ins Leben gerufen (siehe auch www.gratisrollenspieltag.de). Die Idee ist einfach: Erfahrene Spieler sollen Proberunden für Neulinge anbieten und sie so für das Hobby begeistern. Am 02.02.2013 war es dann soweit. Zahlreiche Rollenspielläden, Vereine und Verlagen wirkten mit und stellten Personal, Spielmaterial und/oder Räumlichkeiten zur Verfügung. Und das deutschlandweit (und sogar in Wien fand die Idee Anklang).

Ich selber besuchte den Gratisrollenspieltag in Nürnberg. Er fand hier im Ultra-Comix statt, dem größten Laden für phantastische Spiele, den ich kenne. Auf über 3 Etagen findet man hier alles an Rollenspielen, Comics und Brettspielen, was das Herz begehrt. Das Herzstück ist aber ein großer Raum im Dachgeschoß, wo sich nicht nur am Gratisrollenspieltag Spieler treffen, um ihren Hobbys zu frönen. Im Vorfeld waren bereits 7 Runden (u.a. „Pathfinder“ (2x), „DSA“, „Star Wars“, „FATE“, „Schicksalpfade“ und „BattleTech“) ab 11.00 Uhr angekündigt, weitere sollten um 14.00 Uhr folgen – „Warhammer 40K“, meine „Private Eye“-Runde und als besonderes Highlight eine „Myranor“-Autorenrunde.

Als ich kurz nach 14.00 Uhr im Laden eintraf („Ich hasse Pünktlichkeit – sie kostet zu viel Zeit!“ – Oscar Wilde) waren bereits alle angekündigten Runden im Gange. Fast jeder Tisch war besetzt und wohin man auch blickte, sah man begeisterte Gesichter, die Würfel schwangen, Miniaturen bewegten oder eifrig diskutierten. Auch ein „Fernsehteam“ von www.buffed.de war zeitweise anwesend. Zudem gab es noch zahlreiche Leute, die im Gang standen, weil sie scheinbar das Pech hatten, keine Runde gefunden zu haben. Insgesamt dürften über 10 Runden zustande gekommen sein.



Auch meine Runde war schnell besetzt. Ursprünglich sollten es nur 4 Spieler sein, tatsächlich wurden es dann derer 6, und es hätten auch 8 sein können, wenn dem nicht zu viel des Guten gewesen wäre. Gespielt wurde das Detektivabenteuer „Ein seltsamer Selbstmord“ aus dem Rollenspielsystem „Private Eye“ (kann auf der Homepage www.redaktion-phantastik.de kostenlos runtergeladen werden). Im London des Jahres 1890 wird der Strafverteidiger James Protheroe tot in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Er hat in seiner rechten Hand eine Pistole und einen Einschuss in seiner linken Schläfe. Irgendetwas stimmte hier nicht, und es ist Aufgabe der Spieler, in die Rolle von Beamten von Scottland Yard zu schlüpfen und herauszufinden was.

„Private Eye“ ist meiner Meinung nach ideal, um Leute in das Rollenspiel einzuführen. Die Charaktere waren in 2 Minuten fertig. Eine große Einführung war nicht erforderlich, da jeder etwas mit Sherlock Holmes anfangen kann und eine gewisse Vorstellung vom ausgehenden 19. Jahrhundert hat. Entsprechend konnten sich alle auf den Fall konzentrieren, der nach knapp 3 Stunden (ohne dass ein Würfelwurf erforderlich war) bis ins kleinste Detail aufgeklärt wurde. Zum Schluss blickte ich in zufriedene Gesichter. Als ich gegen ca. 18.00 Uhr ging, war immer noch die Hälfte der Tische besetzt und die Lautstärke groß.

Insgesamt denke ich, dass der Gratisrollenspieltag in Nürnberg eine gelungene Sache war. Der Spielraum war stets gut gefüllt (geschätzte Teilnehmerzahl 50 bis 70 Leute), und die angebotenen Runden fanden regen Zusprach. Von den Veranstaltern erfuhr ich inzwischen, dass sie angesichts des überraschenden Erfolges erwägen, alle 2 bis 3 Monate in eigener Regie einen Rollenspieltag zu veranstalten. Trotz allen Lobes will ich nicht verhehlen, dass ich Zweifel habe, ob das eigentlich Ziel, neue Spieler zu gewinnen, erreicht wurde. Wenn ich mich umblickte, so sah ich viele bekannte Gesichter oder solche, die ich als Rollenspieler einstufte (irgendwie erkennt man diese ja, wenn man lange genug in der Szene ist). Wirklich neue Spieler habe ich nur wenige gesehen. Verwunderlich war das eigentlich nicht, denn im Nachhinein kann ich mich nicht daran erinnern, dass ein Schild im Laden auf den Gratisrollenspieltag aufmerksam machte. Eigentlich schade, denn so sind vielleicht potenzielle Interessenten ahnungslos daran vorbeigegangen.

Daher muss weiter am Ziel gearbeitet werden: Jeder Rollenspieler sollte in seinem Freundes- und Bekanntenkreis seinen privaten Gratisrollenspieltag veranstalten, um Werbung für unser Hobby zu machen. Nur so kann langfristig gewährleistet werden, dass unser Hobby nicht mit uns ausstirbt ...



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